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Rügen Kamera läuft: Sassnitzer Schüler am Set
Vorpommern Rügen Kamera läuft: Sassnitzer Schüler am Set
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00:00 15.10.2016
„Klappe, die erste!“, sagt Emma. Lorenda setzt die Kamera in Betrieb, vor der Johanna und Jannis agieren. Die Mädchen und Jungen der Grundschule in Sassnitz drehen eine Szene für einen Film zum Thema Freundschaft. Quelle: Udo Burwitz
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Sassnitz

„Ruhe bitte! Schauspieler bereit? Kamera bereit? Und Action!“ Die Regiekommandos am Set kennt Miriam aus dem Effeff. Sie gehört zu acht Mädchen und Jungen der Nationalpark-Grundschule „Ostseeblick“ in Sassnitz, die die Schulbank gegen Kamera, Mikrophone und Mischpult eintauschten. „Und aus!“, ruft Miriam. Das Oktett hat einen Film zum Thema Freundschaft gedreht.

„Eh, ich bekomme noch 20 Euro von dir. Rück die sofort raus“, pöbelt Liam in schnoddrigem Ton seine Mitschülerin an. „Ist nicht wahr“, entgegnet Alessa. Doch beim Pöbeln bleibt es nicht. Liam schubst Alessa und stößt sie zu Boden. Zum Glück kommt eine Mitschülerin und hilft ihr auf. Die Drohung „Wir sehen uns bei der Polizei“, kommentiert Liam mit „Chill mal!“, zieht es aber vor, zu verschwinden.

Die beiden haben sich natürlich nicht wirklich in der Wolle. Der Streit ist gespielt – vor der Kamera. Das letzte Bild der Szene ist eine eingeblendete Schrifttafel, auf der steht: „Freunde stehen füreinander ein und helfen sich.“

„Das Miteinander war allen wichtig, das Thema Freundschaft für das Filmprojekt schnell gefunden“, sagt Grit Drews, die als Schulsozialarbeiterin das Projekt begleitet hat. Umgesetzt haben es die acht Mädchen und Jungen mit dem „Medientrecker“ aus Rostock. „Das ist ein offener Kanal“, erläutert Medienpädagogin Sabine Münch. Sie arbeitet beim Medientrecker, ein Filmbüro, das mobil ist. „Wir sind in ganz MV unterwegs und ermöglichen es jedermann, mit unserer Ausrüstung eigene Filme zu drehen.“ Finanziert wird der Medientrecker aus den Gebühren der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, den GEZ-Gebühren. „Seit Wochenbeginn bin ich in Sassnitz im Einsatz“, lobt Sabine Münch die jungen Filmemacher der Grundschule. „Die sprudeln nur so vor Ideen.“

Applaus, Applaus! Die Mitschüler von Miriam, Alessa und Liam klatschen. Im verdunkelten Snoezelraum haben sich die Grundschüler gestern das Machwerk der acht Filmemacher angesehen. Und sind begeistert. „Wie habt ihr überhaupt die einzelnen Szenen zu einem Film zusammenbekommen?“, will ein Drittklässler wissen.

„Gedreht haben wir mit zwei Kameras“, antwortet Alessa. Anschließend seien die Filmteile auf einen Computer übertragen worden, erläutert sie. Mittels Computer wurden die Filmabschnitte dann zusammengefügt. „Aber auch Teile rausgenommen. Das nennt sich Schneiden. Filme machen ist wie ein großes Puzzle.“ Die Puzzlearbeit sei gelungen, kündigt Grit Drews an: „Wir wollen den Film möglichst auch im sozialen Netzwerk zeigen.“

Udo Burwitz

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