Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Paten gesucht: Rügens erste Mitfahrbänke sind da
Vorpommern Rügen

In Putbus sind Rügens erste Mitfahrbänke aufgesetllt worden

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:52 27.12.2019
Eine Mitfahrbank ist am Putbusser Markt direkt an der Alleestraße aufgestellt worden.  Quelle: Chris Herold
Anzeige
Putbus

Knapp zwei Jahre hat’s gedauert, aber rechtzeitig vor Jahresende haben es die Putbusser geschafft. In der Stadt und in einigen Ortsteilen stehen die sogenannten Mitfahrbänke. Die sollen die Einwohner der Kommune trotz eines ausgedünnten Nahverkehrsangebotes mobiler machen. Und so geht’s: Schild mit dem gewünschten Fahrtziel ausklappen, auf der Bank Platz nehmen und auf den Autofahrer warten, der anhält und zum Einsteigen bittet. So sieht „Trampen 2.0“ aus.

Eventuelle Schäden melden oder selbst beheben

Das Projekt ist umgesetzt, aber rundum glücklich sind die Initiatoren erst, wenn sich Paten für die Mitfahrbänke finden. Um die sollten sie sich in ihrer Nachbarschaft kümmern, eventuelle Schäden der Stadtverwaltung melden oder kleinere möglicherweise selbst beheben. Wer Interesse daran hat, kann sich ab sofort bei Detlef Brochhaus unter der Telefonnummer 03 83 01/88 88 42 melden.

Anzeige

Wreechen bekommt auch eine Bank

Derzeit sind Bänke an insgesamt 16 Standorten aufgestellt worden. Drei sind es in Putbus selbst – am Markt, am Circus und an der Tankstelle. Weitere finden sich in den Ortsteilen Groß-Stresow, Nadelitz, Vilmnitz, Lonvitz/Beuchow, Posewald, Pastitz, Ketelshagen, Güstelitz, Kasnevitz, Krakvitz, Strachtitz, Lauterbach und schließlich Neuendorf. Eine weitere Bank soll in Wreechen hinzukommen. „An dem Platz, an dem sie eigentlich aufgestellt werden sollte, ist es nicht möglich. Nun läuft eine Anfrage bei einem Eigentümer, der noch nicht geantwortet hat, ob die Bank dann am Ortsausgang Richtung Putbus auf seinem Grundstück aufgestellt werden kann“, macht Julia Präkel deutlich.

Anstoß kam von Jugendlichen

Die hatte Anfang 2018 als Vorsitzende und im Namen der CDU-Fraktion das Thema „Mitfahrbank“ mit einem entsprechenden Antrag in der Stadtvertretung angeschoben – und durchweg Zustimmung geerntet. Den Anstoß dazu hatten ursprünglich zwei Jugendliche gegeben. „Die damaligen Elftklässler aus Putbus waren im Dezember 2017 bei unserer Fraktionssitzung dabei und hatten deutlich gemacht, dass es für sie ohne eigenes Auto schwierig ist, von Putbus aus kurzfristig in andere Orte auf der Insel zu gelangen, weil das Angebot des Nahverkehrs in manchen Ecken der Insel doch sehr ausgedünnt ist“, erinnert sich Präkel.

Hoffen auf Mitstreiter in anderen Orten

Die Putbusser hoffen bei ihrem Projekt, das für jüngere und ältere Erwachsene, aber nicht für Kinder gedacht ist, auf Mitstreiter in anderen Orten der Insel. So sollten idealerweise und beispielsweise auch in Bergen oder Garz solche Bänke aufgestellt werden, damit die „Tramper“ auch wieder zurückkommen. Versicherungstechnisch ist eine Mitfahrbank übrigens unkompliziert. Der Mitfahrer ist über die Kfz-Versicherung des Fahrers versichert.

Von Chris Herold