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Rügen Würdigung für das Ehrenamt
Vorpommern Rügen Würdigung für das Ehrenamt
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17:52 30.10.2019
Auf 120 Jahre blickt die Feuerwehr in Putbus in diesem Jahr zurück. Gefeiert wurde zünftig im Marstall, wo auch der Fahneneinmarsch nicht fehlen durfte. Quelle: Freiwillige Feuerwehr Putbus
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Putbus

Natürlich müssen 120 Jahre gefeiert werden. Diese Zahl gibt jedoch auch reichlich Anlass zur Würdigung des Ehrenamtes. Seit 1899 ist die Freiwillige Feuerwehr fester Bestandteil der Stadt Putbus. Dabei sind die Retter nicht nur bei kleinen und großen Katastrophen im Einsatz, sondern sind auch verlässlicher Partner für Veranstaltungen aller Art. Sommerfest, Kindertag oder Seniorenfest wären ohne die Feuerwehr nicht denkbar und auch jede Theatervorstellung wird durch einen Vertreter abgesichert.

Für ihre Einsätze machen sich die Männer und zwei Frauen in ihren wöchentlichen Ausbildungsstunden fit. Der Donnerstag ist in den Terminkalendern der Kameraden fest vermerkt, um die Handgriffe an den Fahrzeugen, Pumpen und Technik zu verinnerlichen. „Heute steht meist die technische Hilfeleistung im Vordergrund“, sagt Gemeindewehrführer Sebastian Götte. „Die Feuerwehr ist die schnellste Hilfe, die man bekommen kann. Im Durchschnitt fahren wir nach sechs Minuten raus.“ Baumsperren, Notfallöffnungen, Ölspuren oder Tragehilfen blinken dann auf den Einsatzgeräten der Kameraden auf.

54 Einsätze haben die Einsatzkräfte in diesem Jahr bereits absolviert und bei jedem Ruf hoffen sie, dass sich vor allem Personenschäden in Grenzen halten. Denn das lässt auch die ausgebildeten Rettungskräfte nicht unberührt. „Schwere Verkehrsunfälle bleiben in Erinnerung, oder Wohnungsbrände, wie in dem Fall, in dem die älteste Putbusserin später im Krankenhaus verstarb“, sagt Sebastian Götte.

Neben der Verarbeitung solcher Erlebnisse brauchen die Mitglieder aber auch bei Routineeinsätze stets den Rückhalt und das Verständnis ihrer Angehörigen. „Denn die Partner müssen viel zurückstecken“, meint der Gemeindewehrführer. Auch wenn er sich über 33 aktive Mitglieder freuen kann, sind Einsätze durch den Berufsalltag nicht für jeden jederzeit möglich. „Und die Mitgliedergewinnung ist schwierig. Man muss für die Sache brennen und überzeugt davon sein, braucht technisches Verständnis und muss bereit sein, Kompromisse einzugehen und Zeit zu opfern“, sagt Götte. Mit Ideenreichtum gehen die Putbusser daher an die Werbung für ihre Wehr. In der Grundschule sind die Kameraden bei den Jüngsten mit der Brandschutzerziehung präsent und machen so neugierig auf das Leben in der Feuerwehr.

Stolz sind die Kameraden auch auf ihre Jugendfeuerwehr, die derzeit 15 Mitglieder hat, hier beim Kreisausscheid der Jugendfeuerwehren. Quelle: Freiwillige Feuerwehr Putbus

Zufriedener schaut der Gemeindewehrführer jedoch auf die 15 jüngsten Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, die sich jeden Freitag eifrig auf ihre Zukunft als Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau vorbereiten. Vielen scheint das Leben mit der Feuerwehr schon in die Wiege gelegt worden zu sein. „Mein Vater war in der Feuerwehr und auch mein Sohn ist schon in der Jugendfeuerwehr“, bestätigt Gemeindewehrführer Sebastian Götte. Genauso lief es bei Familie Godglück, wo neben dem Vater längst auch die beiden Söhne fester Bestandteil der Putbusser Wehr sind. Und auch die beiden derzeit einzigen Frauen in der Gruppe sind durch den Vater oder den Bruder auf den Geschmack gekommen, sich diesem Ehrenamt zu verschreiben. „Wenn man es schon von zu Hause kennt, wächst man da automatisch rein“, meint Sebastian Götte. Feuerwehr ist für die meisten Kameraden auch ein Stück Familie.

Zur Würdigung dieser ehrenamtlichen Einsätze wurde daher im Marstall nicht nur mit den Kameraden benachbarter Wehren und aus der Partnerstadt Eutin gefeiert. Auch die Bürgermeisterin Beatrix Wilke und Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner schlossen sich den Festrednern an und würdigten die Arbeit der Ehrenamtler, wie auch deren Sponsoren und Unterstützer. Dieser Rahmen war dann auch angemessen, besondere Leistungen einzelner Mitglieder hervorzuheben.

Umgekehrt ging jedoch auch ein Dank von den Kameraden in Richtung Beatrix Wilke. „Unsere Bürgermeisterin ist wirklich ein Rückhalt für uns und steht hinter ihrer Feuerwehr“, sagt der Gemeindewehrführer. Solche Würdigung wünschen sich die Ehrenamtler auch in der Öffentlichkeit. „Das Ehrenamt muss lukrativer gestaltet werden. Denn für viele ist es selbstverständlich, dass die Feuerwehr kommt. Nur sieht niemand, wie es dahinter aussieht“, so Götte.

Von Wenke Büssow-Krämer

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