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Rügen Kripo ermittelt im bislang größten Anschlag auf Garagenstadt
Vorpommern Rügen Kripo ermittelt im bislang größten Anschlag auf Garagenstadt
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03:51 29.05.2013
Heinz Gleibs, langjähriger Chef des Garagenvereins, inspiziert einen aus den Angeln gehobenen Absperriegel. Fotos (2): Chris-Marco Herold Quelle: Chris-Marco Herold
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Bergen

Hans-Joachim Imke ist nicht zu beneiden. Der Kriminalhauptkommissar im Polizeirevier Bergen steht vor einer Sysiphusarbeit: Er hat die Einbrüche in 34 Garagen innerhalb des Komplexes am Tilzower Weg aufzuklären — den bislang größten Anschlag. Dort hatten am zurückliegenden Wochenende noch unbekannte Täter versucht, die Remisen aufzubrechen. Bei einigen war es ihnen gelungen, bei anderen blieb es bei Beschädigungen.

Gestern hat Imke den Fall auf seinen Tisch bekommen. „Ich muss jetzt alle betroffenen Eigentümer der Garagen anschreiben. Die müssen dann angeben, was fehlt und möglicherweise auch als Zeugen aussagen“, beschreibt der Kommissar einen Teil der vor ihm liegenden Arbeit. Und die kann dauern. „Es ist ja nicht der einzige Fall, den ich zu bearbeiten habe. Zudem müssen die Eigentümer der Garagen ja auch erst auf mein Schreiben antworten, und dann folgt das Weitere“, sagt Imke.

Heinz Gleibs kennt den wohl größten Garagenkomplex Deutschlands wie seine Westentasche. Er hat dort selbst eine Remise, war zehn Jahre lang Vorsitzender des 2001 gegründeten Garagenvereins „Uns Tilzower“. Aber einen Anschlag in diesem großen Stil hat er bislang noch nicht erlebt in der langjährigen Geschichte der Garagenstadt, die nach und nach auf dem Gelände einer ehemaligen Deponie errichtet worden ist. „Als Vorsitzender habe ich akribisch Buch geführt. Bei uns wurde immer mal wieder eingebrochen, so im Durchschnitt acht bis neun Mal im Jahr“, sagt der 73-Jährige.

Als er noch dem Vorstand des Vereins angehörte, sei mal überlegt worden, wie man die ständigen Einbruchsversuche stoppen oder eindämmen könnte. „Mein Vorschlag war, dass wir abends oder nachts Streife gehen. Aber ich kam nicht durch, weil die anderen Angst hatten. Ich hab‘ dagegen vor nichts Angst“, sagt Heinz Gleibs.

Auf dem Boden findet er ein aufgebrochenes Schloss, an manchen der 34 Garagentore sind die Riegel aus den Angeln gebogen worden — „vor allem die langen, weil man mit einem Brecheisen viel besser hinter diese kommt, als bei kurzen“, kennt sich Gleibs mit der richtigen Sicherung von Garagentoren aus.

In der langen Geschichte des Garagenkomplexes ist nach Angaben von Gleibs noch nie ein Auto gestohlen worden. „Meistens hatten es die Diebe auf Handwerkszeug, Heimwerkermaschinen oder auch volle Benzinkanister abgesehen“, erinnert sich der Bergener. Und auch am zurückliegenden Wochenende seien eigentlich nur Garagentore beschädigt worden. „Das ist zwar schon schlimm und ärgerlich für die Garagenbesitzer, aber fehlen tut bislang nur ein Motorradständer“, sagt Gleibs.

Gigantischer Komplex
864 Garagen umfasst der Komplex am Tilzower Weg in Bergen. Dort sind 1973 die ersten Garagentrakte gebaut worden. Bis zur Wende ist die Garagenstadt auf 25 Trakte erweitert worden. Es ist mit der größte Klompex dieser Art in Deutschland.

Chris-Marco Herold

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