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Rügen In Altenkirchen verschwinden auf seltsame Weise Bäume
Vorpommern Rügen In Altenkirchen verschwinden auf seltsame Weise Bäume
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11:50 14.06.2019
Lars Fischer (46) kniet vor einem von vier abgesägten Bäumen auf seinem Grundstück in Altenkirchen. Quelle: Mathias Otto
Altenkirchen

Wenn der Hallenser Lars Fischer nach Altenkirchen fährt, möchte er in seinem Haus und auf seinem Grundstück entspannen. Doch die Freude ist ihm vergangen. Vier Bäume sind hier auf merkwürdige Weise verschwunden. Wer dafür verantwortlich ist und was mit dem abgesägten Holz passiert ist – darüber rätselt der 46-Jährige bis heute.

„Das Einzige, was ich möchte, ist Klarheit darüber, warum die Fällungen auf meinem Grundstück geschehen sind. Ich will hier in friedlicher Nachbarschaft leben, wie jeder andere auch“, sagt er. Das Amt Nord-Rügen und die Feuerwehr weisen die Schuld von sich, die Bäume gefällt zu haben.

Strafanzeige gegen Unbekannt

Alles fing vor Jahren damit an, als zwei Birken zwischen seinen Besuchen auf Rügen verschwanden. „Diese Bäume wurden nach Aussagen der direkten Nachbarin Opfer eines Sturmes und mussten in einer Nacht angeblich gefällt werden“, so Fischer. Er war zwar verwundert, lies es aber auf sich beruhen und dachte, diese Baumfällaktion werde seine Richtigkeit haben. Ein paar Jahre später verschwand eine Kiefer auf dem Grundstück. „Der Baum und auch das Holz waren, wie zuvor das der Birken, einfach weg. Niemand wollte etwas gesehen oder gehört haben“, so Lars Fischer. Der letzte Baum wurde dann am 18. April 2015 in seiner Abwesenheit gefällt.

Der Mann aus Halle wurde danach aktiv und stellte im selben Jahr Strafanzeige gegen Unbekannt. Nach eigenen Recherchen wurden ihm dann Fotos gezeigt, auf denen Feuerwehrleute auf seinem Grundstück und eine am Baum angelegte Leiter zu sehen sind. Er hakte bei der Gemeinde, bei der Feuerwehr und beim Amt Nord-Rügen nach. „Ich möchte wissen, ob die Feuerwehr jemals auf meinem Grundstück war. Und wenn ja, was sie dort tat. Es gab aber keine Antwort trotz vorliegender Beweisbilder, die Feuerwehrleute zeigen“, sagt er.

Amt hat Abnahme nicht genehmigt oder beauftragt

Dass sich die Altenkirchener Feuerwehr im April 2015 auf dem Grundstück von Lars Fischer aufhielt, um dort einen Baum zu fällen, kann der Wehrführer Dirk Schröder nicht bestätigen. „Ich bin seit dem 13. Dezember 2012 Wehrführer. Seitdem waren die Mitglieder dieser Feuerwehr nicht ein einziges Mal auf dem Grundstück von Herrn Fischer“, sagt Dirk Schröder auf OZ-Anfrage. Bürgermeisterin Jutta Sill (CDU) lehnte indes ein Gespräch mit der OZ ab und verwies auf das Amt Nord-Rügen.

Hier ist der Fall der verschwundenen Bäume in Altenkirchen bekannt. Laut der Leitenden Verwaltungsbeamtin Gabriela von der Aa hat das Amt die Fällungen der Bäume nicht veranlasst. Das Amt Nord-Rügen werde in der Regel dann tätig, wenn der Eigentümer selbst Bäume fällen lassen möchte. „Dann würden wir dies prüfen lassen und die Genehmigung dafür erteilen. Hier lief es aber anders“, sagt sie.

Der letzte Schriftverkehr mit Lars Fischer erfolgte Anfang des Jahres. „Wir haben alles überprüfen lassen und ihm danach mitgeteilt, dass die Feuerwehr aus Altenkirchen am 18. April 2015 keinen Einsatz auf seinem Grundstück hatte. Das Amt Nord-Rügen hat die Abnahme der Kiefer ebenfalls nicht genehmigt oder beauftragt“, sagt sie. Zudem seien Beweisbilder nicht in vollem Umfang für weitere Ermittlungen vorgelegt worden.

„Habe nach anderen Wegen suchen müssen“

Da der Fall bisher nicht geklärt ist, schlägt sie vor, dass der Mann zivilrechtliche Schritte einleiten soll. „Wir sind keine Ermittlungsbehörde. Wenn er Fotos hat, worauf zu sehen ist, wer die Bäume abgesägt hat, ist dies ein Fall für die Polizei“, so Gabriela von der Aa.

Da Lars Fischer auf den Fotos eindeutig Feuerwehrleute auf seinem Grundstück erkennt, bleibt er bei der Meinung, dass sie die Bäume gefällt haben. Der Wehrführer habe ihn über Facebook geschrieben, dass es seine Feuerwehr war, er die Leute auf dem Bild erkenne aber nicht weiß, wann es war. „Ich habe angeboten, man möge zu einer sachlichen und wahrheitsgemäßen Klärung kommen. So weit ist es nicht gekommen, also habe ich am Ende nach anderen Wegen suchen müssen“, sagt Lars Fischer. Er erstattete im Mai gegen die Bürgermeisterin als Dienstherrin der Feuerwehr Strafanzeige. „Das war für mich unnötig, aber was sollte ich denn noch machen, um zu einer Klärung zu kommen. Denn selbst mit Beweisbildern will man Fehler nicht zugeben und für einen Schaden einstehen“, so Lars Fischer.

Mathias Otto

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