Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Königsstuhl: Kein Bürgerentscheid, aber Votum für Treppe
Vorpommern Rügen Königsstuhl: Kein Bürgerentscheid, aber Votum für Treppe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:59 20.09.2018
Bereits im März hatten Bürger aus Lohme für den Erhalt der Treppe am Königsstuhl demonstriert. Jetzt macht sich auch die Stadt Sassnitz dafür stark und fordert wieder eine Verbindung zwischen Strand und Hochufer. Quelle: Stefan Sauer
Anzeige
Sassnitz

Über den Bau der Aussichtsplattform am Königsstuhl werden die Sassnitzer nicht abstimmen können. Wie erwartet haben die Sassnitzer Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am Dienstagabend ihren Beschluss zur Durchführung eines Bürgerentscheids aufgehoben. Der war zum einen wegen der zu geringen Anzahl von Unterschriften beim vorausgegangenen Bürgerbegehren unzulässig. In der Stadtverwaltung war man anfangs von einer niedrigeren Anzahl von Wahlberechtigten und dementsprechend weniger notwendiger Unterstützerunterschriften ausgegangen. Zum anderen hatte das Innenministerium erklärt, dass die Stadt Sassnitz aufgrund der Verträge mit der gemeinnützigen Nationalparkzentrum Königsstuhl GmbH gar nicht darüber befinden kann, was die aus WWF und Kommune bestehende Gesellschaft am Königsstuhl baut und was nicht. „Über die Mitwirkungsmöglichkeiten in der Gesellschaft hinaus hat die Stadt demzufolge keine rechtlichen Befugnisse, eine derartige Entscheidung zu treffen oder zu unterbinden“, heißt es auf OZ-Anfrage aus dem Innenministerium. Damit ist auch ein Vertreterbegehren ausgeschlossen, für das der Fraktionsvorsitzende der Linken, Norbert Schult, geworben hatte. Die Stadtvertreter hätten damit die formale Hürde der zu geringen Anzahl von Unterschriften umschiffen können – allerdings nicht, wenn es um Belange des Nationalparkzentrums am Königsstuhl geht.

Unterlagen für Bauantrag der Plattform werden vorbereitet

Die Stadtvertreter machten ihrem Ärger über diesen Kuddelmuddel in einer Hau-drauf-Debatte Luft. Wahlweise wurden dabei die Rechtsaufsichtsbehörde im Landkreis, im Innenministerium und die Stadtverwaltung beschimpft, ihre Arbeit nicht ordentlich gemacht zu haben. Die Stellungnahme der Unteren Rechtsaufsicht erwecke den Anschein, als sei sie in der Frühstückspause entstanden, wetterte etwa Stefan Grunau, der schon in vorangegangenen Debatten davor gewarnt hatte, sich auf die Einschätzungen des Rechtsamtes im Kreis zu verlassen. Das müsse im Zweifel weiteren Sachverstand beim Innenministerium einholen, forderte der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Benedict. „Dann hätten wir uns vieles ersparen können.“Über die Diskussion, die die Plattform-Pläne bei einigen Sassnitzern ausgelöst haben, sei er zutiefst betroffen, sagte Mark Ehlers gestern auf OZ-Nachfrage. „Wir wollten mit dem Vorhaben keinesfalls polarisieren“, so der Geschäftsführer des Nationalparkzentrums. Für den Bauantrag würden derzeit weitere Unterlagen zusammengetragen. Ein ökologisches Gutachten liegt inzwischen vor, ein Windgutachten muss noch erstellt werden. Parallel soll die Informationspolitik verbessert werden. „Wir sind jederzeit gesprächsbereit und kommen gern zu allen interessierten Gruppen, die mehr über die Hintergründe wissen möchten.“ Umfassend informieren – das haben sich auch die Stadtvertreter auf die Fahnen geschrieben. Sie verabschiedeten einstimmig eine von allen Fraktionen und fraktionslosen Mitgliedern eingebrachte Erklärung, wonach es mindestens zwei Informationsveranstaltungen organisiert werden sollen.

Abstieg: Kein gigantischer Neubau notwendig

Außer der Plattform am Königsstuhl soll es aber auch künftig eine Treppe in der Nähe des Kreidefelsens geben. Ein entsprechender Antrag der SPD wurde nach Korrekturen ebenfalls einstimmig angenommen. Bürgermeister Frank Kracht wird darin ganz offiziell aufgefordert, sich noch einmal mit dem zuständigen Schweriner Landwirtschaftsminister Till Backhaus und der Landtagspräsidentin in Verbindung zu setzen und über den Abstieg zum Strand zu verhandeln. Der Tourismusverband der Insel müsse in die Aktion eingebunden werden, ergänzten die Stadtvertreter Ilona Wünscher und Stefan Grunau. „Der Königsstuhl als Besuchermagnet ist nicht nur eine Sassnitzer Angelegenheit“, sagte die fraktionslose Abgeordnete. Die Sassnitzer fordern keinen gigantischen Neubau einer Treppenanlage, sondern eine kleine, naturverträgliche Lösung. Man sei sich bewusst, dass man an dieser Stelle nicht für die Ewigkeit bauen könne, sagte der Fraktionschef der Sozialdemokraten. Aber man müsse verhindern, dass sich Besucher „auf unkonventionellen Wegen Zugänge zum Strand verschaffen“. Das tun sie bereits, wie Dorothea Holtz zu berichten wusste: Einige Strandspaziergänger klettern über den Zaun und benutzen den größtenteils noch intakten Aufstieg neben dem Königsstuhl nach wie vor.

Maik Trettin

Gerhard Parchow begann 1985, alles über Sellin aufzustöbern und legte den Grundstock für das Ortsarchiv. Der 71-Jährige, der das Museum Seefahrerhaus leitete, gab für viele Projekte die Initialzündung - wie für den Hafenbau am historischen Bollwerk.

20.09.2018

Der bekannte Investor Rolf Elgeti hat mehrere Blöcke auf Rügen. Die Hausbewohner machen ihm nun Ärger. In Dranske sollen die Nebenkosten außergewöhnlich hoch sein - vor allem für Heizung und Wasser. Die ersten Klagen laufen.

20.09.2018

Etwa 10 000 Pfähle aus Tropen- und Kiefernholz werden am Strand zwischen Vitte und Kloster in die Tiefe gerammt

20.09.2018