Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Sassnitz will Stadtbus-Angebot ausweiten
Vorpommern Rügen Sassnitz will Stadtbus-Angebot ausweiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:14 03.01.2019
Der Busbahnhof in Sassnitz ist eine der Stationen der Stadtlinie der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen. Auf Wunsch der Stadt soll es ab 2020 mehr Abfahrten und möglicherweise eine zweite Ringlinie in der Rügener Hafenstadt geben. Quelle: Maik Trettin
Sassnitz

In Sassnitz soll es künftig mehr Busverkehr geben. Das Liniennetz soll zum einen so ausgeweitet werden, dass weitere Wohngebiete per Bus zu erreichen sind. Zum anderen ist geplant, den bestehenden so genannten Takt zu verkürzen. Das bedeutet, dass die Busse dann öfter fahren und es an den Haltestellen mehr Abfahrten gibt. Diesen Vorschlag unterbreitete Bürgermeister Frank Kracht den Stadtvertretern auf ihrer Sitzung im Dezember. Im Jahr 2019 könne man die Vorbereitungen treffen. In den politischen Gremien sei dann Gelegenheit, verschiedene Ideen zu diskutieren, unter anderem den Linienverlauf und die Lage der Haltestellen. Zu Beginn des Jahres 2020 würde der neue Fahrplan dann in Kraft treten.

Kracht: Hafenbus war ein voller Erfolg

Die Einwohner und ihre Gäste legen offenbar viele Wege innerhalb der langgezogenen Stadt mit dem Bus zurück. Über einen Fahrgastmangel in Sassnitz klagt man jedenfalls bei der kreiseigenen Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) nicht. „Das Unternehmen fährt dort kostendeckend“, sagt Bürgermeister Kracht. Die Stadt zahlt für die normale Stadtlinie nicht einen Cent aus ihrer Kasse an die VVR. Im zurückliegenden Jahr war das Angebot deshalb auch ausgeweitet worden: In der Sommersaison fuhr werktags zusätzlich ein Bus auf einer abweichenden Strecke. Zwischen 11 und 17 Uhr startete er alle zwei Stunden am Busbahnhof, fuhr durch einen Teil der Stadt, steuerte den Hafen an und landete schließlich wieder am Busbahnhof. Dieser so genannte Hafenbus war ein Versuch, Stadt und Stadthafen über den öffentlichen Personennahverkehr miteinander zu verbinden. „Das ist gelungen“, sagt Frank Kracht. „Der Hafenbus war ein voller Erfolg.“ Weil die Linie neu und ein Wunsch der Stadt war, hatte letztere das Risiko zu einem nicht unerheblichen Teil getragen. 5000 Euro wurden aus der Stadtkasse an die VVR gezahlt, um einen Teil der Kosten zu decken. Das Geld wird größtenteils wieder zurückfließen. Von den Fahrgästen wurde diese Linie so gut angenommen, dass die Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf einen Zuschuss weitgehend entbehrlich machten. „Wir bekommen deshalb 85 Prozent des von uns gezahlten Geldes zurück“, kündigte der Bürgermeister an.

Halbstunden- statt Stundentakt im Rügener Ring?

Rund 4000 Fahrgäste hat das Kreisunternehmen allein zwischen Mai und Oktober im Hafenbus gezählt. „Für einen ersten Versuch ist das eine gute Zahl“, zeigt sich auch der für Rügen zuständige VVR-Betriebsleiter Ronald Keil zufrieden. Der Wunsch nach mehr Busverkehr in Sassnitz sei nachvollziehbar – und keineswegs unrealistisch. In Auswertung der Hafenbus-Premiere haben sich auch die Kollegen beim VVR Gedanken gemacht, wie man dauerhaft ein attraktiveres Nahverkehrs-Angebot unterbreiten könnte. „Wir brauchen eine engere Taktung im Stadtverkehr“, hatte Frank Kracht in der Stadtvertretung eines der Ziele formuliert. „Im Rügener Ring zum Beispiel reicht das Angebot zu den Stoßzeiten nicht aus.“ Dort solle künftig jede halbe Stunde ein Bus fahren, statt wie bisher nur jede Stunde. Andere Wohngebiete, die in den zurückliegenden Jahren entstanden sind, wären noch gar nicht an das Busliniennetz angeschlossen, bemängelt Kracht. Als Beispiele nennt er die vorwiegend von Eigenheimen geprägten Siedlungen rund um die Schlossallee und an der Buddenhagener Straße (umgangssprachlich „Schuldenberg“ genannt).

Bahn verlegt Haltepunkt in Lancken um 100 Meter

Ob die bestehende Linie erweitert oder mit einer zweiten verknüpft wird, darüber sollen die Stadtvertreter ebenso entscheiden wie über die grundsätzliche Erweiterung des Stadtbusverkehrs. Kracht hatte in der Stadtvertretung für eine zweite Ringlinie plädiert. Die könnte beispielsweise vom Rügener Ring aus über die dann sanierte Granitzer Straße und die Buddenhagener Straße geführt werden und den Bahnhof Lancken anfahren. Dort plant die Bahn, den Haltepunkt um etwa 100 Meter in Richtung des Bahnübergangs an der Dorfstraße zu verlegen. Dadurch könnte man einen guten Übergang zwischen Bus und Bahn schaffen, so Kracht. Eine zweite Stadtbuslinie kann man sich offenbar auch beim VVR vorstellen. „Dadurch ließe sich an bestimmten Haltestellen fast ein Halbstundentakt realisieren“, sagt Ronald Keil. „Das Busangebot in Sassnitz würde deutlich verdichtet.“

Über das derzeitige Angebot wollen sich die Kommunalpolitiker in den nächsten Tagen einen Überblick verschaffen – bei einer Stadtrundfahrt mit dem Bus. Dabei wird auch über die Lücken im derzeitigen Liniennetz gesprochen und über Möglichkeiten, diese zu schließen.

Maik Trettin

Die Spendenflut für die Weihnachtsaktion der OSTSEE-ZEITUNG Rügen hat auch bis ins neue Jahr nicht nachgelassen. Bisher haben Sie, liebe Leser, 21 679, 70 gespendet.

03.01.2019

Stürmischer Wind bis zu Stärke 9 entwurzelte Bäume und ließ Hochwasser entstehen

02.01.2019

In Mecklenburg-Vorpommern startet das neue Jahr mit Hochwasser. Entlang der Küste stehen Autos im Wasser. Straßen wurden gesperrt. Bäume stürzten auf Bahngleise.

02.01.2019