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Rügen Margot Mandelkow als erste Ehrenbürgerin der Gemeinde Mönchgut gewürdigt
Vorpommern Rügen Margot Mandelkow als erste Ehrenbürgerin der Gemeinde Mönchgut gewürdigt
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10:13 23.05.2019
Stets engagiert: Margot Mandelkow führt beim Mönchguter Heimatabend am 23. November mit durch das Programm. Quelle: Gerit Herold
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Mönchgut

Als Margot Mandelkow am 18. Mai Bürgermeister Dr. Detlef Besch die Tür öffnet, ahnt sie nicht, dass er zu ihrem 85. Geburtstag neben einem Blumenstrauß ein ganz besonderes Geschenk dabei hat: Die Gemeinde Mönchgut hat der engagierten Rüganerin das Ehrenbürgerrecht verliehen.

„Sie ist die erste Ehrenbürgerin. Wenn jemand das verdient hat, dann sie. Sie hat sich seit Jahrzehnten für die Kultur, die Sprache und das Brauchtum der Region eingesetzt“, begründet Besch. Einstimmig hatte sich der Gemeinderat in der letzten Woche dafür ausgesprochen. Zu Begründung heißt es unter anderem: „Das Leben von Margot Mandelkow ist geprägt von der Liebe zur Halbinsel Mönchgut und von dem beständigen Einsatz und der Arbeit für die Erhaltung und die Vermittlung von Wissen zur Geschichte dieser einzigartigen Kulturlandschaft.“

Viele Weggefährten und Freunde gratulierten

„Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet“ , sagt die Geehrte. Was sie mache, sei doch selbstverständlich. Sie war sehr berührt, wie viele Menschen an ihrem Geburtstag vorbeigeschaut haben. „Ich dachte Bürgermeister, Pfarrer, Volkssolidarität und gut“, lacht sie. Doch den ganzen Tag lang kamen Weggefährten, Freunde und Bekannte zum Gratulieren. „Das hat mir bestätigt, dass es ein Teil unserer Tradition ist, dass man sich mit Respekt und Achtung behandelt und füreinander einsteht.“

Dies ist auch die Botschaft des Mönchguter Heimatabends, der am 23. November in Baabe stattfindet und eine Mönchguter Hochzeit anno 1860 auf die Bühne bringt. Die Mitwirkenden erzählen nicht einfach nur Geschichte, sie sind selbst lebendiger Teil davon. Und mittendrin auch Margot Mandelkow.

Als Flüchtlingskind auf die Insel gekommen

1934 in Pyritz (Hinterpommern) geboren, kam sie als Flüchtlingskind auf die Insel. 1953 machte sie in Bergen Abitur, studierte Germanistik und wurde Lehrerin. Eigentlich lag ihr Mathe mehr, sagt die Tochter eines Chemiefachwerkers. „Aber Lehrer wurden gebraucht.“ Und die Sprache und Poesie liebte sie damals schon.

Zuerst arbeitete sie als Lehrerin in Garz, wo sie auf engagierte Kollegen traf, die ein besseres Deutschland aufbauen wollten und sie an die Hand nahmen. Besonders zu Ernst Wiedemann (1883-1958), Lehrer und Gründer des Ernst-Moritz-Arndt-Museums, habe sie aufgeschaut. Von 1955 bis 1995 unterrichtete sie in Gager/Groß Zicker. Mehrfach war sie Schulleiterin – aber immer „amtierend“. Wohl, weil die Familie inzwischen im Westen lebte und sie kein Parteibuch hatte. Mit ihrer Arbeit prägte die Pädagogin Generationen von Kindern. Sie war eine strenge, aber gerechte Lehrerin, von der man viel gelernt hat, sagen ehemalige Schüler. Sie vermittelte neben dem Unterrichtsstoff auch die Heimatverbundenheit und die Achtung vor den Leistungen und Traditionen der Vorfahren.

Glücklich, hier leben zu dürfen

Margot Mandelkow auf Rügen schnell heimisch und keine „Taugetreckte“. „Weil ich einen Mönchguter geheiratet habe“, erinnert sie sich dankbar. 1956 hatte sie ihren Erwin geheiratet, der mit ihr bis zu seinem Tod vor zwei Jahren in seinem Geburtshaus in Klein Zicker lebte. Das Heim in der Dörpstrat 22 nur ein paar Schritte von der Küste entfernt ist ihr Kraftort. Der Beim Blick über den Greifswalder Bodden spürt sie täglich die Schönheit und Urgewalt der Natur. „Ich stehe jeden morgen erfüllt am Fenster und bin glücklich, hier leben zu dürfen.“

Museen liegen ihr am Herzen

Das Mönchguter Kulturlandschaft zu bewahren, dafür ist sie unermüdlich im Einsatz. Ein Jahrzehnt lang war sie Vorsitzende des Fördervereins der Mönchguter Museen. Den Anstoß hatte Museumsgründerin Ruth Bahls (1909 bis 1994) gegeben: „Der, der das Glück hat, hier Lehrer zu sein, hat auch die Pflicht, für Mönchgut da zu sein“, wiederholt sie die Worte der einstigen Göhrener Lehrerin, die auch ihr Antrieb wurden. Auch heute ist die Ehrenvorsitzende des Vereins unentbehrliche Ratgeberin, Referentin und Autorin.

„Im Rahmen meiner verbleibenden Möglichkeiten will ich mit dafür einsetzen, dass die Museen weiter bestehen“, sagt die Unruheständlerin. Und so stieg sie am letzten Mittwochabend in ihr Auto und brauste zur Gemeinderatssitzung nach Gager, weil der Beschluss zur Zusammenarbeit der Gemeinden Göhren, Mönchgut und Baabe diesbezüglich auf der Tagesordnung stand. Noch einmal eindringlich dafür zu werben, war ihr wichtig. Dass ihre Initialen M.M. ebenso für die Mönchguter Museen stehen, könnte man Zufall nennen – oder aber Bestimmung.

Gerit Herold

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