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Rügen Klettern, Eislaufen und Konzerte: Investor baut für sechs Millionen Euro „Rügenhalle“ in Sellin
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Klettern, Eislaufen und Konzerte: Investor baut für sechs Millionen Euro „Rügenhalle“ in Sellin

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17:00 09.12.2019
So könnte die „Rügenhalle“ im Seepark von Sellin einmal aussehen. Quelle: Ingenieurbüro Blohm
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Sellin

Eine überregionale Multifunktionshalle für Eisbahn, Konzerte, Theater, Kletterlandschaft und Freizeitspaß soll in Sellin auf Rügen entstehen. Investor Ralf Blohm will sie bauen und Rügenhalle nennen. Der Diplom­ingenieur aus Lübeck betreibt seit diesem Winter die Selliner Eisbahn und seit 2014 die Abenteuer-Minigolfanlage in Göhren. Rund sechs Millionen Euro will der 56-Jährige in das Hallenprojekt stecken, das er in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellte – und große Begeisterung bei den Gemeindevätern auslöste.

Gemeinde wollte Halle selbst bauen

Denn die Gemeinde spielte schon vor vielen Jahren mit dem Gedanken, im Seepark eine Multifunktionshalle mit Eisbahn, Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Veranstaltungssaal, Kino oder Bowlen zu errichten. Seinerzeit schien das Vorhaben für die Gemeinde aber eine Nummer zu groß. Auch weil ihr damals das Grundstück nicht gehörte.

Doch die BAG Bankaktiengesellschaft Hamm stieß das Spaßbad Inselparadies ab und Sellin kaufte Ende 2015 die Schwimmhalle samt 45 000 Quadratmeter großem Grundstück für rund 1,4 Millionen Euro. Als die Eisbahn im Jahre 2017 überdacht wurde, um witterungsunabhängiger zu sein, aktivierte die Gemeinde die Pläne für einen neuen Gebäudekomplex für verschiedene Nutzungen im Seepark.

Veranstaltungssaal mit 800 Sitzplätzen

Die Kommune hatte das Vorhaben schließlich ausgeschrieben und Ralf Blohm meldete an, dass er die Halle allein stemmen möchte. „Das ist bemerkenswert, dass jemand privat Millionen in Freizeit investiert, und freut uns als Gemeinde, die nun finanziell nicht belastet wird“, so Bürgermeister Reinhard Liedtke. Das Grundstück wird in Erbbaupacht vergeben.

So soll die „Rügenhalle“ im Seepark von Sellin einmal aussehen. Quelle: Ingenieurbüro Blohm

Die 70 mal 50 Meter große und rund 12 Meter hohe Mehrzweckhalle wird im Winter als Eisbahn und im Sommer als Indoorhalle sowie Veranstaltungsfläche genutzt. Eislaufen können die Besucher von Dezember bis Februar auf einer 30 mal 15 Meter großen Rundbahn. Den Rest des Jahres gibt es an gleicher Stelle Freizeitflächen für Trampolin, Hüpfburg, Tischtennis oder Billard.

Bei Bedarf kann dieser Bereich zu einem Veranstaltungssaal mit bis zu 800 Sitzplätzen und mobiler, zehn mal fünf Meter großer Konzertbühne umgerüstet werden. Die Veranstaltungen sollen in Kooperation mit der Kurverwaltung organisiert werden. Weiterhin finden sich Räumlichkeiten für Sanitäranlagen, Lager, Büros sowie Bistro – mit Sitzflächen im Außenbereich zu den Teichen.

Kletterlandschaft soll Attraktion werden

Ganzjährig angeboten und eine Attraktion werden soll das Klettersystem Clip ’n’ Climb für Anfänger und Fortgeschrittene. Das Konzept stamme aus Neuseeland und gebe es in Norddeutschland noch gar nicht, erklärte Ralf Blohm. Bei verschiedenen Klettermodulen können die Nutzer in die Höhe zu gelangen, Freefall-Rutsche und Sprungturm sorgen für rasante Abstiegsmöglichkeiten. Durch das vollautomatische Sicherungssystem sei das Klettererlebnis für Kinder ab vier Jahren möglich.

Drei Millionen Euro Fördergeld einwerben

Finanziert werden soll die Halle zur Hälfte mit Fördermitteln, erklärte Ralf Blohm. Von den sechs Millionen steuert er drei Millionen Euro bei, den Rest will er über EU- und Landesmittel an Land ziehen. Dazu werden er und Bürgermeister Reinhard Liedtke Anfang nächsten Jahres ins Wirtschaftsministerium aufbrechen, um für dieses saisonverlängernde Angebot zu werben. Die Halle soll künftig partnerschaftlich und energieeffizient mit dem benachbarten Ahoi-Schwimmbad zusammenarbeiten.

„Es ist noch verdammt viel Arbeit“, weiß Ralf Blohm. Er rechnet frühestens im März 2021 mit einem Baubeginn. Ein Jahr später wäre dann die Fertigstellung. „Das ist ein hervorragendes Angebot für Kinder und würde viele Probleme lösen, weil wir mit der Halle unabhängig vom Wetter sind“, freute sich Gemeinderatsmitglied Peter Ahrend.

In Kühlungsborn wurde vor einem Jahr eine städtische Multifunktionshalle kombiniert aus Eishalle im Winter und Indoorspielhalle im Sommer eröffnet, für die Ralf Blohm den Zuschlag als Betreiber bekam. Nach der ersten Eislaufsaison im Winter kam es wegen Feuchtigkeitsschäden zum Klinsch. Blohm beklagte Baumängel und zahlte keine Pacht, die Stadt kündigte ihm. Die Halle wird nun saniert, neuer Betreiber ist die stadteigene Tourismus, Freizeit und Kultur GmbH Kühlungsborn.

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