Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Konfikt um Nachbarschaftszentrum in Bergen Rotensee spitzt sich zu
Vorpommern Rügen Konfikt um Nachbarschaftszentrum in Bergen Rotensee spitzt sich zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:04 03.09.2019
Die AWO hat der Stadt den Mietvertrag für die Räume in der Störtebekerstraße 38 gekündigt. Quelle: Mathias Otto
Anzeige
Bergen

Der Streit zwischen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Stadt Bergen um das Nachbarschaftszentrum in Rotensee geht in die nächste Runde. Eigentlich hatte eine Betreiberausschreibung für die Zukunft alles regeln sollen, so ganz scheint dieses Vorhaben allerdings nicht funktioniert zu haben. Die AWO fühlt sich nämlich massiv benachteiligt. Außerdem hat sie der Stadt den Mietvertrag für die Räume in der Störtebekerstraße 38 gekündigt.

Das Gebäude, in dem sich das Nachbarschaftszentrum befindet, gehört laut Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) der AWO. Der Wohlfahrtsverband hatte Räume in diesem Haus an die Stadt Bergen vermietet und dort dann seine sozialen Leistungen angeboten. Somit wurde die AWO 2004 Betreiber des Nachbarschaftszentrums und erhielt finanzielle Zuwendungen aus der Stadtkasse. „Damals hat es keine ordentliche Ausschreibung der Leistungen gegeben“, sagt Bürgermeisterin Ratzke. „Der Vertrag ist bis heute laut Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises schwebend unwirksam. Und um die Vergabevorschriften einzuhalten, musste die Vereinbarung mit der AWO auf den Prüfstand gestellt werden. Am Ende sind wir um eine Ausschreibung nicht herumgekommen.“

Gespräche mit zwei Bewerbern

Bietergespräche seien schließlich mit zwei Bewerbern geführt worden. Zum einen handelte es sich um die AWO, die das Nachbarschaftszentrum gern weiterbetreiben wollte, zum anderen habe sich nach Informationen der OSTSEE-ZEITUNG der Internationale Bund (IB) ins Spiel gebracht – und den Zuschlag erhalten. Ratzke benennt den Gewinner der Ausschreibung nicht und spricht derzeit noch von „dem anderen“. Dieser soll ein besseres Angebot als die AWO gemacht haben. „Dabei macht das finanzielle Konzept nur 20 Prozent der Gesamtpräsentation aus“, sagt sie. „Es geht auch um Inhalte wie zum Beispiel Qualitätsmanagement, Kooperation und Netzwerkarbeit.“

Die AWO reagierte prompt und kündigte der Stadt den Mietvertrag für die Räume des Nachbarschaftszentrums. Außerdem wurde ein Zettel an der Tür zu der Begegnungsstätte angeheftet: „Auf Grund der Kündigung durch die Bürgermeisterin Frau Ratzke, wird das Nachbarschaftszentrum am 31. 12. 2019 geschlossen“, ist darauf zu lesen. „Dieser Zettel dient dazu, Konflikte zu schüren“, findet Ratzke. „Außerdem ist die Darstellung gelogen.“

Legitime Kündigung

Christian Waedow, Geschäftsführer der AWO Rügen, sieht das vollkommen anders. „Was wir geschrieben haben, ist eine korrekte Aussage“, verteidigt er den Aushang. „Denn das Nachbarschaftszentrum wird es so nicht mehr geben. Was immer auch Neues enstehen soll, wird unter einem anderen Namen an einem anderen Standort betrieben.“ Die Kündigung hält er für legitim und spricht von einem durch die AWO „hochsubventionierten Mietzins“ von 1,60 Euro pro Quadratmeter. Das sei nicht mehr zu verantworten, da er seinen Verein bei der Ausschreibung durchaus benachteiligt sieht. Das macht er unter anderem an dem Kriterium „Netzwerkpartner“ fest. Die AWO habe 400, der neue Betreiber vermutlich nur den Kontakt zur Bürgermeisterin, sagt Waedow.

In Zahlungsverzug

„Außerdem ist die Stadt mit der Zahlung von 60 000 Euro an uns für Projekte im Verzug“, sagt Waedow. „Trotzdem halten wir das Nachbarschaftszentrum noch am Laufen. Wir müssen sehen, ob wir hier unter anderen Bedingungen etwas auf die Beine stellen.“ Christian Waedow fürchtet, dass der Konflikt um das Nachbarschaftszentrum auf einen Rechtsstreit hinauslaufe. „Denn mit der Verwaltung kann man einfach nicht seriös verhandeln“, sagt er. „Das Verhalten der Bürgermeisterin hat System: In den Kosten für die Schwimmhalle wird die Sozialarbeit ersäuft.“

Die neue Einrichtung soll ab dem 1. Januar 2020 in der Störtebekerstraße 34 eröffnet werden. „Die Adresse ist gut erreichbar und barrierefrei“, sagt Anja Ratzke. „Die Einrichtung wird dann voraussichtlich den Namen Stadtteil- und Begegnungszentrum tragen.“

Von Jens-Uwe Berndt

Die Kritik an den Regelungen zur Kurabgabe in Mecklenburg-Vorpommern endet nicht. Die Landesregierung in Schwerin reagiert jetzt auf die Rügener Diskussion. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) schlägt eine Sonderregelung für Erholungsgebiete vor.

03.09.2019

Die Gruppe Rügen-Stralsund ist an der Reihe, die Fernseh-Show „Das perfekte Dinner“ spielt seit Montagabend in Mecklenburg-Vorpommern. Am ersten Abend kochte Schlossherr Gerhard ein Menü unter dem Motto "Majestätische Landpartie".

03.09.2019

Gemeindevertreter aus Altefähr haben entschieden, dass sie eigenständig bleiben wollen. Es wird keine Fusion mit Stralsund geben.

02.09.2019