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Rügen In Vorpommern werden die Wanderschuhe geschnürt
Vorpommern Rügen In Vorpommern werden die Wanderschuhe geschnürt
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16:15 27.03.2019
Dörte Uloth bietet die Wanderung „Geheimnisse hinter dem Mönchgraben“ an. Quelle: Mathias Otto
Vorpommern

Wenn Dörthe Uloth ihre Schuhe mit den dicken Sohlen aus dem Regal nimmt, hat sie bereits viele Ideen gesammelt, wie sie den Teilnehmern das Wandern schmackhaft machen möchte. In ihrem Rucksack befinden sich viele Utensilien, wie Zeichnungen, Fotos, Karten – und Steinwerkzeuge aus längst vergangener Zeit. „Geheimnisse hinter dem Mönchgraben“ nennt sie ihre Tour. Diese ist eine von knapp 60 Wanderungen, die auf der Insel Rügen während des 7. Wanderfrühlings vom 5. bis 14. April angeboten werden. Aber nicht nur hier. Im gesamten Vorpommern-Gebiet wird sich im April an der frischen Luft bewegt. Dazu hat das Umweltbüro Nord einen Wanderführer erstellt.

Bewegung und Anschauungsmaterial

Durch die Natur wandern, ohne zu erkunden, was links und rechts des Pfades zu entdecken ist, kommt für Dörthe Uloth nicht infrage. Das, was sie weiß, gibt sie gerne ihren Gästen weiter. Und sie weiß, wovon sie redet. Die 75-Jährige ist in Baabe aufgewachsen und kennt das Gebiet hinter dem Mönchgraben wie ihre Westentasche. Schon als Kind war sie hier oft in der Natur unterwegs. Heute trifft sie sich regelmäßig mit Archäologen, um sich beispielsweise über Funde am Selliner See auszutauschen. „Das ganze Wissen fließt in meine Wanderung ein. Ich vermische sie mit viel Bewegung und Anschauungsmaterial“, sagt sie.

„Wir finden hier eine fantastische Landschaft vor, in der die damaligen Steinzeitmenschen lebten und arbeiteten“, sagt Dörthe Uloth. Ein genaues Bild bekommen die Wanderer, wenn sie ihre Plastikbox öffnet – Steine in verschiedenen Formen und Größen kommen zum Vorschein. „Das waren die Werkzeuge, die in der Zeit zwischen 4200 und 3800 vor Christus hier eingesetzt wurden“, erklärt sie. Darunter ein Scheibenbeil, mit dem die Steinzeitmenschen Felle von Wildtieren sowie Fischhaut vom Körper getrennt hatten. Sie hat unter anderem auch Abwurfstanden vom Rentier dabei. Dies haben die Menschen damals benutzt, um sich daraus ein Fischfanggerät zu basteln, einen sogenannten Aalstecher.

Verschiedene Schwierigkeitsgrade

Wenn sie mit der Gruppe zu einem ihrer Wander-Höhepunkte geht – das Herzogsgrab in der Baaber Heide – erzählt die Wanderführerin viel über die Mönchguter Flora und Fauna. Hier kommt ihre damalige Arbeit als pädagogische Mitarbeiterin im Rostocker Zoo zugute. Wenn Kinder bei den Wanderungen dabei sind, gibt sie ihnen gerne kleine Aufgaben, zum Beispiel Binsengewächse zu suchen. „Daraus flechten wir dann gemeinsam einen Zopf“, sagt sie.

Knapp acht Kilometer lang ist ihre Strecke und gilt damit als familienfreundlich und wird als leicht eingestuft. Es gibt auch während des Wanderfrühlings Routen für ausdauernde Wanderer. Etwa die „Rangerführung zum Göhrener Nordperd“ am 9. April. Diese dauert drei Stunden. Anspruchsvoller wird es bei der Tour „Zwischen Ostsee und Bodden“ am 7. April. Von Binz aus führt den Wanderern der Weg in Richtung Süden. Die Tourismuszentrale Rügen (TZR) hat diese 25 Kilometer lange Wanderung als schwierig eingestuft. „Der Wanderfrühling wird mehr und mehr zum Reiseanlass für Gäste genommen. Dieses Jahr ist er thematisch mit der Jahreskampagne ,Inselbaukunst’ verbunden, die Veranstaltungen sind also teils von architektonischem Charakter“, sagt Gudrun Krüger von der TZR. Die Auftaktveranstaltung am 5. April von 10.30 bis 16.30 Uhr richtet die Kurverwaltung vom Ostseebad Binz aus. Diese und dreht sich rund um die Hyparschalbauten von Ulrich Müther („Von Ort zu Ort, von Schale zu Schale“). Gestartet wird am Binzer Haus des Gastes. Die Wanderer schauen sich den Mütherturm an und wandern durch die Granitz zum Cliff-Hotel, dessen Schwimmhalle ein ganz besonderes Dach ziert. Von Baabe geht es mit dem Rasenden Roland zurück nach Binz, zur „Wiege“ von Müthers Hyparschalen.

Neue Wanderbroschüre

Auch die anderen Regionen Vorpommerns sind im Frühling auf Wandern eingestellt. Das Umweltbüro Nord hat dazu eine Wanderbroschüre drucken lassen. „Mich hat es immer schon geärgert, dass so viele Wander- und Radtouren an einem Autoparkplatz beginnen. Was – wenn man die Blechkiste am Wochenende mal stehen lassen will oder gar nicht erst eine besitzt? Deshalb ist das Anliegen dieser Broschüre, Touren vorzustellen, die mit dem öffentlichen Nahverkehr zu bewältigen sind“, sagt Christa Budde vom Umweltbüro. Etwa die vier Kilometer lange WanderungBad Sülze und Moor“. Hier steigen die Teilnehmer in Bad Sülze an der Haltestelle Krähenberg aus und begeben sich über den Krähenberg hinunter bis zur Recknitz und dort entlang. „Hier ist es schattig, und der Verkehr wird immer leiser, je weiter Sie gehen. Eine Bank lädt bei der ersten Schautafel zum Blick über das Recknitztalmoor ein“, sagt Christa Budde. Bald soll nur das Rauschen des Schilfs zu hören sein. Endstation ist die Haltestelle „Scheunenviertel“. Hier fährt der Bus nach Stralsund, Grimmen und Ribnitz-Damgarten.

Sportlicher ist die Strecke Grimmen, Hohenwieden, Grimmen. Diese ist 28 Kilometer lang, aber mit ausreichend Stationen wie das Naturbad, das Jazz-Café oder das Jagdschloss Quitzin. Start und Ziel ist der Bahnhof in Grimmen. Die Wanderung weiter östlich bei Brandshagen nennt Christa Budde „Spaziergang durch Dorf und Urwald mit Kormorankolonie“. Auf dem 6,5 Kilometer langen Pfad kommen die Wanderer am „Gästehaus Niederhof“ sowie an uralten Wildkirschen, knorrigen Eichen und mächtigen Buchen vorbei – bis hin zur Badestelle. Start und Ziel ist hier die Bushaltestelle Abzweig Niederhof. 

Moderne Schatzsuche

Auf der Insel Usedom gibt es das sogenannte Geocaching – eine moderne Schatzsuche nach GPS-Koordinaten. Hier erfahren Naturfreunde wissenswertes und historisches über das Kaiserbad, lösen dabei Aufgaben und finden den „Cache“. Anmelden können sich Wanderer unter 0160 5875320. Die nächsten Touren starten am 29. März und am 5. April, jeweils um 10.30 Uhr. Unter dem Titel „Sportliche Klimawanderung“ wird auf der Insel ein 5,5 Kilometer langes Ausdauertraining am Strand betitelt. Nächster Treff ist am 8. April um 10.30 Uhr. (Infos: 0160 5875320)

Alle 60 Veranstaltungen des 7. Wanderfrühlings auf Rügen können die Teilnehmer auf der Internetseite www.ruegen.de einsehen. Die Broschüre „Genusstouren in Nordvorpommern“ kann man auf der Internetseite des Naturschutzbundes Stralsund herunterladen: www.nabu-stralsund.de

Mathias Otto

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