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Rügen Mehr Platz, mehr Auswahl: Endlich schmeckt es wieder
Vorpommern Rügen Mehr Platz, mehr Auswahl: Endlich schmeckt es wieder
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00:00 07.03.2017
Die neue Mensa wurde teilweise in den Berg gebaut. Dadurch können die Schüler auch die Dachfläche als Freizeitbereich nutzen.
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Bergen

Vollkornspaghetti mit Tomatensauce, Hähnchencurry mit Basmatireis oder Schweinesteak mit Zigeunersauce – Rügens Gymnasiasten hatten gestern zur Eröffnung ihrer neuen Mensa in Bergen die Qual der Wahl. „Super!“, findet Robin Bischur (19). „Nicht nur das Essen ist gut, auch Angebot und Ausstattung sind top. Ich freue mich, dass die Mensa jetzt endlich fertig geworden ist.“

Am Gymnasium wurde gestern die neue Schulmensa mit 216 Plätzen eingeweiht. Die Baukosten betrugen 1,7 Millionen Euro

Die neue Mensa, in der sich die über 900 Schüler des Inselgymnasiums mit Mittagessen und kleinen Snacks versorgen können, wurde in den bestehenden Pausenhof integriert und gewissermaßen in den vorhandenen Hang gebaut. „Dadurch haben wir die Möglichkeit bekommen, ein begehbares Dach zu schaffen, dass die Schüler als Freizeitfläche nutzen können“, erläutert Planer Reyk Höhne vom zuständigen Ingenieurbüro. Auch sonst ist das Gebäude auf dem neuesten Stand. „Die Mensa ist komplett barrierefrei und mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet“, so Höhne. „Trotzdem haben wir sparsam gebaut, zum Beispiel auf runde Formen verzichtet.“

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Das sagte er auch mit Blick auf den anwesenden Landrat Vorpommern-Rügens Ralf Drescher (CDU) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU), deren Häuser den Bau finanziert hatten. Das Land MV beteiligte sich mit einer Summe von einer Million Euro, die restlichen 700000 Euro gab der Landkreis dazu. „Die Architekten und Baufirmen haben überzeugende Arbeit geleistet“, zeigte sich Landrat Drescher zufrieden. „Das Gymnasium entspricht jetzt voll und ganz den Anforderungen des 21. Jahrhunderts.“Auch Innenmister Caffier lobte den Mut mit der Mensa „einen großen Wurf zu landen“. „Es ist eine kluge Entscheidung in die Schulen zu investieren. Das ist eine Investition in die Zukunft.“ In seiner Ansprache ging Caffier auch auf den Namenspatron des Bergener Gymnasiums ein, über dessen politische Bedeutung in den vergangenen Monaten viel diskutiert wurde. „Ich persönlich halte die aktuelle Debatte um Ernst Moritz Arndt für etwas überzogen“, sagte der Minister und erntete dafür Applaus im Publikum. Man dürfe keine politisch schwierige Äußerung unter den Teppich kehren, solle aber auch das Positive sehen. „Er ist Identifikationsfigur für die Region“, so Caffier.

Insgesamt sind auf 288 Quadratmetern Nutzfläche 216 Sitzplätze entstanden, auf weiteren 95 Quadratmetern Fläche findet die Küche Platz, in der die Mitarbeiter des Betreibers Sodexo die Mahlzeiten zubereiten. „Die alte Mensa war viel zu klein“, stellt Schülerin Emma Löhn (18) fest. „Es gab nur wenig Plätze, dementsprechend war es immer voll, manchmal hat die Zeit zum essen dann nicht mehr ausgereicht. Viele Schüler haben sich ihr Mittagessen lieber beim Supermarkt geholt.“ Diesem „Exodus zum Rewe“, wie es Schulleiter Christoph Racky augenzwinkernd nannte, könne man jetzt eine Alternative entgegensetzen. „Wir haben gut 100 Sitzplätze mehr geschaffen“, sagte er. „Jetzt wünsche ich mir, dass das Angebot auch angenommen wird.“

Beim „Eröffnungsessen“ jedenfalls sah man vor allem zufriedene Gesichter. „Ich finde es gut, dass es hier auch etwas Ausgefallenes gibt wie Curry“, lobte Emma Löhn. Andere hielten sich lieber an die Klassiker. Auf dem Teller des Innenministers türmte sich ein Berg Spaghetti, Landrat Drescher probierte das Steak. „Wenn die Qualität so bleibt, mache ich mir um die Zukunft der Mensa keine Sorgen“, so Drescher.

Jeden Tag gibt es für die Gymnasiasten drei verschiedene Gerichte zur Auswahl. Darunter befindet sich immer ein vegetarisches Essen, ein weiteres ist besonders ausgewogen in der Nährstoffzusammensetzung und ist von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zertifiziert. „Die Schüler bestellen über das Internet oder per App auf dem Smartphone ihr gewünschtes Essen. “, erklärt Sylke Sünder vom Marketing des Betreibers Sodexo. „Beilagen und Dessert nehmen sie sich nach Geschmack vom Buffet.“ Zusammen mit einem Getränk ergibt sich ein Preis von 3,80 Euro pro Menü.

„Schade“, meinen Emma Löhn und Robin Bischur einhellig. „Wir gehen in die zwölfte Klasse und werden das Angebot nur noch ein halbes Jahr lang nutzen können.“

Neue Mensa

216 Plätze bietet die neue Men- sa im Ernst-Moritz-Arndt-

Gymnasium, vorher standen nur 60 Sitzplätze zur Verfügung.

Im Schuljahr 2015/

2016 besuchten 970 Schüler das Insel-

gymnasium, Tendenz steigend. 2011/2012

waren es 877 Jungen und Mädchen, 2023/

2024 wird nach Angaben des Landkreises mit 1002 Schülern gerechnet.

3 Gerichte täglich stehen den Schülern zur Auswahl, darunter ein vegetarisches und ein Salatbuffet.

1,7 Millionen Euro hat der barrierefreie Neubau gekostet, die Summe teilten sich Land und Landkreis.

Anne Ziebarth

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