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Rügen Jugendbeirats zieht wieder ein
Vorpommern Rügen Jugendbeirats zieht wieder ein
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07:44 27.04.2018
Auch die Jugendweihe in Sassnitz wird durch den Jugendbeirat organisiert. Quelle: Andreas Pfaffe
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Sassnitz

Zwei Monate lang lag die Arbeit des Jugendbeirates brach. Jetzt kann Sebastian Kleindienst wieder nach vorne schauen. „Seit Mitte der letzten Woche sind wir wieder kräftig am einräumen und seit dieser Woche bin ich hier auch wieder im Büro“, berichtet Sebastian Kleindienst. Zum Ende Februar sah sich der Jugendbeirat gezwungen, seinen Mietvertrag für die Räume in der Straße der Jugend zu kündigen. Zwar darf das Haus mietfrei genutzt werden, für die Nebenkosten musste der Jugendbeirat aber selbst aufkommen. Vertraglich festgehalten war bisher auch, dass die Nebenkosten, die sich im Jahr auf etwa 3500 Euro belaufen, nicht aus dem Zuschuss der Stadt beglichen werden dürfen. Dies wurde in den letzten Jahren – seit 2014 ist der Jugendbeirat in den Räumen – aus Eigenmitteln oder Spenden finanziert. „Wir haben da im letzten Jahr zum Beispiel einen Preis der Ehrenamtsstiftung bekommen, der uns diese Ausgaben gesichert hat“, erklärt Kleindienst. „Aber so etwas ist eben nicht planbar. Darauf kann man sich nicht verlassen.“

Zum Jahresbeginn hat Sebastian Kleindienst bereits das Gespräch mit dem Bürgermeister gesucht. „Da wurde das Anliegen aber erst in die Ausschüsse weitergereicht. Da das bekanntlich dauern kann, haben wir unsere Sachen gepackt, bevor wir in Zahlungsschwierigkeiten kommen“, sagt Kleindienst. Nach dem das Problem nun zwei Monate durch die Ausschüsse geschoben wurde und der Verein ohne Domizil dastand, war das Thema in dieser Woche mit wenigen Sätzen in der Stadtvertretersitzung vom Tisch. „Ich habe mit dem Jugendbeirat gesprochen. Die Kündigung wurde zurückgezogen und der Jugendbeirat zieht wieder ein“, sagte da Bürgermeister Frank Kracht. Möglich macht dies nun eine kleine Abänderung im Vertrag. Sollte es finanziell enger werden, dürfen die Nebenkosten nun auch durch die kommunalen Zuschüsse beglichen werden. Lange geredet hat dafür auch Peter Kordes, der für die FDP-Fraktion in der Stadtvertretung sitzt. „Ich verstehe nicht, warum das nicht gleich möglich war. Der Jugendbeirat hat das Problem zeitig angekündigt. Da beharrte die Stadt auf ihren Vertrag. Dieses Thema gehörte nicht in die Ausschüsse. Letztendlich ist nichts weiter passiert, außer dass eine Veränderung des Vertrages zwischen Stadt und Jugendbeirat nötig war“, so Kordes.

Die Ein- und Ausräumaktion hat für den Jugendbeirat jedoch Folgen gehabt. „Als wir das Haus geräumt haben, haben wir die zum Beispiel die Einbauküche auf den Sperrmüll gegeben. Wir haben nun aber bereits eine neue Küche in Aussicht“, sagt Kleindienst. Der Jugendbeirat nutzt die noch leeren Räume für einen ausgiebigen Frühjahrsputz. An einigen Stellen wird von den Jugendlichen noch renoviert.„Es wären ja auch verschwendete Ressourcen gewesen das haus leer stehen zu lassen“, sagt Peter Kordes. „Der Jugendbeirat das Gebäude damals einwandfrei renoviert und pflegt seitdem Haus und Grundstück“, lobt er eine gut organisierte Struktur und das professionelle Agieren des Vereins. Nun beleben die Jugendlichen das Haus. „Schon am nächsten Wochenende geht es mit der Jugendweihe los“, berichtet Kleindienst. In der Planung sind die Beteiligten derzeit auch für einen Sponsorenlauf, zu dem sie zum zehnjährigen Jubiläum im Juni aufrufen wollen. Auch die Sommerferien werden bereits geplant. „Dann haben wir eine Hansetour im Programm, in der drei Hansestädte angefahren werden sollen“, so Kleindienst. Außerdem soll auch das Projekt „Um die Welt gekocht“ weitergeführt werden, in dem an Länderabende Nationalitäten auf den Teller kommen.

Büssow-Krämer Wenke

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