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Rügen Landkreis will Abstieg vom Königsstuhl wieder ermöglichen
Vorpommern Rügen Landkreis will Abstieg vom Königsstuhl wieder ermöglichen
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18:00 12.03.2019
Der Königsstuhl soll auch vom Fuß der Steilküste erlebbar bleiben. Quelle: Uwe Driest
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Sassnitz

Hat ein Abstieg am Königsstuhl doch noch eine Chance? Der Kreistag Vorpommern-Rügen stimmte in seiner Sitzung vom Montag einstimmig einer Beschlussvorlage zu, die Landrat Stefan Kerth (SPD) beauftragt, sich für den Erhalt eines Abstiegs am Königsstuhl einzusetzen. Der Antrag mit dem Titel „einen Abstieg beim Königsstuhl als touristisches Erlebnis bewahren“ war von der Verwaltung eingebracht worden. Der Abstieg sei schon im Jahr 1795 erwähnt worden und habe damit einen großen Stellenwert als besonderes touristisches Erlebnis gehabt, hieß es in der Begründung. Und weiter: „Der Königsstuhl und die Kreidefelsen am Königsstuhl im Nationalpark Jasmund werden landesweit als ein Wahrzeichen unserer Region und Marketinginstrument genutzt. Es besitzt überregional einen hohen Wiedererkennungswert und ist bei den Einheimischen mit einer starken Identifikation verbunden. Dieses Wahrzeichen verliert ohne einen Abstieg an den Strand an Attraktivität.“

„Die Bürgerinitiative will den Abstieg unbedingt“, hatte Kerth während des vorausgegangenen Wahlkampfs erfahren. Die Landesregierung stünde dem Anliegen allerdings „sehr kritisch“ gegenüber und sein Parteifreund und Umweltminister Till Backhaus sei „not amused“ über seine Initiative. Aus dem Umweltministerium war gestern keine Stellungnahme zu erlangen. „Aber als Landrat würde ich schon gern wissen, ob der Kreistag das auch so sieht wie die Bürgerinitiative oder nicht“, so Kerth. „Mir geht es nicht um Feinheiten“, so Kerth. „Ob das eine Treppe sein muss oder ob man die Erlebbarkeit von unten auch anders herstellen kann, wäre zu klären.“ Einen Hinweis darauf, was damit gemeint sein könnte, gab Kristine Kasten. Muss das eine Treppe sein oder käme auch eine Seilbahn oder ein Fahrstuhl in Betracht?“, fragte die SPD-Frau.

Regierung ist gegen Wiederherstellung des Abstiegs

Der Abstieg war im Jahr 2016 beschädigt und durch das Nationalparkamt zwischenzeitlich teildemontiert statt - wie bislang üblich – repariert worden. Das zuständige Landwirtschaftsministerium spricht sich öffentlich gegen eine Wiederherstellung des Abstiegs aus. Bereits im September vergangenen Jahres hatte die Stadtvertretung von Sassnitz ebenfalls einen einstimmigen Beschluss für einen Abstieg gefasst. Einem Änderungsantrag der CDU-Fraktion, der sich zu „zur barrierefreien und naturnahen Erlebbarkeit des Königsstuhles durch eine Aussichtsplattform“ bekannte, wurde ebenfalls zugestimmt.

„Mir wäre die ursprüngliche Version ohne den Königsweg lieber gewesen, weil der Abstieg nichts mit dem Königsweg zu tun hat“, kommentierte das Jörg Burwitz, Sprecher der Bürgerinitiative für den Erhalt der Treppe am Königsstuhl. „Insgesamt ist das aber ein positives Signal.“ Frank Kracht (Linke), Kreistagsmitglied und Bürgermeister der betroffenen Gemeinde, würde es „wohlwollend zur Kenntnis nehmen, wenn das Land Verantwortung übernehmen sollte. Aber dass die Stadt Sassnitz als Bauherr auftritt, lehne ich aus Verwaltungssicht ab“.

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