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Rügen Mensch, Tier und Pflanzen schwitzen auch auf Rügen
Vorpommern Rügen Mensch, Tier und Pflanzen schwitzen auch auf Rügen
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10:55 02.08.2018
Während der Trockenperiode wässern die Gärtnerinnen Martina Blum und Bärbel Jäckel (hinten) vom Bergener Stadtbauhof die Beete täglich. Quelle: Uwe Driest
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Bergen

Selbst Eisdielen profitieren nicht immer von warmer Witterung. „Dann gehen die Menschen lieber schwimmen“, sagt Conny Wendling vom Bergener Eispalast. „Mittlerweile aber ist es schon so lange heiß, dass es den Urlaubern selbst am Strand zu viel wird.“

Karsten Kröger, Technischer Leiter beim Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (Zwar) vermutet, dass die Inselgäste in dieser Zeit auch mehr als einmal am Tag duschen. Jedenfalls sei der Wasserverbrauch in den Badeorten gegenüber dem Juli 2017 um bis zu 30 Prozent gestiegen. Knapp werde das Wasser aber nicht und so rät der verband nicht, kostbares Nass zu sparen und auf Autowäsche oder Bewässerung des Rasens zu verzichten.

Das ermutigt Matthias Bräse, in der Stadt Bergen für Grünanlagen zuständig, Anwohner zu bitten, die Vegetation mit der Gießkanne zu unterstützen. Die Hochbeete am Markt werden bereits täglich gewässert. „Rabatten können allerdings im nächsten Jahr nachgepflanzt werden, aber junge Bäume können Hilfe gebrauchen, damit wir auch in Bergen-Süd und Rotensee auf lange Sicht wieder große Bäume bekommen.“ Die letzten nennenswerten Niederschläge habe es an Ostern gegeben. Auf dem Rugard seien daher 80 Prozent der neuen Bäume vertrocknet und die Pflanzung auf dem Raddas müsse komplett wiederholt werden, klagt Bräse. Im Fall der Lückenschließungen der Allee am Storchennest möchte er die Feuerwehr um Unterstützung bei der Bewässerung bitten.

Den Kühen geht das Futter aus

Sogar harter Asphalt gibt der Wärme nach. „Wir haben verschiedentlich mit sogenannten schwitzenden Decken zu tun“, sagt Dirk Gorgs von der Straßenmeisterei Martensdorf. Dabei werden ältere Fahrbahndecken, deren Oberfläche bereits mit Bitumen und Splitt nachbehandelt wurde, erst heiß und dann weich. „Das sieht dann aus wie schwarze Pfützen.“ Damit die nicht an Autoreifen kleben bleiben und größere Stücke herausreißen, streuen seine Leute die Stellen mit Splitt ab. In aller Munde sind dieser Tage auch Folgen für die Landwirtschaft. „Bei Gerste und Weizen fiel die Ernte schon mager aus, aber beim Raps sieht es immer noch besser aus, als im regnerischen Vorjahr“, sagt Karin Pisch, Geschäftsführerin des Rügener Bauernverbands. „Nun brauchen wir dringend Regen für den Mais.“ Auch Zuckerrüben und Kartoffeln leiden unter der Trockenheit. „Das größte Problem ist aber die Futterversorgung.“ Zwar habe der Minister verfügt, dass auch Gründlandflächen gemäht werden dürfen, damit Bauern, die selber kein Vieh haben, ihren Nachbarn helfen können, „aber auch die sind zunehmend trocken“, so Pisch.

Der Engpass sei groß, aber von Notschlachtungen wie sie andernorts im Gespräch seien, habe sie noch nicht gehört. Aufgrund der akuten Futterknappheit und des fehlenden Strohs richtete der Bauernverband auf seiner Internetseite ein Forum für Angebot und Suche von Raufutter und Stroh ein. Die Bauern leiden zudem verstärkt unter der erhöhten Brandgefahr während Ernte und Drusch. Durch Funkenflug entstehende Brände halten so auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren auf Trab. Gab es im Landkreis 2016 knapp 500 Brände und im vergangenen Jahr 637, sind es bis zum Juli dieses Jahres bereits fast eben so viele (628).

Einzig das Bergener Krankenhaus verzeichnet laut Geschäftsführerin Silke Ritschel „keinen signifikanten Anstieg der Patientenzahlen“. Offensichtlich schlägt das warme Wetter an der Ostseeküste eben nicht so auf den Kreislauf wie im Binnenland.

Driest Uwe

Ein Bräutigam, dem das Ja-Wort nicht über die Lippen kommt, ein schottischer Dudelsackspieler am Königsstuhl und eine Braut, die ihren künftigen Gemahl zu Hause lassen musste – als Standesbeamtin hat Angela Schröter seit 1983 einiges erlebt.

02.08.2018

Bruno Apitz sammelt Autogramme, Fotos, DVDs und Programmhefte der Störtebeker Festspiele.

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