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Rügen Vom Trockenbauer zum Soldat: „Die Deutsche Marine war mein Favorit“
Vorpommern Rügen Vom Trockenbauer zum Soldat: „Die Deutsche Marine war mein Favorit“
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12:38 10.11.2019
Keno Adrian steckt als freiwilliger Dienstleistender bei der Deutschen Marine gerade mitten in der Grundausbildung an der Marinetechnikschule Parow. Quelle: Jörg Mattern
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Parow

Keno Adrian will die Seefahrertradition in seiner Familie fortsetzenden. „Schon mein Opa und mein Vater haben bei der Volksmarine gedient, sagt der gebürtige Rüganer, der heute in Stralsund lebt. „Opa fährt bis heute noch Schiffe der Weißen Flotte, wenn seine Hilfe gebraucht wird, sagt er. Der heute 19-Jährige ist gewissermaßen mit Schiffen groß geworden.

Für vier Jahre zum Dienst verpflichtet

Trockenbauer hat er gelernt, doch seine berufliche Zukunft sieht Keno Adrian bei der Bundeswehr. Er hat sich freiwillig zum Dienst gemeldet. „Die Deutsche Marine war mein Favorit, noch vor den Gebirgsjägern“, sagt er und ist froh, dass es die Marine dann auch geworden ist. Für vier Jahre hat er sich zunächst verpflichtet. „Doch ich würde gerne auch länger dienen“, sagt er. Bei der Marineinfanterie etwa. Wenn er die Voraussetzungen erfüllt, könnte er sich das vorstellen.

Grundausbildung wird an der MTS absolviert

Doch zunächst steckt Rekrut Adrian an der Marinetechnikschule (MTS) in Parow erst einmal mitten in der Grundausbildung – im sogenannten grünen Abschnitt. Der beinhaltet unter anderem Geländeausbildung, Marschieren, Ausbildung an der Waffe und ist in den ersten drei Monaten für alle Rekruten gleich, auch für die Matrosen der Marine. Im Teil zwei der Grundausbildung folgt dann für alle, die später an Bord der Kampfschiffe eingesetzt werden, die seemännische Lehre – das richtige Verhalten an Bord gehört ebenso dazu wie Brandabwehr oder die Atemschutzausbildung. Adrian freut sich darauf: „Das geht dann schon in Richtung der künftigen Verwendung.“

Zu Auslandseinsätzen eine eindeutige Meinung

„Ich hab’ mir die Grundausbildung etwas schwerer vorgestellt“, sagt der Rekrut etwas verschmitzt. Doch für ihn ist es okay. „Alles, was ich bisher erlebt habe, gibt mir das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“ Mit den Kameraden auf seiner Stube kommt er gut klar. „Wir sind alle so Anfang 20, das passt gut“, sagt er. Auch über das, was kommen kann, ist sich Keno Adrian im Klaren. Zum Thema Auslandseinsätze hat er eine eindeutige Meinung: „Man muss auch mal gerade stehen für sein Land. Ich gehe doch nicht zum Bund, um mich dann vor Einsätzen im Ausland zu drücken.“ Für ihn ist das die Realität der heutigen Bundeswehr.

Er hat drüber nachgedacht: „Ich habe derzeit weder Frau noch Kind. Auf mich wartet also erst mal keiner zu Hause. Da sollten sechsmonatige Auslandseinsätze schon passen.“ Vielleicht ist auch etwas Fernweh dabei. Das schwingt zumindest mit, wenn er sagt – er wolle auch etwas sehen von der Welt.

Vereidigung mit 250 Rekruten

Am 12. November, dem 64. Jahrestag der Gründung der Bundeswehr, wird Keno Adrian um 11.30 Uhr zusammen mit 250 Rekruten, unter ihnen 29 weibliche Soldaten, zur Vereidigung auf dem Alten Markt antreten. Erstmalig sind für die MTS auch 30 Heeressoldaten dabei, die ihre Grundausbildung in Parow absolvieren. Die Festrede wird Mecklenburg-Vorpommerns stellvertretender Ministerpräsident, Lorenz Caffier (CDU), halten.

Bis Dienstag ist zwar noch etwas Zeit, doch Keno Adrian ist jetzt schon etwas aufgeregt. „Ich steh’ eigentlich nicht so gerne im Mittelpunkt“, sagt er. „Aber gemeinsam mit den anderen vor der Kulisse des alten Stralsunder Rathauses den Eid abzulegen, das wird schon ein Erlebnis werden.“ Und zudem kommen Vater und Opa von Rügen dazu, um dem künftigen Seemann den Rücken zu stärken.

Vereidigung vor historischer Kulisse

250 Rekrutender Marinetechnikschule (MTS) legen am 12. November, 11.30 Uhr, auf dem Altem Markt in Stralsund vor der historischen Kulisse der Hansestadt ihr feierliches Gelöbnis bzw. den Eid für Berufssoldaten ab.

Unter denen, die zur Vereidigung antreten, sind auch 29 weibliche Soldaten.

Die Festrede hält Lorenz Caffier (CDU), stellvertretender Ministerpräsident Mecklenburg Vorpommerns.

Das Heeresmusikkorps aus Neubrandenburg wird für die musikalische Untermalung des Festaktes sorgen. Neben den Angehörigen der Rekruten werden zahlreiche Gäste aus Politik, Militär, Wirtschaft und der Stralsunder Bürgerschaft erwartet.

Nach diesem Zeremoniellwird der Kommandeur der Marinetechnikschule, Kapitän zur See Oliver Jülke (55), traditionell vor angetretener Front die Mutter eines Rekruten mit der weitesten Anreise mit einem kleinen Geschenk ehren.

Frau Salwa Buroody-Trudel reist für ihren Sohn, Karim Trudel, aus Sheikh Zayed (Ägypten) etwa 5 080 Kilometer in den Nordosten Deutschlands, um der Vereidigung beizuwohnen.

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Von Jörg Mattern

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