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Rügen Müll-Ablagerung kann Straftat sein
Vorpommern Rügen Müll-Ablagerung kann Straftat sein
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14:32 21.12.2018
Ein Jagdpächter stieß in der Gingster Heide auf Reste einer illegal entsorgten Laube. Quelle: Uwe Driest
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Pansevitz

Wenn unbekannte Täter ihren Müll illegal in der Landschaft abladen, um einen überschaubaren Geldbetrag zu sparen, kostet das die Allgemeinheit im Landkreis rund 25 000 Euro im Jahr. Deswegen wendet sich die Naturschutzbehörde immer wieder an die Öffentlichkeit mit der Bitte um Hinweise auf die mögliche Herkunft wild abgelagerter Stoffe und Gegenstände. So, wie jetzt in zwei Fällen, in denen binnen weniger Tage jeweils eine komplette Laube an einem Parkplatz der B96 bei Rahlswiek sowie in einem Waldstück im Pansevitzer Wald abgeladen wurden. Im Rahlswieker Fall gab es zwei Hinweise aus der Bevölkerung, wonach Lauben an Standorten in Buschvitz und Lietzow abgebaut worden wären. „In beiden Fällen konnten die betreffenden Eigentümer jedoch ordnungsgemäße Entsorgungsnachweise vorlegen“, so Ralf Haffler von der Kripo in Bergen, der in den Fällen ermittelt.

Den zweiten Fund hatte Jagdpächter Wolfgang Lüth Mitte November im Bereich des Pansevitzer Waldes und der Gingster Heide gemacht und der Naturschutzbehörde angezeigt. „Ich bin alleiniger Pächter in dem zur Bundesforst gehörenden Waldstück und fahre in der Regel jeden zweiten Tag durch das Revier“, sagt der in Groß Schoritz wohnende Jäger. Die aus Spanplatten, Sanitär-Installationen, Dämmung, Steinwolle und Dachplatten bestehenden Reste einer Laube müssten demnach um den 13. November an der Kreuzung zweier Waldwege – vermutlich von einem Lkw-Gespann – abgeladen worden sein. „Uns liegen keine Informationen darüber vor, dass es sich dabei um gefährliche Stoffe gehandelt haben könnte“, sagt Andreas Gräulich von der Naturschutzbehörde des Landkreises. Wenn nämlich Asbest oder andere für Mensch, Tier oder Natur gefährliche Stoffe wild entsorgt würden, werde aus einer Ordnungswidrigkeit eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden könne. Gräulich warnt daher auch etwaige Trittbrettfahrer. „Solange die Stelle nicht beräumt ist, besteht erfahrungsgemäß ein erhöhtes Risiko, dass sich Nachahmer finden, die dann auch gefährlich Stoffe dort entsorgen.“

Insgesamt seien in diesem Jahr sage und schreibe rund 800 derartige Fälle im Landkreis angezeigt worden, teilt Sprecher Olaf Manzke mit. „Da scheinen auch die Geldbußen von bis zu 100 000 Euro, die sich aus dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ergeben, keine ausreichend abschreckende Wirkung zu entfalten.“ Deswegen seien die Behörden froh über jede Aussage von Zeugen. „Wer den Umweltfrevel beobachtet hat oder Gegenstände wiedererkennt, wird gebeten, seine Hinweise an die Naturschutzbehörde des Landkreises oder die Polizei zu melden.“ Es seien auch schon Täter in spektakulären Fällen ergriffen worden. So seien im Falle eines in der Nähe von Marlow entsorgten Bootes oder bei Ribnitz illegal entsorgter Asbest-Stoffe „saftige Bußgelder“ verhängt worden. Im letzteren Fall hatte ein Mann überführt werden können und hatte zusätzlich die Kosten der Entsorgung zu tragen. Auf rund 75000 Euro belief sich die Rechnung.

Die Ordnungsbehörden unterscheiden zwischen solchen Straftatbeständen sowie Fällen wie den entsorgten Lauben oder sogenanntem „Littering, welches die achtlose Verschmutzung öffentlicher Flächen, meist durch achtloses Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfällen –angefangen von der Zigarettenkippe über Hundekot bis hin zu Getränkeverpackungen“ bezeichne. Spektakulär seien aber immer wieder Fälle in denen leerstehende Gebäude bis unter die Decke mit Müll gefüllt werden. „Dabei findet man praktisch alles was Haushalt und Gewerbe hergeben. Das kann auch ein Familienfotoalbum sein“, weiß Manzke. „Es werden auch Sachen illegal weggeschmissen, die die Leute umsonst in ihrer Hausmüll- oder Biotonne entsorgen dürften.“ So sei die Entsorgung auch von Sperrmüll und Baumschnitt in den Abfallgebühren enthalten. Die Entsorgung einer Tonne Bauschutt kostet auf den Altstoffhöfen in Sagard oder Samtens zwischen 7,50 und 13,50 Euro. Wer einen solchen Umweltfrevel beobachtet hat oder Gegenstände wiedererkennt, wird gebeten, seine Hinweise an die Naturschutzbehörde des Landkreises unter 03831-357-3155 zu melden.

Uwe Driest

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