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Rügen Im Ostseebad donnerten Bratpfannen auf Wikinger-Helme
Vorpommern Rügen Im Ostseebad donnerten Bratpfannen auf Wikinger-Helme
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13:37 02.09.2019
Für waschechte Wikinger: Philipp Küstern und Dennis Trost spielen „Bankklatschen“. Gewonnen hat derjenige, der sein Gleichgewicht auf dem dünnen Holzbalken halten kann. Quelle: Christine Zillmer
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Göhren

Die Wikinger sind los. Wild und urig kampierten nach Wikingerart ausgestattete Männer mit ihren Frauen und Kindern am Strand von Göhren. In authentischer Kleidung und dem damaligen Leben angepasst, feierte die Gemeinschaft in ihrer eigenen Zeltstadt direkt an der Ostsee bis in die späten Abendstunden beim zweiten Wikingerstrandfest.

Das Fest versetzte zahlreiche Besucher ins Staunen. Mit Livemusik und Schaukämpfen sorgten die Wikingerburschen für Unterhaltung. Am Ende brachte das weibliche Duo „Duo Lunatix“ mit ihrer Feuershow ordentliche Hitze mit. Philipp Küstern (31) aus Sternburg haute seinem Kollegen Dennis Trost (40) von der Bank. „Wir machen Bankklatschen“, sagt er. Dabei säßen beide Wikinger auf einem schmalen Holzbrett. Im Wechsel dürfte einer von Beiden dem anderen auf die geschützten Ohren hauen, um ihn damit von der Bank zu schupsen. Sieger ist derjenige, der als erstes die nötige Balance hielte. Philipp Küstern gehört dem Stamm der Huskarlana an und huldigt seinem Hobby, so oft wie es die freie Zeit zulässt.

„Ohne Playstation und Computer

So wie Andreas Ulrich (41) aus Brandenburg. „Es ist einfach wunderbar, sein Zeltlager direkt am Strand aufzuschlagen. Ich gehe morgens raus und bin sofort an der Ostsee.“ Das sei sehr reizvoll und helfe beim Abschalten vom Alltag. Er arbeitet für die Deutsche Bahn. Als Wikinger-Fan nutzt er nun die Zeit, um Handy und das normale Leben für einen Augenblick zu vergessen. „Wir versuchen hier traditionell zu leben. Die Kochstellen werden mit Feuer geheizt, die Suppe in den schweren Töpfen erhitzt und die Kinder können einfach nur Kinder sein – ohne Playstation oder Computer“, sagt der Mann.

Die Ausstattung der Zeltstadt wurde von jedem einzelnen Teilnehmer selbst hergestellt oder gebraucht gekauft. Dabei hält er einen Eisenhelm in der Hand, der das Gesicht mit schweren Ketten beim Kampf schützen soll. „Ich selbst mache bei den Schaukämpfen mit und trainiere auch dafür. Die Schwerter sind schwer und nicht so leicht zu händeln“, so Andreas Ulrich. Für ihn sei es wichtig, dass seine Gegner geübte Kämpfer sind. Denn wenn so ein Schwert auf der Haut landet und nicht auf dem schützenden Ketten- oder Lederpanzern, könne das schon mal sehr wehtun.

Das Fest versetzte zahlreiche Besucher ins Staunen. Mit Livemusik und Schaukämpfen sorgten die Wikingerburschen für Unterhaltung. Am Ende brachte das weibliche Duo „Duo Lunatix“ mit ihrer Feuershow ordentliche Hitze mit.

Musik aus dem Wikingerhorn

Für Heike Sommer und ihren Mann Matthias war das Wikingerstrandfest ein Riesenspaß. „Wir sind im letzten Jahr auf das Fest aufmerksam geworden und jetzt mit unserer eigenen Wikingerkleidung angereist. Das Paar ist auf einigen Veranstaltungen dieser Art unterwegs. „An diesem Wochenende genießen wir das gute Wetter und den Kult um diesen oft unterrepräsentierten Stamm“, sagt Heike Sommer (42). Die Beiden werden auch im nächsten Jahr sicher von Münchberg bei Hof (Bayern) nach Rügen kommen, um das bunte Treiben zu begleiten.

Nicht zu überhören an den zahlreichen Marktständen war Ines Kraft (54) aus Gützkow. „Mein Mann und ich sind extra für das Wikingerfest angereist.“ Mit den Klängen eines weiß-schwarz gemusterten Wikingerhorns begeisterte sie lautstark die Zuschauer. Der handgemachte mittelalterliche Bierkrug würde somit den ein oder anderen Abnehmer finden. „Ich habe so einen Spaß beim Verkauf zu unterstützen. Mein Mann und ich genießen die Atmosphäre und freuen uns über unsere eigenen Kostüme“, sagt Ines Kraft.

Trommelwirbel und Dudelsack

Viel Applaus erntete die Gruppe „Heidenlärm“, die immer wieder mit Dudelsackklängen und ordentlich Trommelwirbel für Stimmung sorgten. Nach einer vom Publikum eingeforderten Zugabe bereitete sich das Feuerduo auf der Bühne vor. Mystisch, mit viel Gefühl und stimmungsvoller Musik, wurde auf der Bühne mit dem Feuer gespielt und die Nacht erhellt. Die Wikinger hatten das Fest und deren Besucher in Göhren voll im Griff und werden auch im nächsten Jahr sicher wiederkommen.

Von Christine Zillmer

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