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Rügen Schauspielerei ist nicht nur Theorie
Vorpommern Rügen Schauspielerei ist nicht nur Theorie
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21:01 30.07.2019
Greta Galisch de Palma spielt Smilla, die Frau an der Seite Goedeke Michels. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
Ralswiek

Die Bretter, die die Welt bedeuten hat sie in dieser Saison gegen sandigen Untergrund vor Boddenkulisse eingetauscht. Als Theaterdarstellerin, Fernsehschauspielerin und Synchronsprecherin bekannt, hat Greta Galisch de Palma erstmalig bei den Störtebeker-Festspielen angeheuert.

In der Rolle der Smilla kommt sie dabei sowohl Störtebeker als auch seinem Weggefährten Goedeke Michels näher. „Es ist sicher ein Reiz für das Publikum, dass eine Frau erst Störtebeker und dann Goedeke küsst“, meint die 43-Jährige. Zu diesem Zeitpunkt ahnen die beiden Helden jedoch noch nichts von den Motiven der scheinbar Schutzbedürftigen. Für die Begnadigung durch Königin Margarete von Dänemark geht sie als Spionin in die Festung Stockholm. „Um an Informationen zu kommen, versucht sie Störtebeker näher zu kommen. Die Annäherung an Goedeke ist ehrlich gemeint, wird aber dadurch überlagert, dass sie in der Festung keinen Platz findet, dass sie geschickt wurde“, sagt Galisch de Palma. „Goedeke mit seinem großen Herzen ist Schutz für sie, jemand bei dem sie sich anlehnen kann. Aber die Beziehung ist auf Sand gebaut, wie die Bühne.“

Eine Herausforderung unter freiem Himmel

Die Ruhelosigkeit der Figur macht sich bemerkbar. „Sie ist eigentlich immer am Rennen, hat keine ruhige Bleibe. Sie läuft ins Feldlager der Königin und zurück in die Festung. Erst wenn sie dann endlich ihre Geschichte erzählen kann, hat sie ihren ruhigen Moment. Sie versucht zu überleben in diesem Krieg, doch das hat seinen Preis. Dadurch gefällt sie mir“, so die Smilla-Darstellerin. Letztendlich beendet jedoch ein Pfeil diesen Kampf ums Überleben und die Zukunft der Störtebeker-Figur.

Auch wenn sie für die Bühne ausgebildet wurde, ist das Agieren in der Störtebeker-Kulisse eine neue Herausforderung gewesen. „Es ist schön auf solch einer Bühne zu stehen, noch zudem solch einer großen. Die Entfernung zum Zuschauer ist hier so groß, dass man durch Bewegung auf sich aufmerksam machen muss, damit die Leute zuordnen können, von wem nun die Töne kommen. Das macht den Unterschied zur Theaterbühne“, sagt Greta Galisch de Palma.

Beim Schauspiel unter freiem Himmel gleicht kein Abend dem anderen und stellt Herausforderungen an die Konzentration. Denn mit dem Wetter ändert sich täglich auch der Arbeitsuntergrund, was dann dafür sorgt, dass von der ewig rennenden Smilla bis hin zu den Tieren in der Aufführung, alle Darsteller statt auf lockerem Sand auch mal auf matschigem Terrain in den Kampf ziehen. „Somit entfaltet sich die Geschichte immer etwas anders, oder man hat dann die sagenhafte schwarze Tasche mit dem Ersatzmikro um“, schmunzelt die Schauspielerin. „Kein Abend ist wie der andere. Da werde ich sicher auch im September noch nicht von Routine reden.“

Ein Engagement mit Genussfaktor

Die Zeit bei Störtebeker weiß die Künstlerin zu genießen. „Die Insel ist wunderschön und ich nutze die Zeit die bleibt, um an die Ostsee zu fahren. Es ist auch schön, hier ein Teil des Urlaubs anderer Menschen zu sein. Man entdeckt in den Gesprächen mit den Zuschauern auch Gemeinsamkeiten, wenn sie zum Beispiel erzählen, dass sie wie ich auch aus Sachsen stammen.“

Auch das Team selbst hinterlässt Eindruck. „Es ist spannend, wie sich die Menschen über Jahre mit Störtebeker verbinden. Da gibt es auch ganze Familien, die als Statisten tätig sind. Für viele gehört Störtebeker zum Leben. Manche stehen schon Jahrzehnte auf der Bühne. Auch mit allen Gewerken, die im Hintergrund agieren, ist es ein riesiges Uhrwerk, das jeden Abend beginnt zu laufen. Es sind so viele Menschen, die versuchen es gut zu machen, damit es für alle ein schöner Abend wird. Das ist eine Leistung.“

Ein Hauch von Adel

Ihren temperamentvoll klingenden Namen verdankt Greta Galisch de Palma übrigens den spanischen Wurzeln ihres Mannes. Das vermeintlich herrschaftliche de vor dem Nachnamen Palma weist jedoch keine adelige Herkunft oder gar eine Verbindung mit dem amerikanischen Regisseur Brian de Palma aus. „Wenn der Nachname des Mannes Palma lautet, bedeutet das de im Namen der Ehefrau lediglich „die Frau vom Palma““, so die Erklärung.

Wenke Büssow-Krämer

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