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Rügen Markthalle in Sassnitz: Zwei Standorte stehen zur Auswahl
Vorpommern Rügen Markthalle in Sassnitz: Zwei Standorte stehen zur Auswahl
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08:00 26.10.2019
Zwei Standorte haben sich für einen möglichen Standort der Markthalle herauskristallisiert: Hafen und Bachstraße. Quelle: Stefan Sauer
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Sassnitz

Passt eine Markthalle zu Sassnitz? Wenn ja, wo soll sie stehen? Wer soll sie betreiben? Fragen, die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses jetzt diskutiert haben. Den Grundstein dafür haben die Stadtvertreter schon vor zwei Jahren gelegt, als sie sich für eine Markthalle in ihrer Hafenstadt einstimmig ausgesprochen hatten.

Künftig könnte Sassnitz zum Handelsplatz werden, der Verkäufer und Kunden von der ganzen Insel anlockt, so die Idee vor zwei Jahren. Eine Markthalle für regionale Produkte soll hier entstehen. Unter einem schützenden Dach sollen Händler von der Insel beziehungsweise aus der Region Stände mieten und dort die frischen Produkte anbieten. „Wir haben uns hinreichend mit diesem Thema beschäftigt, vor allem in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, und dabei bewusst die Standort-Diskussion rausgelassen“, sagt Leon Kräusche, Leiter Wirtschaftsförderung in Sassnitz. Im ersten Schritt sollte herausgefunden werden, wie das Objekt aussehen und wie es betrieben werden soll.

Dabei gebe es für eine Größenordnung wie Sassnitz nur eine Option: Nur mit zwei bis drei lokalen Produzenten könne ein Betrieb in einer Markthalle dauerhaft gesichert werden. Es soll nicht nur eine touristische Einrichtung sein, sondern auch mit Versorgungsständen. Leon Kräusche spricht davon, Gewerbetreibende mit ins Boot zu holen, die beispielsweise für ihre Küche oder ihr Hotel Bestellungen abgeben und einkaufen. „Die Halle muss aber mit dem Auto erreichbar sein. Ein Gewerbetreibender kann nicht 300 Meter zu Fuß gehen, um seine Waren abzuholen“, sagt er.

Klares Signal

Leon Kräusche drängt auf eine schnelle Entscheidung, wenn dieses Projekt politisch gewollt ist. Denn in der aktuellen Haushaltsdiskussion ist nicht eingeplant, dass es die Stadt weiterverfolgen wird. „Doch darum geht es. Wenn wir sagen, wir beerdigen die Markthalle, dann bleibt es im Haushalt, wie es ist. Oder wir wollen weiter arbeiten, dann müssen wir Eigenmittel einstellen. Das muss uns klar sein“, so Kräusche. Er sprach von 5000 Euro, die extra dafür in den Haushalt eingestellt werden würden. „Dadurch sind wir handlungsfähig, so dass wir, wenn wir zu einem Ergebnis kommen, an dem Projekt weiterarbeiten können.“ Er möchte ein klares Signal haben, ob sie die Halle wollen oder nicht. Ab einem bestimmten Punkt in der Haushaltsdiskussion würde es nicht mehr weitergehen, wäre danach erst über Nachtragshaushalt im Jahr 2021 oder 2022 möglich.

Am Donnerstagabend wurde über einen geeigneten Standort diskutiert, der auch von Lieferanten und Abnehmern problemlos angefahren werden kann. Der Hafenbereich und die Bachstraße kamen bei einigen Ausschussmitgliedern in die engere Auswahl. „Um für Touristen und Einheimische einen gemeinsamen Nenner zu finden, würde ich mich für die Bachstraße entscheiden. Dort ist ein Parkplatz vorhanden, dieser Platz ist belebt“, sagt Christine Zillmer (CDU).

Kaufkraft nimmt ab

Matthias Klein berichtet von Gesprächen mit Händlern auf dem Mittwochsmarkt in der Bachstraße. „Dieser Markt wird immer kleiner, die Kaufkraft nimmt immer weiter ab“, sagt der sachkundige Einwohner. Deswegen tritt er dem Projekt skeptisch gegenüber. „Ich bin der Meinung, dass über einen langen Zeitraum entweder schnell Leerstand herrscht oder aber horrende Kosten anfallen, an denen wir uns beteiligen müssen.“ Die gleiche Vermutung hat auch Karsten Käning (SPD). „Ich glaube nicht, dass eine Markthalle dauerhaft zu betreiben ist, ohne dass Kosten für die Stadt entstehen. Kostenneutral wird die Halle dauerhaft nicht sein.“

Die Diskussion wurde auf Antrag von Thomas Kursikowski (AFW) vertagt und soll in der kommenden Sitzung erneut auf der Tagesordnung stehen. Einige Mitglieder, die im Mai gewählt wurden, fehlt der Kenntnisstand der anderen Mitglieder.

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