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Rügen Hiddensee setzt weiter auf Wohnungsbau
Vorpommern Rügen Hiddensee setzt weiter auf Wohnungsbau
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00:14 26.04.2018
Der Kaufpreis für die Liegenschaft soll noch nicht feststehen. 12 bis 15 Wohungen könnten dort entstehen. Quelle: Foto: Chris-Marco Herold
Hiddensee

Ferienwohnungen gibt’s in den Urlaubsregionen und -orten wahrlich genug, für manchen mehr als genug – sozialer Wohnungsbau scheint dagegen zu einem Fremdwort geworden zu sein. Nicht so auf Hiddensee. Die Insulaner wollen kommunale Wohnungen in Kloster bauen. „15 bis 20 Wohnungen würden es nach vorsichtiger Schätzung werden“, sagt Bürgermeister Thomas Gens. Die könnten oberhalb von Kloster entstehen – im ehemaligen Ökologischen Institut der Universität Greifswald.

„„Wir können Vor- haben der Kom- munen unter an- derem zum Zweck des sozialen Woh- nungsbaus bei der Übertragung von Landesliegenschaften unterstützen.“Stefan Bruhn, Finanzministerium
„„ Die Arbeitsgrup- pe Mikrobielle Ökologie ist nun in Greifswald, einige Mitarbeiter blie- ben auf Hiddensee in der Biolo- gischen Station.“Jan Meßerschmidt, Uni-Sprecher

Das ist der Gemeinde vom Finanzministerium des Landes zum Kauf angeboten worden. „Der Kaufpreis ist noch offen“, sagt Gens. Er werde aber unter dem marktüblichen Preis liegen. Die Gemeindevertreter hätten jüngst grundsätzlich dafür gestimmt, das ehemalige Institut ankaufen zu wollen. „Es hat seit 2016 zwischen dem Finanzministerium und mir Verhandlungen gegeben. Nun kam das Angebot aus Schwerin. Wir würden hier kommunalen Wohnungsbau betreiben und ausschließlich dafür die Immobilie erwerben. Bezahlbarer Wohnraum wird für die Insel zu einer existenziellen Frage werden“, macht der Bürgermeister deutlich.

Eine Landesimmobilie zu günstigeren Konditionen als üblich zu verkaufen und noch dazu auf Hiddensee? „Das ist gemäß des aktuellen Haushaltsgesetzes 2018/19 möglich“, sagt Stefan Bruhn, Sprecher des Finanzministeriums. Das habe die Möglichkeit, Vorhaben der Kommunen unter anderem zum Zwecke des sozialen Wohnungsbaus bei der Übertragung von Landesliegenschaften zu unterstützen. Bei Vorliegen der Voraussetzungen sei es vorgesehen, das Grundstück an die Gemeinde Insel Hiddensee unter Berücksichtigung der haushaltsrechtlichen Vorgaben zu veräußern. Welcher Rabatt dabei gewährt werde, wie hoch der Kaufpreis sei – das ließ Bruhn allerdings offen.

Die Immobilie mit der Adresse Schwedenhagen 6 wurde nach Angaben der Uni von 1952 bis 1955 gebaut. „1970 brannte das Gebäude teilweise aus. Das Reetdach hatte Feuer gefangen. 1980 wurde es komplett saniert“, sagt Pressesprecher Jan Meßerschmidt. Die Uni nutzt das Gebäude seit Ende 2014 nicht mehr. „Die Arbeitsgruppe Mikrobielle Ökologie ist nun in Greifswald, einige Mitarbeiter blieben auf Hiddensee in der Biologischen Station“, sagt Meßerschmidt.

Nach Angaben des Finanzministeriums steht in dem Gebäude eine Nutzfläche von etwa 740 Quadratmetern zur Verfügung. Der Zustand der sich auf der Liegenschaft befindenden Gebäude – ehemaliges Institutsgebäude sowie Lager- und Werkstattgebäude – ist als befriedigend, in Teilbereichen mangelhaft einzuschätzen“, macht Stefan Bruhn deutlich.

45 kommunale Quartiere gibt es aktuell auf der Insel Hiddensee. Das letzte Vorhaben im sozialen Wohnungsbau haben die Insulaner in den Jahren 2015 und 2016 verwirklicht. Auf einem gemeindeeigenen Grundstück (ehemals Pension „Boddenblick“) an der Sprenge in Vitte sind für 1,7 Millionen Euro zwei Häuser mit jeweils sechs Quartieren gebaut worden. In jedem der beiden Häuser gibt es zwei etwa 36 Quadratmeter große Wohnungen. Hinzu kommen zwei Quartiere mit etwa 50 und zwei mit etwa 60 Quadratmetern Größe. Letztere reichen jeweils über eine Treppe bis in das Dachgeschoss hinein. Bauherr war im Auftrag der Gemeinde der kommunale Hafen- und Kurbetrieb. Der solle auch das mögliche neue Vorhaben verwirklichen, sagt Gens.

Kommunale Quartiere

45 kommunale Wohnungen gibt es auf Hiddensee.

Verwaltet werden die vom Hiddenseer Hafen- und Kurbetrieb.

Der Eigenbetrieb war schon Bauherr der insgesamt 12 Wohnungen, die in zwei Häusern an der Sprenge in Vitte von 2015 bis 2016 gebaut wurden.

Davor war 1994 letztmals in Wohnraum investiert worden. Seinerzeit war das Dachgeschoss des Schulgebäudes in Vitte ausgebaut worden.

Chris-Marco Herold

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