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Rügen Hodenkrebs: Oberärztin kämpft um das Leben von Oleksander
Vorpommern Rügen Hodenkrebs: Oberärztin kämpft um das Leben von Oleksander
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20:19 31.05.2019
Der 19-jährige Oleksander Panchenko benötigt dringend eine Chemotherapie, um den Hodenkrebs bekämpfen zu können. Quelle: Irina Hohmann
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Bergen

Irina Hohmann ist verzweifelt. Die Oberärztin vom Sana-Krankenhaus Rügen möchte einem jungen Mann eine kostspielige Behandlung ermöglichen. Beim 19-jährigen Oleksander Panchenko wurde vor wenigen Tagen Hodenkrebs diagnostiziert. Metastasen haben sich zudem in seiner Lunge gebildet. Und die Zeit rennt. Ohne fremde Hilfe hat der Mann nur geringe Überlebenschancen.

Der Ukrainer kam vor drei Monaten nach Deutschland, um vor seinem Ingenieurstudium in der Ukraine praktische Erfahrungen zu sammeln. Er entschied sich für ein Praktikum in Binz. Doch dann vor wenigen Tagen die verheerende Diagnose. Er wurde ins Klinikum eingeliefert. Da Oleksander Panchenko nur schlecht die deutsche Sprache versteht, half die aus Weißrussland stammende Fachärztin dem behandelnden Arzt beim Übersetzen. So lernte sie den jungen Mann kennen und erfuhr von seinem Schicksal. „Die gute Nachricht ist, dass der Krebs behandelbar ist. Aber vorausgesetzt, die Chemotherapie kann schnellstmöglich beginnen“, sagt die Frau. Er habe dann eine 75-prozentige Chance, gesund zu werden. Doch hier kommt es zu Problemen. Der Ukrainer ist zwar auch hier in Deutschland krankenversichert, doch werde von dieser ukrainischen Versicherung keine Chemotherapie bezahlt. „Nun kann man denken, dass man ihm in seinem Heimatland die Hilfe und Unterstützung gibt, die er braucht. Das Gesundheitssystem in der Ukraine gibt jedoch vor, dass Patienten alle Untersuchungen, Medikamente, Krankenhausaufenthalte und sogar für die Versorgung aus eigener Tasche bezahlen müssen“, sagt Irina Hohmann. Geld, über das der Ukrainer schlichtweg nicht verfügt.

Student benötigt vier Chemotherapien

Mit der Ukraine sei zwar bereits ein Abkommen ausgehandelt, das sei aber noch nicht rechtskräftig, heißt es bei der „Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland“ in Bonn. Das erste, was Irina Hohmann daher unternommen hat, um Oleksander zu helfen, war eine Verlängerung seines Visums. „Wir hatten dazu am Dienstag einen Termin bei der Ausländerbehörde“, sagt sie. Dann war sie auf der Suche nach Geldgebern, die die kostspielige Behandlung finanzieren. Sie wollte ein Spendenkonto einrichten. „Doch bei verschiedenen Banken konnte man mir nicht weiterhelfen. Auch andere soziale Einrichtungen haben sich mein Anliegen angehört, konnten aber konkret keine Hilfe zusichern“, sagt sie. Die behandelnden Ärzte gehen davon aus, dass Oleksander vier Zyklen Chemotherapie benötigen wird. Jeder Zyklus besteht dabei aus einer fünftägigen Behandlung, gefolgt von einer vierwöchigen Pause. „Wir hoffen, dass Oleksander zumindest seinen ersten Zyklus in Deutschland anfangen und beenden kann und bemühen uns um ein Visum für ihn, sodass er eventuell seine vollständige Chemotherapie in Deutschland erhalten kann“, sagt Irina Hohmann.

Dann hat sie Antje Coordt kennengelernt. Die Medizinerin engagiert sich seit Jahren im Verein „Kinderlachen 009“. Diesem Verein liegt besonders die Unterstützung von krebskranken und bedürftigen Kindern auf Rügen und in MV am Herzen. „Hier haben wir sofortige Hilfe zugesagt bekommen. Der Verein hat ein Spendenkonto für Oleksander eingerichtet. Jetzt hoffen wir, dass wir schnellstmöglich über Spenden die finanzielle Unterstützung bekommen, damit der junge Mann behandelt werden kann“, sagt Irina Hohmann.

Verein richtete Spendenkonto ein

„Unser Vorstand musste nicht lange überlegen, weil die Situation eindeutig ist und schnelles Handeln erfordert“, sagt Antje Coordt. Die Heilungschancen seien in Deutschland nicht schlecht. Wenn er nach Hause fahren würde, müsste er einen Großteil selber zahlen. Das kann er nicht und zudem wäre ungewiss, ob und wann er in dem von Krieg und Krisen geschüttelten Land eine Behandlung zu erwarten hätte. „Wenn er zurückgeht, stirbt er“, so die Putbusser Ärztin. „Der Fall von Oleksander ist allerdings eine große Herausforderung für unseren kleinen Verein. Wir wollen die Sammlung deswegen auch im Rahmen des Kindertags fortführen.“ Das große Fest zum Kindertag im Schlosspark Putbus führt der Verein Kinderlachen 009, den es seit zehn Jahren gibt, am heutigen Sonnabend ab zehn Uhr gemeinsam mit dem Sportverein der ehemaligen Residenzstadt durch. „Das Fest unter dem Motto 'Heute seid ihr Prinz und Prinzessin' soll ein Familienfest werden, bei dem kleine und große Kinder, gesunde und kranke Kinder gemeinsam 'ihren' Tag feiern können“, sagt Antje Coordt. Tombola, Hüpfburg, Ballonmodellage, Mal- und Bastelstraße warten auf die Kinder. Freiwillige Feuerwehr und DRK-Sanitätszug stellen sich vor und Ranger des Biosphärenreservats führen durch die Umgebung.

Oleksanders Helferinnen und Helfer richteten ein Spendenkonto (IBAN: DE49 1309 1054 0003 3666 69, BIC: GENODEF1HST) ein und würden sich freuen, wenn unter dem Kennwort „Oleksander“ zahlreiche Spenden eingingen. Irina Hohmanns Tochter Katja startete zudem eine Crowfunding-Aktion im Internet. Dort gingen bisher 3295 der dringend benötigten 10 000 Euro ein.

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