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Rügen Im Tierheim bröckelt der Putz
Vorpommern Rügen Im Tierheim bröckelt der Putz
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08:29 20.10.2018
Leiterin Heike Stock und Pfleger Mirko Schmidt mit Bine (3 Monate) und Anny (16 Jahre). Zwinger und Baracke im Hintergrund müssten dringend abgerissen oder saniert werden. Quelle: Uwe Driest
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Bergen

In den kommenden Monaten könnte es frisch werden für die Bewohner der Tiernotstation. Die drei Baracken, in denen die derzeit zehn Hunde und 86 Katzen leben, sind in die Jahre gekommen. Der Putz bröckelt, Fenster und Türen sind undicht und die Heizung habe ihren Namen auch nicht wirklich verdient, sagt Heike Stock. Manche Fenster ließen sich nicht mehr öffnen, um zu lüften, andere nicht mehr schließen, um keine Wärme entweichen zu lassen. „Die eleganteste Lösung wäre eigentlich ein Neubau“, sagt die Leiterin der Tilzower Einrichtung. „Dann könnten wir statt der drei Baracken ein schönes Katzen- und Hundehaus bauen. Auch eine Quarantänestation, ein Behandlungsraum für einen Tierarzt und eine Unterkunft für Kleinsttiere. Wellensittich, Meerschweinchen und Co leben in improvisierten Gehegen, die „auf keinen Fall artgerecht“ seien. „Weil auch der Zaun um das Gelände nicht dicht ist, können wir die Hunde, die sich untereinander verstehen, nur auf einem separaten Gelände frei laufen lassen.“ Für weniger als eine Million Euro wäre ein Neubau aber bestimmt nicht zu haben, glaubt Heike Stock.

Deswegen soll das Rügener Tierheim vorerst Schritt für Schritt saniert werden. Begonnen wurde nun mit der Zuwegung und einem neuen, vielleicht sechs Meter langen Tor. Das sollte eigentlich schon zur Jahresmitte fertig sein, sagt Heike Stock. Jetzt sei zwar alles fertig, aber die Mitarbeiter des Tierheims nutzen noch immer die alte Zufahrt. „Wir Frauen bekommen das schwere Tor nicht allein auf und es wurde erst eine Fernbedienung geliefert.“ Dabei hätte sie die Zufahrt unter Tierschutzgesichtspunkten ohnehin nicht die höchste Priorität gehabt. Grund dafür sei möglicherweise ein Konflikt über das Wegerecht auf der bestehenden Zufahrt gewesen sein.

Für die Sanierung der drei Baracken wurde im Bergener Bauamt überschlägig ein Aufwand von rund 700 000 Euro angenommen. An Geld aber fehlt es dem Tierheim und auch die Stadt Bergen als Eigentümerin des Grundstücks kann die Aufgabe nicht allein stemmen. Hinzu kommt, dass der Verein „Aktion Tier – Menschen für Tiere“, der die Einrichtung seit 1996 mit jährlich 60 000 Euro unterstützt hatte, sich zurückzog, als sie zunehmend baufälliger wurde. „Tierschutz ist eine Pflichtaufgabe von Kommunen, die der Verein verständlicherweise nicht erfüllen möchte“, erklärt Heike Stock.

Aus diesem Grund besteht ein Abkommen zwischen der Tiernotstation und den Gemeinden der Insel. Danach zahlen die Kommunen eine Pro-Kopf-Pauschale an das Tierheim, das sich im Gegenzug für die gesamte Insel zuständig erklärt. Die Deckungslücke, die durch den Rückzug von „Tiere in Not“ entstand, soll nun durch eine Erhöhung der Pauschale von bisher 2,10 auf künftig drei Euro erhöht werden. Bei angenommenen 65 000 Einwohnern der Insel kämen so knapp 200 000 Euro zusammen, um die laufenden Kosten zu decken. Verhandlungen darüber laufen derzeit und die Gemeinde Binz sowie das Amt Mönchgut-Granitz stimmten der Regelung bereits zu. „Sollte sich eine Gemeinde mit der Regelung nicht anfreunden können, müsste sie sich um die Tierschutzfrage selber kümmern“, erläutert Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos).

Bliebe noch der Finanzbedarf für die Sanierung. Dafür soll künftig ein zusätzlicher Obolus von weiteren zwei Euro pro Einwohner und Jahr fällig werden. So kämen weitere 130 000 Euro zusammen. Um die Sanierungskosten zu stemmen, müsste diese zusätzliche Belastung weitere fünf bis sechs Jahre erhoben werden. Soweit aber ist es noch nicht. Im kommenden Jahr zunächst weitere 100 000 Euro verbaut werden, heißt es aus dem Rathaus. So müssen die Insassen des Tierheims in Tilzow die Zustände noch eine Weile erdulden. Und das werden nicht weniger. „Das Tierheim ist voll“, sagt Heike Stock. „Jüngere Hunde werden recht schnell vermittelt, aber alte und kranke Tiere bleiben oftmals bis zum Ende hier. Wir entwickeln uns langsam zum Gnadenhof“, sagt sie. „Manche Katzen sind seit mehr als zehn Jahren hier.“

Uwe

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