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Rügen Investor: „Die Binzer Promenade ist einzigartig in Europa“
Vorpommern Rügen Investor: „Die Binzer Promenade ist einzigartig in Europa“
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08:00 14.09.2019
Kurt Dreher, Investor in Binz. Quelle: privat
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Binz

Kurt Dreher weiß noch gut, wie es war, als er die Binzer Promenade zum ersten Mal sah, im Mai 1990: „Ich habe gleich das Besondere des Ortes gespürt – diese schöne Bucht, der Wald, der sie einrahmt, der feine Strand und die vielen historischen Gebäude auf kompaktem Raum“, erinnert sich der Architekt.

Für die Baufa AG, die alte Bauträgergesellschaft der DDR, kam er an die ostdeutsche Küste. Im Zuge der damaligen Privatisierungen sollte der Mann aus Osnabrück Immobilienwerte schätzen. In Binz blieb er letztlich selbst hängen, weil es ihn faszinierte. Er gründete eine eigene Projektentwicklungsfirma.

Schnell Kontakte mit Betroffenen der „Aktion Rose“ geknüpft

„Ich habe sehr schnell Kontakte geknüpft und mich für Menschen mit Altansprüchen eingesetzt, die während der ‚Aktion Rose‘ oder von der Sowjet-Regierung enteignet worden waren“, berichtet der heute 66-Jährige. Durch ganz Deutschland, aber auch nach Spanien und Polen führten ihn Reisen, um mit Alteigentümern die Rückführungen zu besprechen und sie gegenüber Behörden zu vertreten.

Einige unterstützte der Neu-Rüganer dabei, ihr Eigentum wiederzuerlangen, anderen kaufte er ihre zurückgewonnenen Häuser gleich ab. „Zwischenzeitlich hatte ich mit meiner Firma zwölf Immobilien an der Promenade“, verdeutlicht Kurt Dreher.

Auch die Villa Elfeld gehörte zu den zwölf Immobilien, die Kurt Dreher zwischenzeitlich an der Binzer Promenade besaß. Quelle: Stefan Sauer

Nicht spekulieren, sondern Gebäude entwickeln

Was ihn immer noch freut, ist ein Satz des damaligen Bürgermeisters Dieter Reinhardt, der in den 1990ern schon meinte: „Ohne Kurt Dreher wäre die Binzer Promenade nicht so schön, wie sie es jetzt ist.“ „Denn mir war wichtig, mit den Objekten nicht zu spekulieren, sondern sie so zu behandeln, dass sie entwickelt werden können“, betont der Gelobte.

So verkaufte Dreher, natürlich auch gewinnbringend, nach und nach die Häuser. Heute besitzt er noch das Alte Kino in erster Reihe.

Die Villa Salve war sein erster Fall

Das erste Haus, das er für die Alteigentümer zurückholte, daran erinnert sich der gebürtige Niedersachse noch gut, war die Villa Salve: „Aus meiner Sicht das schönste Gebäude dort, aber auch ein schwieriger Fall“, erzählt er. Denn damals war dort ein kommunaler Kindergarten untergebracht.

„Die berechtigten Interessen der Alteigentümer zu verhandeln und gleichzeitig zu kommunizieren, dass die Kinder eine andere Bleibe finden müssen, war schwer. Das führte sogar zu Morddrohungen gegen mich“, blickt der Immobilienfachmann zurück.

Heute überzeugter Binzer

Letztlich kaufte der Rüganer Harald Schewe 1992 die Villa Salve. „Die Entwicklung des Hauses danach war wirklich großartig – mit liebevoller Restaurierung ist sie zu einer der besten Adressen an der Küste geworden“, meint Dreher. Noch heute ist er dort gern zu Gast.

Aus dem Osnabrücker ist längst ein überzeugter Binzer geworden. Er wohnt selbst im Seebad, hat hier noch mal geheiratet. Zur aktuellen Entwicklung an der Prachtmeile möchte er allerdings nicht so viel sagen. „Ich bin froh, wie gut sich die Binzer Promenade entwickelt hat, aber manches läuft auch aus dem Ruder“, formuliert er zurückhaltend.

Dass die Preise mit bis zu 17 000 Euro pro Quadratmeter für Wohneigentum so viel höher liegen als sonst in Mecklenburg-Vorpommern, findet er nicht verwunderlich: „Dieses architektonische Ensemble mit dieser Natur drumherum ist ja einzigartig in ganz Europa.“

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