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Rügen Kaum Zuschauer: Theater bettelt beim Land um Notgroschen
Vorpommern Rügen Kaum Zuschauer: Theater bettelt beim Land um Notgroschen
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02:00 15.08.2014
Die Strohpuppe, der Blechmann und Dorothy suchen auf der Bühne im Selliner Seepark nach dem Zauberer von Oz. Quelle: Chris-Marco Herold
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Stralsund

Das Theater Vorpommern, das derzeit mit den Ostseefestspielen in Sellin gastiert, hat bei der Landesregierung um eine dringende finanzielle Nothilfe in Höhe von 300 000 Euro gebeten. Dies bestätigte der Sprecher des Kultusministeriums, Henning Lipski, auf Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG. Diese Form der Unterstützung werde ihm zufolge nur gewährt, wenn damit das Überleben eines Theaters gesichert wird und es andernfalls in die Insolvenz rutschen würde.

Grund für den von Intendant Dirk Löschner beantragten Notgroschen seien die schlechten Zuschauerzahlen bei den Ostseefestspielen. In einem entsprechenden Schreiben, das Löschner an Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) geschickt hat, sei von einer Auslastung von lediglich 21 Prozent die Rede, sagte Lipski.

Kalkuliert worden war, dass von den fast 1400 Plätzen vor der mobilen Bühne, auf denen aktuell in Sellin zunächst der „Zauberer von Oz“ aufgeführt wurde und jetzt die Abrafaxe laufen, immer mindestens die Hälfte besetzt ist.

Im Ostseebad ging‘s für Letztgenannte in dieser Woche gleich mit einer Pleite los. Die ersten beiden Vorstellungen fielen wegen der Erkankung einer Hauptdarstellerin aus. „Die können wir nicht mehr nachholen“, sagt Peter Gestwa, Leiter der Spielstätte Putbus. Die Resonanz auf die Ostseefestspiele auf Rügen beschreibt er so: „Eigentlich sind wir nicht glücklich, aber es hätte schlimmer werden können.“

Insgesamt rechnete das Theater den Sommer über mit 28 000 Zuschauern während der 41 Vorstellungen. Weil diese Pläne nicht der Realität entsprechen, ist nun ein finanzielles Defizit entstanden, was das Theater nicht ausgleichen kann. Für Kultusminister Brodkorb seien die noch zaghaften Besucherzahlen nicht überraschend, sagte er. „Ein Projekt wie die Ostseefestspiele muss sich etablieren.“

Weder Löschner, noch Theatersprecher Hans-Dieter Heuer wollten sich gestern zu der Nothilfe äußern. Auch Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU), der Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Theaters Vorpommern ist, hielt sich zurück.

Einer der Gründe: Brodkorb hält für die Bühne Zuckerbrot und Peitsche parat. Die 300 000 Euro zur Verhinderung einer möglichen Insolvenz fließen erst, wenn die Theatergesellschafter, wozu neben Stralsund noch Greifswald und der Landkreis Vorpommern-Rügen zählen, eine Zielvereinbarung mit der Landesregierung zu einer Fusion mit der Theater- und Orchester GmbH (TOG) in Neubrandenburg und Neustrelitz unterschreiben. Die TOG hatte beim Land ebenfalls um eine Nothilfe gebeten, die Zielvereinbarung unterschrieben und in dieser Woche 453 000 Euro erhalten, um nicht schon vor der vom Land geforderten Fusion mit dem Theater Vorpommern zahlungsunfähig zu sein.

Die drei Gesellschafter des Theaters wollen dem Vernehmen nach zunächst den Ausgang der gemeinsamen Sitzung der Bürgerschaften von Greifswald und Stralsund am Montag abwarten. Dort sollen die vom Land beauftragten Gutachter der Unternehmensberatung Metrum ihre Vorschläge zur Fusion der TOG und des Theaters Vorpommern vorstellen, gegen die es unter den Bürgerschaftsmitgliedern der Städte große Vorbehalte gibt.

Neben dem Theater Vorpommern hat auch die Landesbühne Anklam beim Land eine Nothilfe beantragt. Für beide Häuser geht es zusammen um 650 000 Euro.

Fusion soll bis 2020 mehrere Millionen einsparen
5,8 Millionen Euro an Personalkosten könnten der vom Land beauftragten Unternehmensberatung Metrum zufolge eingespart werden, wenn sich das Theater Vorpommern und die Theater und Orchester GmbH in Neubrandenburg und Neustrelitz zu einem Staatstheater zusammenschließen.



Benjamin Fischer und Chris Marco Herold

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