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Rügen Kulturbotschafter der Insel Rügen
Vorpommern Rügen Kulturbotschafter der Insel Rügen
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14:59 21.06.2019
Der Shantychor Sassnitz sucht dringend Verstärkung. Quelle: Uwe Driest
Sassnitz

Darüber, dass die Insel Rügen auch künftig über einen zünftigen Shantychor verfügen sollte, dürften kaum Zweifel bestehen. Ein solcher ist nach Auffassung treuer Fans und dankbarer Zuhörer der singenden Seeleute aus Sassnitz auch nicht durch gelegentliche Auftritt der Folk-Pop-Gruppe Santiano zu ersetzen. Allerdings sind die rund zwei Dutzend Männer aus der Hafenstadt allmählich in die Jahre gekommen und suchen dringend nach Verstärkung. Die meisten von uns sind ja schon zwischen 70 und 80 Jahre alt“, sagt Sänger Klaus Auräth. „Wenn wir uns nicht verjüngen“, dann wird es problematisch.“ Vor allem Instrumentalisten, insbesondere Akkordeon-Spieler werden gesucht, die die beiden Urgesteine Eckart Abt (77) und Horst Wemmel (80) entlasten. Denn das Auftragsbuch des Chores ist zum Bersten gefüllt. Etwa ein Dutzend Auftritte stehen allein bis Ende Juli an.

Zuletzt trug der Shantychor sein maritimes Liedgut beim Sommerfest der Kurzzeitpflege „Am Raddas“ in der Kantine Svantevit des Bergener Krankenhauses vor. Dort verbrachten Senioren in Anwesenheit von Bürgermeisterin Anja Ratzke bei Kaffee, Kuchen und guter Unterhaltung, einen gemütlichen Nachmittag. „Einige der Rollstuhlfahrer kamen zu uns und bedankten sich sehr herzlich“, erzählt Klaus Auräth.

„Rügenland - Insel meiner Träume“

Der Chor selber begeht in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. „Als im September 1988 Georg Ladendorf, der langjährige Leiter des Sassnitzer Volkschores, vom Berliner Rundfunk die Anfrage erhielt, ob er bereit und in der Lage wäre, mit den Männern des Chores drei Seemannslieder - darunter ein plattdeutsches Shanty - nach fertiger Orchesterbegleitung einzusingen, war ein Jahr später die Idee geboren, neben dem bestehenden Volkschor auch einen eigenständigen Shantychor mit Hans-Joachim Kühn als Vorsitzenden zu gründen. Da Seemannslieder und Shantys zu Sassnitz als Hafenstadt und zur Insel Rügen gehören, ließ sich Georg Ladendorf überzeugen, ein weiteres Dirigat zu übernehmen“, erzählt Klaus Auräth.

Das Repertoire umfasse inzwischen über hundert Lieder, die beständig in den Proben geübt und erweitert werden. Dazu gehören auch mehrere plattdeutsche Shantys, um zugleich einen Beitrag zur plattdeutschen Sprache zu leisten. Mit „Rügenland - Insel meiner Träume“, getextet von Georg Ladendorf, dem „Rügenlied“ und „Von Strolsund seegt he“ wird ein unmittelbarer Bezug zur Insel hergestellt. Besinnliche Lieder wie das „Pommernlied“ oder „Leise kommt die Nacht“ wechseln sich mit lustigen oder kraftvollen Seemannsliedern wie „Sailing home“ oder „Ho,unser Maat“ ab. Dabei lässt es sich der heute 83-jährige Georg Ladendorf nicht nehmen, möglichst viele der Lieder vierstimmig, mit je zwei Tenor- und Bassstimmen, zu arrangieren. „Dass bedeutet für jedes Chormitglied eine besondere Herausforderung, aber dadurch unterscheiden wir uns von den meisten anderen Shantychören“, so Auräth.

Angela Merkel zählt zum Fankreis

Während die ersten öffentlichen Auftritte auf die Insel Rügen begrenzt waren, führten bald Konzertreisen weiter in den gesamten Küstenbereich der Nord- und Ostsee, nach Schweden, Lettland, Dänemark und sogar nach Tirol. Auf Einladung der Kulturhauptstadt 2018 - Leeuwarden in den Niederlanden - nahmen die Sassnitzer neben zwei weiteren norddeutschen Shantychören am Internationalen Shantychor Festival teil. Shantys zählen auch heute noch länderübergreifend zu den volkstümlichsten Kunstgattungen. Auch sei es in den vergangenen 30 Jahren mehrfach zu Begegnungen mit Angela Merkel gekommen, erzählen die Sänger stolz. Zunächst noch als Umweltministerin in Bonn, später als Bundeskanzlerin in Berlin und 2014 beim Besuch des französischen Präsidenten Hollande auf Rügen. Es gäbe kaum ein Ereignis, bei dem der Shantychor fehle. Ob es die Einweihung der neuen Rügenbrücke war, Schiffstaufen, die jährlichen Shantychortreffen auf Rügen oder Usedom, die Kurkonzerte, Stadt- und Hafenfeste - die Sassnitzer waren immer dabei. Eine Reise führte den Chor sogar nach Kanada.

Über 900 Auftritte seit Bestehen und 40 allein im vergangenen Jahr. Neben Aufzeichnungen in Funk und Fernsehen produzierten sie vier CDs. „Sänger kamen und gingen - die hervorragende musikalische Qualität blieb“; so Auräth. 2009 wurde der Chor als Kulturpreisträger der Kulturstiftung Rügen ausgezeichnet. „Es ist eine ehrenamtliche Tätigkeit, die getragen wird durch die Freude am Singen und dem dankbaren Gefühl, dem Publikum diese Freude übermitteln zu können“, sagen die Sänger. Verantwortlich für Organisation, Programmauswahl und Moderation ist Uwe Rennefahrt. Um die zahlreichen Anfragen auch künftig bedienen zu können, suchen die Seebären nun weitere Mitstreiter. „Tragisch wäre es, wenn nach 30-jährigem Bestehen sich der Chor auflösen würde und damit dieses Kulturgut für Sassnitz und die Insel Rügen unwiederbringlich verloren wäre“, sagt Uwe Rennefahrt und fragt: „Wer hat Lust den Shantychor Sassnitz mit seiner Stimme oder einem Musikinstrument zu verstärken?“

Interessenten können sich unter der Nummer 038391-8602 oder www.shantychor-sassnitz.de informieren. Dort stehen auch Termine für kommende Auftritte auf ganz Rügen.

Uwe Driest

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