Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Landesgelder für Schwimmunterricht – doch auf Rügen fehlen Trainer und Schwimmhallen
Vorpommern Rügen

Landesgelder für Schwimmunterricht – doch auf Rügen fehlen Trainer und Schwimmhallen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:16 20.01.2020
Jörg Wienberg, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Bergen, bringt Kindern im Schwimmlager Thiessow das Schwimmen bei. Quelle: OZBILD
Anzeige
Bergen

„Wer am Wasser wohnt, muss schwimmen können“, bringt es André Wasnick auf den Punkt. Wasnick ist Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverbands Rügen-Stralsund und begeisterter Schwimmer, der regelmäßig auch am Training der DRK-Wasserwacht teilnimmt. So könnte es ihn freuen, dass die Landesregierung den Schwimmunterricht im Land in den kommenden zwei Jahren mit zusammen 50 000 Euro aus ihrem Aktionsplan „MV kann schwimmen“ unterstützen möchte.

Das unterstrichen die Politiker noch einmal nach der jüngsten Anhörung des Bildungsausschusses. „Mit diesem Programm werden schwimmsporttreibende Vereine darin unterstützt, Schwimmkurse in den Schulferien anzubieten“, ließ Ausschussmitglied Matthias Manthei (CDU) verlauten. „Wir haben damit die erste Voraussetzung geschaffen, um mehr Kinder in Mecklenburg-Vorpommern frühzeitig zu sicheren Schwimmern auszubilden.“ Das Geld soll Vereinen oder Schulen ermöglichen, Bahnen in Schwimmbädern zu mieten und die Kinder dorthin zu transportieren.

Anzeige

Für Prüfungen nach Stralsund

Damit sei es allerdings nicht getan, findet Wasnick. „Ich muss kein Geld einsetzen, wenn ich weder Schwimmbäder noch Trainer habe“, sagt er. Kinder und Jugendliche müssten auch schwimmen lernen wollen. Dabei ließe sogar das Interesse der Eltern nach, ihren Kindern die nötigen Kenntnisse zu verschaffen. Die Politik müsse daher zunächst die Voraussetzungen schaffen. Beispielsweise, indem Aktivitäten von Schulen, DLRG und DRK koordiniert würden. „Wenn dann der Bedarf steigt, brauchen wir natürlich auch die Infrastruktur.“

Ähnlich sieht es Mirko Marth von der DLRG in Samtens, der zugleich Mitglied im Landesvorstand der Lebensretter ist. „Ich wüsste nicht, wie man das Geld einsetzen könnte, damit es effektiv wirkt“, sagt er. Die meisten Trainer seien ohnehin ehrenamtlich tätig. „Was uns fehlt, sind Schwimmhallen.“ Dabei hat der Samtenser immerhin „das einzige für den Unterricht nutzbare Becken der Insel“ vor der Haustür. Prüfungen dürfe er aber auch dort nicht abnehmen, weil das Becken zu flach ist. Damit seine Schützlinge ihr Seepferdchen im vorgeschriebenen Sportbecken von 25 Meter Länge und zwei Metern Tiefe ablegen können, muss er sie nach Stralsund bringen.

Schwimmbäder in alle Mittelzentren

Auch der Lebensretter kennt dabei die Probleme, Kinder und Jugendliche überhaupt erst zu motivieren, und der Aufwand, Kindern schwimmen beizubringen, werde zunehmend größer. Kamen Kinder früher mit zehn Unterrichtsstunden aus, benötigt die Generation Smartphone heute 50 Prozent mehr Zeit. „Man müsste Schwimmhallen bauen oder alte sanieren, statt Spaßbäder oder Wellness-Tempel zu schaffen“, findet Marth. „Damit müsste man sich deutlich intensiver beschäftigen.“

Das tut Bergens Bürgermeisterin seit ihrem Amtsantritt mit Nachdruck. „Ich bin grundsätzlich glücklich darüber, dass die Notwendigkeit, Schwimmunterricht zu fördern, erkannt wurde“, sagt Anja Ratzke (parteilos). Es sei eben nur die Frage, ob nicht sinnvollerweise zunächst die Infrastruktur dafür bereitgestellt werden müsse. „Es ist dringend notwendig, dass jedes Mittel- und Oberzentrum ein Schwimmbad hat und dessen Unterhaltung auch unterstützt wird.“ Die Zentren seien von der Raumplanung bestimmt und auch zentral erreichbar. Auf Rügen treffen diese Kriterien nur auf Bergen zu.

Land will weitere Unterstützung prüfen

Ratzkes Plänen für den Neubau eines Sportschwimmbades in Rotensee stimmte die Bergener Stadtvertretung bereits mehrheitlich zu. Der knapp zehn Millionen Euro teure Bau könne mit Unterstützung der Wohnungsgesellschaft der Stadt finanziert werden. Landespolitiker Matthias Manthei stellt weitere Mittel in Aussicht: „Es gibt auf Landesebene jetzt schon entsprechende Investitionsprogramme und wir werden demnächst darüber beraten, ob diese Programme ausreichen“, so Manthei.

Lesen Sie auch:

Mehr zum Autor

Von Uwe Driest

Nach jahrelangem Knatsch nun ein Miteinander: Kurverwaltung und Fremdenverkehrsverein (FVV) im Ostseebad Binz könnten künftig unter einem Dach sein und somit den touristischen Service für Gäste verbessern. Neben Informationen und Angeboten rund um den Urlaub können die Besucher dann auch eine Unterkunft vor Ort buchen. Dafür möchte der FVV mit in das Haus des Gastes einziehen. Der Betriebsausschuss Kurverwaltung hat bereits zugestimmt.

20.01.2020

Rügenmilch baut seine acht Automaten auf Rügen und in Stralsund aus wirtschaftlichen Gründen zurück. Was zum Start in 2017 noch gut angenommen wurde, fand zuletzt weniger Zuspruch.

20.01.2020

Prof. Dr. Cornelia Silaghi und Jürgen Suhr bilden Vorstandsspitze

20.01.2020