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Rügen Hiddenseer Schiffswrack verschwindet
Vorpommern Rügen Hiddenseer Schiffswrack verschwindet
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06:42 25.11.2019
Liegt seit fast neun Jahren vor Vitte auf Grund – das einstige Fahrgastschiff „Seebad Wustrow“ der Weißen Flotte und spätere Hotelschiff „Caprivi“. Quelle: Chris Herold
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Hiddensee

Der Zaun ist verrückt, um Baufreiheit zu schaffen, Schuttcontainer sind aufgestellt. Das Ende einer Endlosgeschichte auf Hiddensee naht. Die Insulaner haben mit der Bergung des Wracks des einstigen Hotelschiffes „Caprivi“ begonnen. „Wir haben zusammen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt eine Lösung gefunden“, sagt Bürgermeister Thomas Gens. Seinen Worten zufolge werde derzeit die Bergung vorbereitet. „Das Schiff soll in den nächsten Tagen, Wochen entsorgt werden. Es laufen letzte Ausschreibungen dazu“, macht Gens deutlich.

Die mit dem Amt gefundene Lösung sei für die Gemeinde „eine wirklich optimale“. Gens macht dies vor allem an einer Zahl deutlich: „Wir haben nicht einmal 1000 Euro Eigenanteil zu tragen, restlich das Wasser- und Schifffahrtsamt.“

Vor vier Jahren Räumungstitel erwirkt

Das hatte vor mittlerweile vier Jahren beim Landgericht Stralsund einen Räumungstitel gegen den Eigentümer der „Caprivi“ erwirkt, weil das Schiff, das vor neun Jahren an seinem Liegeplatz gesunken war, eine Fläche im Besitz des Amtes blockiert. Das hatte in der Folge einen Zaun vor dem Wrack am Vitter Boddenufer aufstellen lassen, damit keine Personen an Bord gelangen und sich so möglicherweise in Gefahr begeben konnten.

Eigentümer kommt Aufforderungen nicht nach

Ende November vor neun Jahren sank das Hotelschiff „Caprivi“ am Boddenufer von Vitte auf der Insel Hiddensee. Quelle: dpa

Das habe es getan, weil Gefahr im Verzug gewesen sei. Denn der Eigentümer, bei dem es sich um einen Greifswalder handeln soll, sei mehrfachen Aufforderungen, etwas für die Sicherung des Schiffes zu tun, nicht nachgekommen, hatte seinerzeit eine Sprecherin des Amtes deutlich gemacht.

Das hatte sich zuvor jahrelang geweigert, etwas für die Beseitigung des Schiffes zu tun, weil von der „Caprivi“ weder die Umwelt gefährdet noch die Schifffahrt beeinträchtigt werde. Zudem sah es den anscheinend wohl mittellosen Eigentümer in der Verantwortung für das Wohl und Wehe des geschichtsträchtigen Schiffes.

Fördermittel gab’s von Angela Merkel

Der 1965 als „Seebad Wustrow“ gebaute ehemalige DDR-Fahrgastdampfer liegt seit 1993 fest vertäut außerhalb des kommunalen Hafens in Vitte. Einst war das Schiff eine Attraktion für die Insel: Als schwimmende Jugendbegegnungsstätte, die zu ihrem Start von der damaligen Familienministerin Angela Merkel mit 110 000 DM Fördermitteln bedacht wurde und seit 2001 als nostalgisches Hotelschiff und Gaststätte genutzt wurde. Aber mangelnde Pflege habe schließlich zu dem geführt, was am 25. November 2010 geschehen ist: Das Schiff sank auf den Boddengrund. Nur der Rumpf ragt noch aus dem Wasser. Für Gens seitdem ein trauriges Wahrzeichen.

Weise Voraussage im Januar 2015

Anfang Dezember 2010 wurde Heizöl aus dem Hotelschiff Caprivi abgepumpt, das einst als Fahrgastschiff „Seebaf Wustrow“ unterwegs. Quelle: THW

Um welchen Zeitrahmen es sich bis zu einer möglichen Bergung des Wracks handeln könne, hatte Thomas Gens übrigens schon im Januar 2015 bei einem Gespräch im Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund erfahren. „Da war davon die Rede, dass eine Bergung mittelfristig geplant werde. Auf meine Frage nach dem Wann, antwortete Amtsleiter Holger Brydda: In den nächsten fünf Jahren ist es weg.“ Kurz vor Ablauf dieses Zeitraumes wird es dann wohl auch damit klappen.

Hiddenseer wollen Hafen ausbauen

In diesem Zusammenhang haben die Hiddenseer längst mit den Planungen für den Ausbau des Vitter Hafens begonnen. So soll dessen Fläche künftig von Noch-Standort des Hotelschiffes bis zum Anleger der Motorfähre „Vitte“ reichen. Künftig soll die Struktur des Hafens so entwickelt werden, dass sie den vielfältigen Nutzungen entspricht: Passagieranleger, Güterumschlag, Binnenkreuzfahrer, Fischerei und Sportbooten. Für letztgenannte ist der Bau einer zusätzlichen Steganlage im Gespräch. Zudem soll der Hafen künftig vor starken Ostwinden geschützt sein. Aus diesem Grund zählt der Bau einer Mole zu den Plänen der Hiddenseer für ihren zentralen Insel-Hafen.

Von Chris Herold

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