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Rügen Holger Bieges Vermächtnis wird auf Rügen bewahrt
Vorpommern Rügen Holger Bieges Vermächtnis wird auf Rügen bewahrt
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06:01 17.05.2019
Thomas Putensen and friends während des Konzerts in Lieschow auf Rügen. Quelle: Christian Rödel
Lieschow

Wie in einer Zeitmaschine, wo Menschen in vergangene Lebensphasen zurück versetzt werden können, haben sich bis Donnerstagabend die vielen Besucher des zweitägigen 1. Holger-Biege-Festivals in Lieschow auf Rügen gefühlt. Das lag nicht nur an den zeitlos schönen Liedern des im vergangenen Jahr verstorbenen Sängers, Komponisten und Texters, sondern ebenso an Wolfgang Martin.

Die sonore Stimme des ehemaligen Musikredaktionschef aus dem beliebten DDR-Jugendradio DT 64 war den jugendlichen Hörern damals bestens vertraut. Der Berliner Radiojournalist ist ein profunder Kenner der internationalen Musikszene, und seine Kenntnisse über das DDR-Rock-und-Popgeschäft sind bis heute unübertroffen.

Der Berliner Musikkritiker Wolfgang Martin mit seinem Buch über Holger Biege Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-RUGChristian Rödel

„Wir wollen hier in Lieschow unser Versprechen abgeben, dass wir Dein künstlerisches Erbe und Wirken bewahren wollen, lieber Holger“, versicherte Wolfgang Martin unter tosendem Beifall.

Der im September des vergangenen Jahres in Bad Kleinen gegründete Holger-Biege-Verein entfachte das Feuer der Idee, auf Rügen einen Ort des Gedenkens zu etablieren.

Bauer Thomas Lange aus Lieschow hatte auf seinem Hof in den vergangenen Jahren schon des Öfteren diverse Benefiz-Konzerte für den schwer erkrankten Künstler mit organisiert. Nach seinem Schlaganfall im Jahre 2012 war Holger Biege auf einen Rollstuhl angewiesen und wurde zusehends immobiler. Ummanz, Lieschow gehört zu der Gemeinde, wo Bieges Vater vor seiner Zeit an der Berliner Akademie der Wissenschaften zuweilen beruflich zu tun hatte, war ein vertrauter Ort für den Sänger solcher unvergesslichen Klassiker wie „Sagte mal ein großer Dichter“, „Reichtum der Welt“ und „Deine Liebe und mein Lied“ .

Gerd Christian bei seinem Auftritt in Lieschow auf Rügen Quelle: Christian Rödel

Doch die sentimentale Moll-Stimmung sollte nicht lange anhalten, weil Thomas Putensen diese um sich greifende Traurigkeit wenig später mit seiner vor Optimismus sprühenden Präsenz aufbrechen konnte. Die Berliner Band „Unbekannt verzogen“ mit ihrer Frontfrau Patricia Heidrich konnte Dank einer kraftvollen Performance ebenfalls lebensfrohe positive Vibrationen in das Publikum senden.

Die Erfurter Rockröhre Tina Rogers setzte ebenso starke Akzente, in dem sie einige Textpassagen von Holger Biege auf Englisch vortrug , was einen ganz besonderen Charme hatte. Die aus dem Wendland angereiste Folksängerin Marion Seibert, ehemalige Kollegin und Nachbarin der Familie Biege, legte eine wunderbar improvisierte Session mit Hardy Krischkowsky und „Pute“ Putensen, die Anleihen bei Pink Floyd und den Doors suchten und diese spielerisch neu arrangierten. Das hatte Klasse und der Saal geriet sprichwörtlich aus dem Häuschen, als die Musiker noch Bob Marleys „No woman, No cry“ oben drauf setzten.

Kerstin und Holger Peters Greifswald waren begeistert. Quelle: Christian Rödel

Am Donnerstagabend gaben sich weitere Ost-Rockrockgrößen ein Stelldichein auf Bauer Langes Hof in Lieschow: Dirk Zöllner aus Berlin , Manuel Schmidt und Marek Arnold von der Band „Stern Meißen“ und Sängerin Jule Werner verbeugten sich musikalisch vor dem Werk Holger Bieges.

Christian Rödel

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