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Rügen Lohmer protestieren gegen Sperrung am Königsstuhl
Vorpommern Rügen Lohmer protestieren gegen Sperrung am Königsstuhl
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00:05 02.11.2017
Nachdem 2016 eine Buche auf den unteren Teil der Treppe stürzte, ist der Abgang am Königsstuhl gesperrt. Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa
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Lohme

Die Treppe am Königsstuhl soll bis zum Beginn der kommenden Urlaubssaison repariert werden. Das fordert die Bürgerinitiative „Bewahrt Lohme“. Sie hat sich mit einem Brief an den Minister für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD) gewandt und protestiert darin gegen die Absicht, diesen Abgang dauerhaft aufzugeben. Der Königsstuhl sei nicht nur ein Rügener Wahrzeichen, sondern auch eines, mit dem das Land um Gäste wirbt und das zu seiner Außendarstellung gehört. Mit der Sperrung verliere der Königsstuhl an Attraktivität.

„Dieser Attraktivitätsverlust eines der bekanntesten Ausflugsziele Deutschlands kann einen Imageschaden für den Tourismus unseres Bundeslandes nach sich ziehen“, warnen Burkhard Rahn und Jörg Burwitz im Namen der Lohmer Initiative.

Rechtlich gesehen ist die Kommune für dieses Problem nicht zuständig. Der Königsstuhl liegt auf Sassnitzer Gemeindegebiet. Deshalb hatte das Ministerium vor seiner Entscheidung auch nur eine Stellungnahme aus dem Rathaus der Hafenstadt eingeholt und nicht aus Lohme. Der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht hatte nach Rücksprache mit der Feuerwehr argumentiert, dass ein Abstieg nur zusätzliche Gefahren für die Gäste mit sich bringe. In Schwerin hatte man sich mit dem Projekt offenbar ohnehin schwer getan. „Der betroffene Hangbereich gilt als geologisch instabil und stark abbruchgefährdet“, heißt es aus dem Ministerium. Eine Notreparatur sowie eine Erneuerung des Abstiegs habe man „aufgrund der zu erwartenden hohen Kosten und Instabilität sowie der nicht zu gewährleistenden Standsicherheit verworfen“.

Es habe nie ein echtes Interesse des Landes an einer Reparatur des Abstiegs gegeben, vermutet man in Lohme. „Anstatt intensiv nach einer Lösung zu suchen, um den unteren, zerstörten Treppenteil wiederherstellen zu können, wurde mit der Sperrung die für alle Beteiligten einfachste Entscheidung getroffen“, wirft man dem Schweriner Ministerium vor. Letztlich halte sich auch das Interesse der Nationalparkverwaltung in Grenzen. Die spart sich künftig die Kosten für die Instandhaltung des Bauwerks.

Doch Leidtragende seien die Besucher ebenso wie die Rüganer. „Bei uns in der Touristeninformation ist das seit der Sperrung ein ständiges Thema“, sagt Torsten Rollin. Ständig werden der Geschäftsführer der Touristik Lohme GmbH und seine Kollegen gefragt, wie die Besucher überhaupt an den Strand unterhalb der Kreideküste kommen. „Wir bekommen jetzt erst mit, wie viele Leute diese Treppe immer benutzt haben“, sagt Ilona Burwitz, die gemeinsam mit ihrem Mann unter anderem Ferienwohnungen vermietet. Ohne einen Aufstieg am Königsstuhl oder in dessen Nähe sei die Distanz am Strand gerade für die älteren Besucher nicht zu schaffen.

Dass die fehlende Treppe dem Tourismus auf Jasmund schadet, können die Lohmer auch belegen. „Seit der Sperrung im Mai vergangenen Jahres ist die Verweildauer schlagartig gesunken“, bestätigt Torsten Rollin von der Touristik GmbH, die den Großparkplatz in Hagen betreibt. Die Erlöse pro Auto seien geringer geworden.

Dass die Gemeinde Lohme nicht Eigentümer der Fläche ist, mache den Kampf nicht einfacher, weiß Jörg Burwitz. „Aber das hier ist nicht allein Sache einer Kommune. Das hat Auswirkungen auf den Tourismus der gesamten Insel und ist von landesweiter Bedeutung.“ Die Lohmer hoffen, dass sich dem Protest Touristiker auf der ganzen Insel anschließen und sich möglicherweise auf dem Tourismustag Mitte des Monats in Lieschow dazu positionieren.

Maik Trettin

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