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Rügen Interview: Ist Binz noch bezahlbar, Herr Bürgermeister?
Vorpommern Rügen Interview: Ist Binz noch bezahlbar, Herr Bürgermeister?
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08:00 14.09.2019
Karsten Schneider, Bürgermeister von Binz, hier im Ortsteil Prora. Quelle: Alexander Loew
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Binz

Karsten Schneider (parteilos) ist seit 2011 Bürgermeister in Binz und hat im Amt hautnah den starken Anstieg der Immobilienpreise vor allem an der Promenade miterlebt. Mit gemischten Gefühlen, wie er im OZ-Interview bestätigt.

Herr Schneider, zu Ihrem Amtsantritt vor sieben Jahren, waren Quadratmeterpreise von 10 000 Euro in der Villa Strandschloss nahe der Seebrücke eine Sensation. Jetzt wird die Dachgeschosswohnung in der neuen Villa Rheingold für 17 000 Euro pro Quadratmeter angeboten. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Zwiegespalten. Zum einen zeigt dieser Preissprung, wie attraktiv unser Ort wahrgenommen wird, wenn so viele Menschen hier etwas kaufen wollen. Alle Häuser an der Promenade haben ja eine enorme Wertsteigerung erfahren …

... und andererseits …?

… bereitet mir das Ganze natürlich auch Sorgen. Denn der Preisdruck in erster Reihe sorgt ja auch dafür, dass Wohnen überall im Ort teurer wird. Da versuchen wir natürlich als Gemeinde mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenzuwirken. Und auch politisch bei Eigentümern zu werben, weiter bezahlbaren Wohnraum vorzuhalten. Denn auch Angestellte in unseren Unternehmen sollen hier leben können. Wir wollen keine Sylter Verhältnisse, wo die Einheimischen nur noch einpendeln.

Binz liegt von den Preisen her noch mal ein gutes Stück über anderen attraktiven Orten an der Ostsee wie Kühlungsborn oder den Kaiserbädern auf Usedom. Woran liegt das?

Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass diese Kombination an unserer Promenade von Bucht, Wald, Architektur, Geschäften, der Möglichkeit, zu flanieren, als einmalig angesehen wird. Und es ist natürlich auch die Lage auf der wunderschönen Insel Rügen, die insgesamt so viel bietet.

Glauben Sie, die Preisschraube in Binz dreht sich weiter nach oben?

Schwer zu sagen. Geld ist günstig im Moment, in Steine zu investieren lohnt sich weiterhin. Zudem ist Deutschland ein sehr sicherer Standort. Es kann also durchaus noch ein bisschen so weitergehen, auch wenn man bei den Preisen als Normalsterblicher denkt: Jetzt muss doch eigentlich Schluss sein.

Wie bewerten Sie als Bürgermeister die Eigentumsverhältnisse in bester Binzer Lage?

Ich muss sagen, dass es aus meiner Position ganz in Ordnung ist. Die Mischung passt. Von den 65 Häusern an der Promenade sind doch etliche in Hand von Einheimischen und Menschen, die hier heimisch geworden sind, die man kennt und die hier etwas bewegen wollen. Wir haben hier zum Glück offenbar nicht die Situation, dass überall Fonds unterwegs wären, die nur spekulieren, worunter die Gesamtentwicklung leiden könnte.

Alle Beiträge zu Teil 1 der OZ-Serie „Wem gehört das Land“: Binz auf Rügen

Überblick – Binz auf Rügen: Das teuerste Pflaster an der Ostsee

Bildergalerie – Die schönen Villen an der Binzer Promenade

Video – Die Binzer Promenade aus der Luft

Porträt – Ceres-Hotel: In jedem einzelnen Zimmer stecken 350 000 Euro

Porträt – Garten-Idylle: Der Ex-Sparkassenchef und sein Leben in der Villa Haiderose

Porträt – Besitzer des „Hotel am Meer“ fing als Tiefkühlhändler an

Porträt – Manager des Hapimag-Resorts in Binz: Das ist einer unserer besten Standorte

Porträt – Die Villa Salve: Wo Kanzlerin und Staatspräsidenten einkehren

Porträt – Investor: „Die Binzer Promenade ist einzigartig in Europa

Porträt – Hutter-Hotelgruppe expandiert weltweit – aber Binz bleibt das Zentrum

Interview – Ist Binz noch bezahlbar, Herr Bürgermeister?

Von Alexander Loew

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