Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Dieser Leuchtturm ist Literatur
Vorpommern Rügen Dieser Leuchtturm ist Literatur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 21.11.2018
Der Leuchtturm auf dem Dornbusch ist das Ausflugsziel Nummer eins auf Hiddensee.
Der Leuchtturm auf dem Dornbusch ist das Ausflugsziel Nummer eins auf Hiddensee. Quelle: Dietmar Lilienthal
Anzeige
Kloster

Der literarische Ruhm des Leuchtturms auf dem Hiddenseer Dornbusch strahlt wie das Licht in weite Ferne: Als beziehungsreicher Schauplatz für den mit Literaturpreisen hochdekorierten Hiddensee-Roman „Kruso“ von Lutz Seiler hat sich das Leuchtfeuer im Norden des Eilands in Buchdeckeln etabliert, zwischen denen die bis heute existierende, legendäre Ausflugsgaststätte „Zum Klausner“ gleichfalls eine wichtige Rolle spielt. Das Licht des Leuchtturms auf dem Dornbusch scheint des Nachts kräftig über die Ostsee und hat eine Reichweite von etwa 45 Kilometern – bei klarer Sicht ist es bis zur dänischen Insel Møn zu sehen.

Vor 1989 war Møn ein Symbol für die Freiheit – so nah und doch so fern! Damit möglichst wenigen Grenzverletzern die gefährliche Flucht über die Ostsee in den Westen gelingen konnte, kreuzten NVA-Patrouillenboote mit starken Scheinwerfern vor Hiddensees Küste. Das Leuchtfeuer am Dornbusch hatte jedoch eine größere Strahlkraft als die kleinen Militärboote und thronte geradezu majestätisch über ihnen. Der größte Leuchtturm des „Söten Lännekens ragt auf dem 72 Meter über dem Meerspiegel ansteigenden Dornbuschhügel und strahlt mitsamt der Turmlänge aus 100 Meter Höhe auf die Ostsee.

Sehnsuchtsort für Künstler und Wissenschaftler

Als Reservat am Rand der Republik beschreibt Schriftsteller Lutz Seiler diese hügelige Landschaft, in der sich bis heute Künstler nahezu aller Genres auf verschiedene Weisen inspiriert fühlen. Seit mehr als 100 Jahren finden hier Maler, Literaten, Schauspieler, Wissenschaftler und Lebenskünstler ihren individuellen Sehnsuchtsort, der Zerstreuung oder auch höchste Konzentration auf das Wesentliche im Leben verspricht. Für die Hiddenseer Insel-Malerin Elisabeth Büchsel war der 1888 in Betrieb genommene Leuchtturm stets ein beliebtes Motiv, das, umgeben von einer wunderbaren Natur, den Weg auf ihre Bilder fand.

Wenn am sogenannten Schluckwieksberg, auf dem sich das Leuchtfeuer befindet, der Ginster blüht oder der Sanddorn orangefarben glüht, zücken Heerscharen von Fotografen ihre Kameras. Zu DDR-Zeiten war der Leuchtturm mit der internationalen Ordnungsnummer C 25 88 für die Öffentlichkeit nicht zu zugänglich und erst seit dem Jahr 1994 war es Besuchern vergönnt, die 102 Stufen bis zur Spitze zu erklimmen. Für die Besteigung des Turms ist ein Mindestalter von sechs Jahren vonnöten und für Menschen, die über 1,90 Meter groß sind, besteht schwere Kopfstoßgefahr auf den letzten Stufen des Turms. Da es sehr eng auf dem Turmumgang in luftiger Höhe von knapp 28 Metern ist, gilt eine begrenzte Besucherkapazität von 15 Personen. Kürzere Wartezeiten müssen also in Kauf genommen werden – besonders in der Hauptsaison.

Impressionen von einem der schönsten Ausflugsziele Vorpommerns

Ab Windstärke 6 für Besucher geschlossen

Bei steifen Brisen wird aus Sicherheitsgründen der Dornbusch-Leuchtturm ab Windstärke 6 für Besucher geschlossen. Errichtet wurde das heutige technische Denkmal in den Jahren 1887 bis 1888 als Ziegelbau. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte am 19. November 1888 – und knapp 30 Jahre später, vom Jahre 1927 bis 1929, wurde das Leuchtfeuer statisch ertüchtigt und mit einem Stahlbetonmantel baulich verstärkt. Das eigentliche Leuchtfeuer, fachlich als Sektorenfeuer bezeichnet, hat zwei unterschiedliche Sichtweiten: Weiß 24,9 Seemeilen (45 Kilometer) und Rot 21,3 Seemeilen (38 Kilometer). Die Kennung ist 0,8 Sekunden hell, 9,2 Sekunden dunkel (Blitz-Feuer). Im Beleuchtungsapparat an der Turmspitze strahlt als Lichtquelle eine Halogendampflampe. Für die Wartung und Unterhaltung des Turms ist seit 1990 das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA) zuständig. Wartungen werden laut WSA-Leiter Holger Brydda vier Mal im Jahr durchgeführt. „Wir unterscheiden zwischen der ,Großen Wartung’, die einmal im Jahr im Sommer stattfindet und den kleinen Wartungen, die drei Mal stattfinden.“ Die Wartungsteams bestehen dabei in der Regel aus drei Personen und sind drei bis fünf Tage auf Hiddensee. „Die nächste kleine Wartung findet vom 26. bis 28. November statt“, so Brydda.

Die Öffnungszeiten des Leuchtturms

Eintrittspreise: Erwachsener 3,00 Euro, Kinder 6-17 Jahre 1,50 €, Familien 2 Erw. + 2 Kinder 7,50 Euro

Öffnungszeiten (witterungsabhängig)

05. November bis 20. Dezember

Fr, Sa von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr

21. Dezember bis 23. Dezember

Fr - So von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr

27. Dezember bis 05. Januar

täglich von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr

06. Januar bis 31. Januar

Fr, Sa von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Christian Rödel

21.11.2018
Rügen Gesicht der Insel - Andreas Franz mag Ausflüge
21.11.2018