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Rügen Kunst an der Straße lädt zum Nachdenken ein
Vorpommern Rügen Kunst an der Straße lädt zum Nachdenken ein
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08:30 11.07.2019
Bert Kunath nutzt einen ausgedienten Zigarettenautomaten als Kunst-Mitmach-Objekt. Quelle: Mathias Otto
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Juliusruh

 In Juliusruh wird am Rad gedreht: In der Ringstraße wirbt ein ausgedienter Zigarettenautomat um Aufmerksamkeit. Jeden Monat steht ein neues Kunstobjekt im Kasten. Im Juli sorgt ein Kalender, der bis 2049 reicht, für Aufmerksamkeit. Mitmachen ist ausdrücklich erlaubt.

„Mit offenen Augen durch den Ort gehen“

Hinter der Idee steckt Bert Kunath, Inhaber des Geschäfts „Strandgut“ am Strandhotel „Dünenhaus“. Er fand es schade, dass viele Leute, ohne anzuhalten, durch den Ort fahren. Das wollte er ändern. „Ich wünsche mir, dass die Leute mit offenen Augen durch den Ort gehen, sich an Kunst erfreuen und ich sie zum Nachdenken animieren kann“, sagt er.

Gedacht ist der Kasten für die Einwohner des kleinen Ortes am Ende der Schabe. Aber auch viele Urlauber werden aufmerksam, einige bleiben minutenlang stehen und inspizieren diese Kunst. „Das Objekt steht fast unscheinbar vor einer Hecke, fast wären wir daran vorbei gelaufen“, sagt Urlauber Christian Helm (29) aus Bremen, der mit seiner Familie den Urlaub auf der Insel Rügen verbringt.

Bert Kunath hat erreicht, was er damit erreichen wollte: „eine kurze Ablenkung vom alltäglichen Leben“. Und noch viel mehr: „Wir fahren seit drei Jahren zur Insel und müssen in Juliusruh Halt machen, um zu sehen, mit welcher Kunst der Automat diesmal gefüllt ist“, sagt Sandra Helm (31).

Jeden Monat ein anderes Thema

Auf die Idee ist Bert Kunath vor einigen Jahren gekommen, als der Zigarettenautomat in der Ringstraße entfernt wurde. „Der Pfahl war einbetoniert im Boden, blieb also stehen. Der Anblick dieses Gestells war einfach nicht schön, er hatte auch keine Funktion mehr. Deshalb habe ich mir Gedanken gemacht, wie man es verändern kann, sodass die Menschen Gefallen daran finden können“, sagt er. In diesem Monat können die Leute an mehreren Rädern aus Holz drehen, um jedes Datum bis zum Jahr 2049 schnell zu ermitteln. „Die Leute finden somit beispielsweise heraus, wann ihr Geburtstag das nächste Mal auf einen Sonnabend fällt“, sagt er.

Im vergangenen Monat war es ein „Ersetzkasten“. Mit zehn Dingen des Alltags hat er ihn gefüllt. Leute konnten hier etwa einen Dosenöffner herausnehmen und einen anderen vergleichbaren Gegenstand wieder hineinlegen. „Es hat funktioniert. Keiner der zehn Fächer blieb leer. Die Leute haben immer wieder etwas zurückgegeben, wenn sie etwas genommen haben“, sagt er.

„Kleine Sommersause“

Er bastelte auch Schilder, die an Fahrradständern hängen oder an seinen Strandkörben befestigt sind. „Das Glück beginnt, wo man die Zeit vergisst“, steht dort etwa geschrieben oder: Aus einem SPÄTER sollte man viel öfter ein JETZT machen, bevor es ein NIE wird!“ Er überlege lange, bis er den richtigen Spruch gefunden hat. „Manchmal braucht es Zeit, bis ich einen Satz gefunden habe, der hintergründig und zugleich humorvoll ist“, sagt Bert Kunath.

Er macht gleichzeitig auf die „Kleine Sommersause“ aufmerksam, die am 24. Juli und 7. August auf dem Löber-Platz in Juliusruh stattfindet. Dann wird es Mitmach-Angebote für Kinder geben, Händler verkaufen Schmuck und Bücher, und am Strand entstehen bei einem Wettbewerb Skulpturen aus Sand. „Es sind die kleinen Dinge, die diesen Ort so schön machen. Ein Zwischenstopp in Juliusruh ist immer lohnenswert“, sagt er.

 

Mathias Otto

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