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Rügen Störtebeker Festspiele: Lachen und kämpfen am ersten Probentag in Ralswiek
Vorpommern Rügen Störtebeker Festspiele: Lachen und kämpfen am ersten Probentag in Ralswiek
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21:40 13.05.2019
Titelheld Alexander Koll trainiert einen Schwertkampf mit dem ewigen Störtebeker-Widersacher Mike Hermann Rader. Trainer Àdàm Madaras schaut aufmerksam zu. Quelle: Jens-Uwe Berndt
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Ralswiek

Zack und Charles Lemming wollen sich wegschmeißen vor lachen. Ihr Dialog strotzt vor Wortwitz. Und wer den beiden Schauspielern zuschaut, kichert mit. Mindestens. Regisseur Marco Bahr steht allerdings ernst daneben. Und jeden Moment rechnet man damit, dass er einschreitet, die albernen Ulknudeln zur Räson ruft. Die erste Probe bei den Störtebeker Festspielen in Ralswiek scheint vor allem lustig zu sein. Das ist sie auch, zumindest sehr gelöst und von einer geradezu beschwingten Atmosphäre. Trotzdem ist das, was der Komiker Zack und der nicht minder witzige Lemming da veranstalten Bestandteil der ersten Szene aus dem neuen Störtebeker-Stück „Schwur der Gerechten“. Also gespielt.

Mindestens einmal durchspielen

„Wir gehen chronologisch vor“, sagt Marco Bahr. „Dabei geht es auch darum zu sehen, welche Wege die Schauspieler in welcher Zeit zurücklegen.“ Danach würden sich dann Handlungselemente richten, die im Drehbuch so nicht ohne Weiteres Berücksichtigung finden konnten. „Am Freitag kommen die Kleindarsteller hinzu. Bis dahin muss das Stück mindestens einmal durchgespielt worden sein. Nur so kann ich die Kleindarsteller optimal einsetzen.“

Ab nächste Woche geht’s ans Feinjustieren. Bahr wird an der Haltung, Mimik, Sprache der Schauspieler arbeiten. Und die ganze Zeit laufen parallel die Anproben, wo die Mimen in der Schneiderei ihre Kostüme checken – ob alles passt.

Am Montag haben die Proben für das Stück „Schwur der Gerechten“ begonnen

Der Klaus-Störtebeker-Darsteller Alexander Koll ficht derweil im Hintergrund einen Schwertkampf aus, bei dem nicht wirklich zugehauen wird. Trainer Àdàm Madaras achtet vom ersten Tag an darauf, welche Haltung sein Gegenüber einnimmt, wie dieser auf einen Angriff zu reagieren hat, welche Verteidigungsbewegungen er macht. In nur zwei Wochen müssen alle Männer, die kämpfen, fit für den Bühnenkrieg sein. Dann zieht Madaras weiter.

Kolls Auftritt am ersten Probentag ist kurz. Er wird aber noch reichlich zu tun bekommen. „Diesmal ist mein Störtebeker nicht so emotional wie im letzten Jahr“, sagt Koll. „Er hat keine Liebesbeziehung, was ich nach den dramatischen Ereignissen aus der ersten Geschichte logisch finde.“ Seine Geliebte war ermordet worden, was dem Titelhelden das Herz brach. „Ich bin jetzt nur für die Freiheit, die See und meine Kameraden da. Und das Ehrgefühl steht sehr im Vordergrund.“

Wie man ein Schwert fängt

Unter die Männer mischt sich an Tag eins nur eine Frau: Die Königin-Margarete-Darstellerin Krista Birkner. Und sie scheint schon ganz in ihrer Rolle zu sein. Sie strahlt Ernsthaftigkeit aus, spricht mit Pathos ihre Dialoge auch im Sitzen auf einem der blauen Zuschauerstühle.

Alexander Hanfland ist aufgetaucht und bekommt nach dem festgelegten Zeitplan mittlerweile Kampftraining. Madaras übt mit ihm unter anderem, wie er ein Schwert zu fangen hat. Hinter den beiden fährt gerade ein Radlader vorbei, der eine schwere Kartaune von rechts nach links befördert. Auf den Kulissen wird immer noch gehämmert und gemalert.

Dass ausgerechnet der draufgängerische Goedeke Michels in diesem Jahr eine Liebesgeschichte auf den Leib geschrieben bekam, gefällt Regisseur Marco Bahr sehr gut. „Wir suchen immer nach Handlungssträngen, die das Stück besonders machen“, sagt Bahr. „Dazu gehört, dass auch Goedeke mal eine Geliebte verdient hat. Dazu gehört aber auch, dass sich die beiden unzertrennlich wirkenden Freunde Goedeke und Störtebeker auch mal streiten und Konflikte austragen.“

Tim Braeutigam stapft durch den Bühnensand. Der Pyrotechniker versorgt Hanfland mit Gaffa-Tape für dessen Schwertgriff. Beim Vorbeihuschen sagt er noch: „Das wird toll in diesem Jahr. Es wird an allen Ecken und Enden knallen.“

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