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Rügen Der Kampf um das Vertrauen zu den leisen Tönen
Vorpommern Rügen Der Kampf um das Vertrauen zu den leisen Tönen
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22:24 28.06.2019
Krista Birkner zieht als Königin Margarete alle Register, um ihre Gegner – hier Goedeke Michels (Alexander Hanfland) zu manipulieren. Quelle: Jens-Uwe Berndt
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Ralswiek

Wer ist schon Margarete von Dänemark? In der Historie eine wichtige Figur – sicher. Bei den Ralswieker Geschichten um den Nord- und Ostseepiraten Klaus Störtebeker allerdings eher eine Randfigur. Zumindest bis jetzt. Plötzlich steht die Monarchin im Fokus, erhält nach den Aufführungen Beifall wie die Mimen von Störtebeker (Alexander Koll) und Goedeke Michels (Alexander Hanfland). Natürlich liegt es auch daran, dass Margarete als die Chefin der Bösewichte im aktuellen Stück „Schwur der Gerechten“ Fäden zieht, intrigiert, klein macht, flirtet, kämpft und verliert. Das alles wäre aber fast nichts ohne Krista Birkner.

Szenen mit Krista Birkner

Die in Berlin lebende Schauspielerin explodiert auf der Bühne, als wäre sie selbst ihre Geheimwaffe – jene Bombarde, die sie eigentlich aus Spanien einschiffen lässt, um die Festung Stockholm nach dreijähriger Belagerung endlich einzunehmen. Und als würden sich mit einem Mal alle Scheinwerfer auf sie richten, versprüht Birkner bei ihren Auftritten jedes Mal eine Intensität, die die Störtebeker-Fans betört. Wird Krista Birkner nach der Ursache für diese Wirkung gefragt, sagt sie Sätze wie „Richtig glücklich bin ich nur auf der Bühne“ oder „Wenn man mich so sehr will, wie hier in Ralswiek, dann öffne ich mein Herz und meine Seele, dann gebe ich alles, was ich in der Lage bin zu geben“. Und bei der 52-Jährigen sind das keine Floskeln. Schauspielerei ist ihr Leben.

Schon mit sechs Jahren Schauspielerei im Sinn

Aufgewachsen ist Krista Birkner als Angehörige der ungarisch-deutschen Minderheit in Neumarkt in Rumänien. 1980 reiste die damals 13-Jährige mit ihrer Familie in die Bundesrepublik Deutschland aus, nachdem ihr Vater nach einem Verwandtenbesuch 1978 dort geblieben war. „Im Jahr der Ausreise waren mein Zwillingsbruder und ich an der Neumarkter Musikhochschule angenommen worden“, erzählt Birkner. „Ich hatte wirklich musikalisches Talent. Das konnte ich danach aber nicht mehr ausleben.“ Auf ihrem Zettel stand aber sowieso schon seit sie sechs Jahre alt war das Wort „Schauspielerei“. „Ich hatte Puppentheater gesehen und Theatervorstellungen besucht“, erinnert sie sich. „Das hat mich vollkommen gefangen genommen.“

Es folgten Schauspielstudium in Stuttgart, Engagements unter anderem am Wiener Burgtheater, am Düsseldorfer und am Leipziger Schauspielhaus. Und wenn sie von ihren zahlreichen Rollen welche hervorhebt, dann sind es die Putzfrau, die Bühnendesignerin und die Schauspielerin aus dem Stück „Goldbergvariationen“. Die drei Frauen verkörperte sie am Nationaltheater in Hermannstadt (Rumänien) allein – und konnte in die Figuren hineinlegen, was an schauspielerischen Fähigkeiten in ihr steckt.

Theater ist wie Musik

Zu den Störtebeker Festspielen kam sie – so vermutet Birkner – per Empfehlung. „Eigentlich wollte man mich schon im vergangenen Jahr haben“, sagt sie. „Da hatte ich aber bereits einen anderen Vertrag. Als die Familie Hick dann für diese Saison noch einmal auf mich zukam, wusste ich, dass man mich unbedingt haben wollte.“ Das habe sie beeindruckt. Und, dass dieses riesige Freiluft-Theater von einer Familie ins Rollen gebracht und zur Blüte geführt worden ist. „Als ich es kennenlernte, war mir die Rolle fast gleichgültig, die ich hier spielen sollte“, sagt die Schauspielerin. „Ich wollte einfach dabei sein, diese Atmosphäre und die Professionalität erleben.“

Krista Birkner vergleicht das Theater und seine Figuren mit Musik: „Vieles geht über die Stimme, deren Intensität, über die Sprache und die Energie, die ein Darsteller verströmt.“ Sie taucht in ihr Spiel ein und gibt zu, dass sie für Margarete immer noch die richtige Balance sucht. Vor allem auch in dem, wie sie etwas sagt. Und das scheint bei der Figur durchaus von Bedeutung, wurden der Monarchin doch einige der markantesten Sätze ins Drehbuch geschrieben. „Ich kämpfe zum Beispiel um das Vertrauen, auch leise sein zu können“, sagt Birkner. Das habe auch damit zu tun, dass sie die Arbeit an einem Freilichttheater bisher nicht kannte. „Senden muss man überall: mental, physisch, die Aura muss stimmen. Sich allerdings stimmlich zurückzunehmen, ist für mich noch etwas Neues.“

Während das Publikum von den leuchtenden Kleidern der Königin während des Stücks hingerissen ist, bevorzugt Krista Birkner privat die Farbe schwarz. Seit 20 Jahren trage sie nichts anderes. „Das fällt mir selbst schon gar nicht mehr auf“, sagt sie. „Ich liebe schwarz.“ Dass die Farbe mit Tod, Depression oder Melancholie in Verbindung gebracht wird, befremdet Krista Birkner: „Ich bin ein absolut positver und lebensfroher Mensch.“

Jens-Uwe Berndt

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