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Rügen Immer schlimmer: Nächste Sperrung bedroht Unternehmen
Vorpommern Rügen Immer schlimmer: Nächste Sperrung bedroht Unternehmen
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00:00 21.03.2015
Für die Laster bleibt die schmale Stralsunder Straße. Wird diese dicht gemacht, bekommen die Gewerbebetriebe in Rambin Probleme. Quelle: Levermann
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Rambin

Kommt es in Rambin jetzt richtig dicke? Zu der eh schon Anwohner und Autofahrer nervenden Dauerbaustelle an der Ortsdurchfahrt mit den Megastaus soll noch die Sperrung der Stralsunder Straße hinzukommen. Das ist eine schmale Zufahrt zwischen der B 96 und dem Dorf. Für die Anwohner von Rambin könnte das eigentlich eine gute Nachricht sein: Dann würden Autofahrer den Stau an der Baustelle auf der B 96 nicht mehr durch die schmalen Dorfstraßen umfahren können. Die schlechte Nachricht allerdings: Die Anwohner müssten sich selbst durch den Stau quälen, um nach Hause zu kommen.

Eine Katastrophe indes wäre die Sperrung für Gewerbebetriebe und die Landwirtschaft, die auf eine Durchfahrt in der Stralsunder Straße angewiesen sind.

In der Stralsunder Straße will der „Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen“ (Zwar) auf der Länge von 320 Metern die marode Trinkwasserleitung durch eine neue ersetzen. Vor Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG am Freitag morgen stand fest: Am Montag beginnen die Arbeiten. Die Straße, sagte Zwar- Sprecher Reinhard Litty, werde für den Verkehr erst teilweise und später ganz bis zum 30. Mai für den Verkehr gesperrt.

„Wir wissen von einer Sperrung nichts“, ärgerte sich Geschäftsführer Horst Jedlitschka von der Recyclingfirma Lotra aus Rambin-Rothenkirchen. „Wie sollen wir dann mit den schweren Lkw zu unserem Brecherwerk und dem Baustofflager kommen?“ Die Fahrt von der anderen Seite durchs Dorf sei für Laster verboten. Und Dr. Manfred Möller von der Agrar-Produktions- und, Vertriebsgemeinschaft (APV) setzte nach: „Überhaupt nichts ist mit uns abgesprochen. Keine Ahnung, wie das funktionieren soll.“ Seine Leute müssten mit schwerem landwirtschaftlichem Gerät die Betriebsflächen und Felder erreichen.

Die Aufregung kam auch den Verantwortlichen zu Ohren. Und so wurde gestern Nachmittag wieder zurückgerudert: Vorerst soll es für die Trinkwasserleitung auf der Stralsunder Straße in Rambin keine Baustelle geben. Und somit auch keine Sperrung, hieß es. Das liege an der so genannten verkehrsrechtlichen Anordnung. Für diese sei eigentlich der Landkreis Vorpommern-Rügen zuständig, weil es sich bei der Ortszufahrt um eine Gemeindestraße handele. Beim Landkreis hob man die Hände. „Nein, der Landkreis macht das in diesem Fall nicht“, sagte Kreissprecher Olaf Manzke. „Der Bau der Trinkwasserleitung steht im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen an der B 96, und dafür ist der Bund Baulastträger“. Also die Deges, die für Bund und Länder Infrastrukturprojekte entwickelt wie die Rügenbrücke, die B 96n und den Radweg entlang der alten Bundesstraße. Mithin, sagte Manzke, sei das Straßenbauamt Stralsund für die Genehmigung zur Sperrung zuständig.

Dieses hatte die verkehrsrechtliche Anordnung auf Antrag des Bauunternehmens tatsächlich schon erteilt, aber just zum Zeitpunkt der Anfrage durch die OZ wieder zurückgezogen. „Wir haben festgestellt, dass wir nicht zuständig sind“, hieß es beim Straßenbauamt plötzlich. Für die Gemeindestraße sei auf jeden Fall der Landkreis zuständig. Außerdem habe nicht die Deges den Antrag zum Bau gestellt, sondern das vom Zwar beauftragte Unternehmen. Der Landkreis dazu: „Wir werden die Möglichkeiten prüfen; das macht bei uns die Sperrkommission.“ Allerdings benötige der Landkreis einen entsprechenden Antrag.

Anders sieht man die Zuständigkeit beim Zwar. Geschäftsführer Axel Rödiger zur OZ: „Hauptauftraggeber für die Baumaßnahme auf der Stralsunder Straße ist die Deges.“ Diese sei Herr des Verfahrens und bestimme auch, wann gesperrt und gebaut werde. Das weist Deges-Manager Joachim Rascher energisch zurück: „Wir haben für den Bau der Trinkwasserleitung in der Stralsunder Straße keinen Auftrag erteilt und deshalb gibt es von uns auch keine Anträge zur Straßensperrung.“ Fortsetzung folgt...

Unbegreifliches Verwirrspiel
Bundesfinanzminister Schäuble und sein griechischer Amtskollege Varoufakis fanden im Streit um die Schuldenkrise von Hellas einen gemeinsamen Nenner: „Wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sind“. Das scheint auch die gemeinsame Auffassung des Wasserzweckverbands (Zwar) und der Deges beim Bau einer Trinkwasserleitung und der damit erforderlichen Straßensperrung zu sein. Dabei ist es sinnvoll, diese Arbeiten im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen auf der B 96 zu erledigen. Sinnvoll auch, dass der Zwar jene Firma beauftragt hat, die schon die Leitungen unter dem neuen Radweg an der B 96 verlegt. Das spart Kosten und Zeit. Völlig unverständlich bleibt, dass sich niemand dazu berufen fühlte, die Gewerbebetriebe mit ihrem unverzichtbaren Lkw- Verkehr in den Prozess einzubinden. Und die Unklarheit zwischen Landkreis und Straßenbauamt über Genehmigung einer Straßensperrung — wer soll das begreifen?



Frank Levermann

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