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Rügen Kriegsende in Stralsund: Buch erscheint im Mai
Vorpommern Rügen Kriegsende in Stralsund: Buch erscheint im Mai
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00:00 21.03.2015
Zwischen Heilgeiststraße und Badenstraße in Stralsund werden gegen Ende des Krieges die Trümmer beräumt. Quelle: Willy Lange/Stadtarchiv
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Stralsund

Stralsund: Ende des Krieges — Zeit des Werdens. 1945 bis 1946“ heißt das Buch, das demnächst im Rostocker Verlag Redieck & Schade erscheint. Es beleuchtet die Zeit vom Einmarsch der Roten Armee bis hin zum Aufbau neuer kommunalpolitischer Strukturen und einer funktionierenden Selbstverwaltung in der Hansestadt.

Das Projekt ist eine Konsequenz aus dem Erfolg des Buches „Stralsund im Bombenhagel“, das zum 70. Jahrestag des Luftangriffs auf Stralsund im Herbst vergangenen Jahres im selben Verlag erschien.

Verleger Matthias Redieck: „Die tolle Resonanz hat uns für die neue Herausforderung motiviert.“ Zudem hat Redieck einen ganz persönlichen Bezug zu jener Zeit. Sein Großvater, der Stralsunder Fleischermeister Paul Decke, nahm sich am Tag des Einmarsches der Roten Armee das Leben.

Nach Recherchen von Hans-Joachim Hacker, langjähriger Direktor des Stralsunder Stadtarchivs, begingen im Mai 1945 in Stralsund 108 Menschen Selbstmord. Das wird auch deutlich in Tagebüchern, die dem Verlag zur Verfügung gestellt wurden.

Den Hauptteil des Buches bildet ein Tagebuch von Walter Radüge. Der Journalist war während der Zeit des Krieges im Amt für Statistik damit beauftragt, die Ereignisse in Stralsund genau zu dokumentieren. Nach dem Krieg setzte er seine Arbeit dann ohne offiziellen Auftrag fort.

Der Stralsunder Eberhard Schiel hat die Niederschrift transkribiert, digitalisiert und dem Verlag zur Verfügung gestellt. Verleger Achim Schade erklärt: „Wir werden dieses Material zu großen Teilen ungekürzt in unser Buch aufnehmen.“ Der Inhalt sei mit anderen vorliegenden Tagebüchern und bekannten Fakten gegengecheckt worden. Radüge habe sehr gründlich gearbeitet.

In den Handel soll das Buch Ende Mai kommen. Die OZ ist Mitherausgeber. Heute erscheint ein Auszug der Notiz vom 1. Mai aus dem Radüge-Tagebuch. In der Nacht davor war die Rote Armee einmarschiert.

Die Wehrmacht hatte sich zuvor nach Rügen zurückgezogen.

Auszug aus dem Tagebucheintrag vom 1. Mai 1945
Kaufmann Gerhard Poggendorf hat mit dem Gegner verhandelt und die Stadt übergeben. Er hat auch dafür Sorge getragen, dass die Sprengladungen an den Getreidespeichern nicht zur Entzündung kamen.

Da Staatskommissar Dr. Fichtner als Stadtoberhaupt Reißaus genommen hat, ist Stralsund ohne Führung. Schnell eingeleitete Verhandlungen führen dazu, dass der frühere unbesoldete Ratsherr Otto Kortüm — Sozialdemokrat — die Amtsgeschäfte der Stadt als Bürgermeister übernimmt.

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Jens-Peter Woldt

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