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Rügen Filz im Park: Friedwald wird zum Kunst-Ort
Vorpommern Rügen Filz im Park: Friedwald wird zum Kunst-Ort
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14:34 05.06.2019
Steine aus Filz an einem Baum im Park von Pansevitz. Der hiesige Friedwald ist vorübergehend zum Kunst-Ort geworden. Quelle: Susanna Gilbert
Pansevitz

Kunst auf dem Friedhof? Zunächst war Helmut Straßer, Vorstand des Schlossparks Pansevitz, skeptisch. Schließlich ist die Anlage ein Friedwald. Doch dann hat sich der Entdecker und Bewahrer des Parks überzeugen lassen: Die am vergangenen Sonntag eröffnete Ausstellung „Vergänglich – Lebendig“, eine Präsentation von Filzobjekten zwischen Grünflächen und Blattwerk, passt bestens zu Parklandschaft und Friedhof. Zumal die 15 Objekte Tod und Leben – die Antipoden jeder Existenz –thematisieren. Ein Jahr lang bleiben die Installationen der Natur und den Blicken der Besucher ausgesetzt. Ihre Veränderung im Lauf der Zeit wird fotografisch dokumentiert und in einem Katalog veröffentlicht.

Kunst auf einem Spaziergang entdecken

Ein übergroßes Spinnennetz in den Ästen eines Baumes, eine Filzspindel im hohlen Stamm, Filzkugeln in luftiger Höhe – die zehn ausstellenden Künstlerinnen haben die unterschiedlichsten Ausdrucksformen für die Vergänglichkeit alles Natürlichen gefunden. Die neun Absolventinnen der Filzschule Oberrot (Baden-Württemberg) und ihre Dozentin Lyda Rump schufen teils gegenständliche, teils abstrakte Objekte, die ein Thema haben: den ewigen Kreislauf des Lebens. Damit haben Evelyne Carcaterra, Verena Frei, Jana von Janso, Melanie Mesli, Karin Müller, Anne Rau, Alexandra Schmidt, Anne Weinkauf-Esser, Monika Willmes und ihre Lehrerin Kunst als Erlebnis geschaffen. Denn die Werke müssen auf einem Spaziergang durch den weitläufigen Park erst einmal entdeckt werden.

Das Material selbst, die Wolle, ist ein Naturprodukt. In einem aufwändigen Prozess wird die gereinigte, gekämmte und zum Vlies aufbereitete und eventuell gefärbte Rohwolle mechanisch bearbeitet und in einen festen Verbund gebracht. Die einzelnen Fasern sind dabei miteinander ungeordnet verschlungen. Diese Kulturtechnik ist uralt. Offenbar wurde sie bereits in der Jungsteinzeit, also 8000 bis 5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung, beherrscht.

Fotografin dokumentiert die Verwandlung der Werke

Die Fotokünstlerin Iwona Knorr begleitet das Projekt durch die Zeit. Bereits den Entstehungsprozess der Skulpturen sowie deren Installation im Park hat sie fotografisch festgehalten. Ein Jahr lang und zu jeder Jahreszeit wird sie nun regelmäßig die Metamorphose der Werke beobachten. Die Bilder von diesem Prozess, in dem die Natur die Kunst vereinnahmt, werden gemeinsam mit Kommentaren der Besucher in einem Katalog erscheinen, der voraussichtlich im September 2020 veröffentlicht wird.

Für die Ausstellung , eine Art künstlerisches Memento mori (lat.: Bedenke, dass du sterblich bist), eignet sich der zwölf Hektar große Park hinter den Ruinen des Pansevitzer Schlosses bestens. Wer zwischen 500 uralten Bäumen, vorbei an vier Teichen und weiten Wiesen und durch sonnendurchflutete Alleen flaniert, erkennt nur bei genauem Hinsehen, dass am Fuße der Bäume die Asche von Verstorbenen bestattet wurde. Einzig die Namen der Toten sind hin und wieder auf kleinen Plaketten am Baumstamm zu lesen. Die Grabpflege übernimmt die Natur.

Einziger deutscher Friedwald in einem Park

Mit der Wiederherstellung und Pflege des Schlossparks Pansevitz wurde vor genau 20 Jahren begonnen. 2007 wurde die Stiftung Schlosspark Pansevitz gegründet und der Park auf die Stiftung übertragen. Den Erhalt sichert die 2006 vereinbarte Kooperation mit der FriedWald GmbH (Darmstadt). Denn ein Anteil der Einnahmen für die Grabstellen gehen an die Stiftung. Die Zusammenarbeit mit FriedWald ermöglicht es, einen festen Mitarbeiter und bei Bedarf zwei weitere zu beschäftigen. Der Pansevitzer Friedwald liegt als einziger in Deutschland in einem Park.

Impressionen aus dem Schlosspark Pansevitz. Künstler zeigen hier 15 Installationen aus Filz.

Susanna Gilbert

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