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Rügen Kreis verhängt Baustopp über Tourismusakademie
Vorpommern Rügen Kreis verhängt Baustopp über Tourismusakademie
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06:00 17.10.2018
Baustopp an der Tourismusakademie Quelle: Jens-Uwe Berndt
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Bergen

Bergen. Um die in der ehemaligen Landwirtschaftsschule am Bergener Bahnhof geplante Tourismusakademie der Hotel Arkona Dr. Hutter e.K. ist zwischen dem Investor und der Stadt ein heftiger Streit entbrannt. Knackpunkt ist der Ausbau einer circa 50 Meter langen Stichstraße. Da wegen dieses Plattenwegs zwischen der Investorgesellschaft und Bergen immer noch kein Erschließungsvertrag abgeschlossen wurde, hat der Landkreis jetzt gegen die Hotel Arkona Dr. Hutter e.K. einen Baustopp verhängt. Der gilt übrigens auch für alle nichtgenehmigungspflichtigen Arbeiten.

Steine im Weg

Auf der jüngsten Bauausschusssitzung am Montagabend vertrat Gino Leonhard, Geschäftsführer der Private Palace Hotels & Resorts, den Investor. „Wir haben das Gebäude einst für 285 000 Euro erworben und haben uns dabei ganz bewusst für Bergen entschieden“, sagte er. Man wolle in der ehemaligen Landkreisimmobilie künftig den Nachwuchs für Hotels auf der Insel Rügen ausbilden. Es werde mit Studenten aus ganz Europa gerechnet. „Wie uns hier jetzt Steine in den Weg gelegt werden, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar.“Birte Löhr, Generaldirektorin der Hotel Arkona Dr. Hutter e.K., hat zu dem im Raum stehenden Problem eine klare Haltung: „Der Teil der Straße, der sich im Bereich unseres Grundstücks befindet, wird natürlich von uns finanziert. Der Rest muss zu Lasten der angrenzenden Nutzer und der Stadt gehen.“

Unterschiedliche Ansichten

Bergen sieht das allerdings nicht ein. Laut Bauamtsleiter Rainer Starke benötigt der künftige Nutzer der Tourismusakademie die gesamte Straße, um den vom Gebäudekomplex umschlossenen Hof zu befahren. Also sei es nicht Sache der Stadt, hier öffentliche Gelder auszugeben. „Die Anlieger benötigen keinen Straßenausbau“, sagte er auf der Bauausschusssitzung. „Somit ist der Investor der Verursacher einer anderen Frequentierung und hat deshalb auch die Ausbaukosten zu tragen.“Birte Löhr geht mit dieser so genannten Frequentierung nicht mit. „Unsere Studenten reisen mit Bussen und der Bahn an, weshalb wir übrigens auch den Standort am Bahnhof favorisierten“, sagt sie. „Uns reicht der Plattenweg ebenfalls so, wie er jetzt existiert.“Starke wiederum beruft sich auf eine Beurteilung des von der Dr. Hutter e.K. beauftragten Architekten, der im Bebauungsplan die Stichstraße als Verkehrszuwegung ausgewiesen habe. „Damit ist die Funktion klar benannt“, sagte Starke. Außerdem sei es der Stadt kommunalrechtlich sogar verboten, für Dritte zu investieren.

Nach Recht und Gesetz handeln

Während in der jüngsten Stadtvertretersitzung vom 19. September, auf der Birte Löhr Kommunikationsprobleme mit der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit dem Bau der Tourismusakademie beklagt hatte, das Gremium mehrheitlich auf Seiten des Investors stand und die Verwaltung in die Pflicht nahm, schien die Stimmung am Montag auf der Bauausschusssitzung zu kippen. „Wir können von den Bürgern nicht verlangen, dass Sie dort Anliegerbeiträge bezahlen“, sagte Karl Heerdegen, der für die CDU/FDP-Fraktion an der Ausschusssitzung teilnahm. „Das werde ich nicht akzeptieren. Ich erwarte vom Investor, dass er was tut.“ Ähnlich sah das auch SPD-Vertreter Matthies Knuth: „Der Investor braucht nur den Erschließungsvertrag zu unterschreiben. Dann geht es weiter.“ Peter Wendekamm (Fraktion der Linken) plädierte für eine einvernehmliche Lösung. „Aber unter Einhaltung von Recht und Gesetz“, sagte er. „Bei unserem Votum für die Tourismusakademie war nie von städtischen Kosten die Rede.“

Hälfte-Hälfte mit dem Investor

CDU/FDP-Fraktions-Stadtvertreter Oliver Gurk, der der Ausschusssitzung als Gast beiwohnte, verteidigte die Dr. Hutter e.K. „Warum machen wir mit dem Investor nicht Hälfte-Hälfte?“, fragte er. „Jetzt sagen wir bloß: Ihr müsst das machen. Damit lassen wir den Investor hängen.“Gino Leonhard verließ enttäuscht die Bauausschusssitzung. Gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG sagte er, dass es am Ende passieren könne, „dass wir uns nicht mehr anders wehren können, als den verwaltungsrechtlichen Weg zu beschreiten“. Soweit will Birte Löhr noch nicht gehen. „Die Vorteile dieser Akademie liegen zuallererst bei der Stadt“, sagt sie. „Allein durch die Belebung. Wenn man uns aber daran hindert auszubilden, dann bilden wir halt nicht aus. Oder wir suchen uns eine andere Stadt.“

Berndt Jens-Uwe

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