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Rügen Hitzige Debatte um Teilnahme am Inselmarketing
Vorpommern Rügen Hitzige Debatte um Teilnahme am Inselmarketing
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19:07 12.01.2016
Unbehagen bereitet den kritikern vor allem die hohe Ausgabe für das Inselmarketing im Vergleich zum eigenen Ortsmarketing. Quelle: Gerit Herold
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Binz

Harsche Kritik zum Thema Inselmarketing hagelte es auf der Gemeinderatssitzung im Ostseebad Binz am Donnerstag. Scharf geschossen wurde vor allem aus den Reihen des Betriebsausschusses Kurverwaltung der Gemeindevertretung. Dieser finde die Idee des geplanten Inselmarketings gut, doch die „Art und Weise der Abhandlung“ der Verträge mit der Tourismuszentrale (TZR) kritisierte Mario Kurowski (Pro-Binz), 2. stellvertretender Ausschussvorsitzender.

Die TZR soll umstrukturiert werden. Künftig sollen Kommunen der Insel zu 100 Prozent als Gesellschafter fungieren. Im Namen von sieben Ausschussmitgliedern verlas Kurowski ein zweiseitiges Statement und warf Bürgermeister Karsten Schneider und Gemeindevertretervorsteherin Heike Reetz (beide WG Pro-Binz) indirekt vor, die Arbeit der Fachgremien nicht wertzuschätzen. Trotz der Einwände beziehungsweise Ablehnung der beiden Vertragsentwürfe zum Erwerb der Gesellschaftsanteile an der TZR und zum Betreuungsakt (Dienstleistungsvertrag) durch die Ausschüsse, habe der Bürgermeister als Vorsitzender des Hauptausschusses diese „ohne jegliche Überarbeitung erneut auf die Tagesordnung“ gesetzt.

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Kurowski forderte, die Vertragsentwürfe in den Finanz- und in den Betriebsausschuss zurückzuverweisen, weil viele Fragen offen seien. Unbehagen bereite vor allem die hohe Ausgabe für das Inselmarketing im Vergleich zum eigenen Ortsmarketing. Die Marketingumlage, die Binz jährlich an die TZR zahlen wird, sei mit rund 120000 Euro drei Mal so hoch.

Der Bürgermeister betonte, dass die Entscheidung im Hauptausschuss nicht er alleine treffe, sondern alle neun Mitglieder. Zudem könne der Gemeinderat bei seiner Abstimmung entscheiden, ob er den Empfehlungen der Ausschüsse folgt oder nicht. Die Kommunalverfassung sehe nicht vor, dass die Beschlussvorlagen nicht mehr in ihrem Originalzustand in die Gemeinderatsitzung gereicht werden. „So war es die letzten 20 Jahre, das wird es bei mir aber nicht geben.“

Der Gemeinderat stimmte den Verträgen schließlich mehrheitlich (12:5) zu.



Herold, Gerit