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Rügen Minister kommt Binzer Hoteliers entgegen
Vorpommern Rügen Minister kommt Binzer Hoteliers entgegen
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17:14 24.06.2019
Die Autobahn 20: Damit der Verkehr in Richtung Insel Rügen rollt, soll in Tribsees eine vierspurige Überbrückung entstehen. Quelle: Michael Prochnow
Binz

„Wir sind da mit einem positiven Eindruck rausgegangen“, sagt Birte Löhr, Generaldirektorin der Hutter-Hotels auf Rügen. „Es war eben nicht nur ein 15-Minuten-Gespräch aus Höflichkeit. Verkehrsminister Christian Pegel hat sich über eine Stunde Zeit für uns genommen.“ Damit reflektiert Löhr zufrieden jenes Treffen, dass nach einem Brandbrief der Interessengemeinschaft Binzer Hotels und Unternehmer (IBHU) kurzfristig zustande kam. In dem Schreiben hatten Hoteliers und Unternehmer beklagt, dass die lange Bauzeit an der A-20-Havariestelle bei Tribsees und zahlreiche Baumaßnahmen auf Rügen dazu führten, dass das Interesse der Urlauber an der Insel nachließe. Darin forderten die Touristiker eine schnelle Fertigstellung der A-20-Brücke und drohten eine kurzzeitige Blockade der Autobahn an, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. In einer ersten Reaktion kanzelte das Ministerium die Briefschreiber ab, lud sie aber gleichzeitig zu einem Gespräch ein.

Kürzerer Draht geplant

Laut Birte Löhr ist es für sie besonders schön gewesen, zu hören, dass es bereits ab 2020 eine vierspurige Überbrückung geben soll, die den Verkehr an dem A-20-Nadelöhr wieder flüssiger machen könnte. Erst gestern war vom Infrastrukturministerium mitgeteilt worden, dass der erste Auftrag für den Bau vergeben wurde. „Plötzlich geht das jetzt alles sehr schnell“, kommentiert Birte Löhr die Nachricht. „Beim Gespräch versicherte man uns auch, dass bei geplanten Baumaßnahmen und möglichen Sperrungen wir künftig direkt informiert werden, damit wir unseren Gästen entstehende Verkehrsbehinderungen rechtzeitiger mitteilen können.“Touristiker Mario Kurowski konnte während des Gesprächs mit Minister Pegel ebenfalls konstatieren, dass eine Reihe von Animositäten durch eine fehlende Kommunikation zustande gekommen sind. „Das wird jetzt definitiv anders, denn beide Seiten sind an einem Dialog interssiert“, sagt Kurowski.

Baumaßnahme überdenken

Bei einer bevorstehenden Baumaßnahme zwischen Semper und Sassnitz soll das zum Beispiel alles schon anders werden. „Wir haben darum gebeten, die Maßnahme noch einmal zu überdenken und sie in zwei Bauabschnitte einzuteilen“, sagt Mario Kurowski weiter. „Dadurch könnten die Umleitungen bei den jeweiligen Sperrungen auf ein Minimum reduziert werden und über nahe liegende Strecken gehen.“ Ein weiteres Thema ist für die touristischen Anbieter die Entwicklung des Inselnordens. Birte Löhr weist darauf hin, dass eine Fährverbindung ebenso schnell hergestellt werden muss, wie auf Wittow Siedlungen und Herbergen entstünden. Würde das in einem Verkehrskonzept keine Berücksichtigung finden, quälten sich die Urlauberautos jahrelang durch die Schabe, durch das Lietzow-Nadelöhr und entlang der Bäderküste.

Komplexes Bauvorhaben

Das Infrastrukturministerium bewertete das Treffen in einer Pressemitteilung „In dem Gespräch wurden unter anderem die notwendigen Zeitläufe für die Planung und Errichtung eines A-20-Brückenbauwerks erläutert“, sagte Ministeriumssprecherin Renate Gundlach. „Wir haben uns dabei bemüht, die bestehende Fehleinschätzung darüber, mit welcher Geschwindigkeit ein solches Bauwerk realistisch umsetzbar ist, durch Darstellung der Komplexität und des Bauvolumens in die realistischen Rahmenbedingungen zu rücken.“ Man habe den Hoteliers aus Binz verdeutlichen können, „wie sehr sich die Straßenbauverwaltung seit Sichtbarwerdens der Probleme an der A20 bei Tribsees bemüht, alle denkbaren Prozesse bei diesem Vorhaben zu beschleunigen“. Dass derzeit keine Bauarbeiten bei Tribsees zu sehen seien, habe damit zu tun, dass zunächst die Planungen und danach die Ausschreibungen der Bauleistungen abgeschlossen werden müssten. Gundlach: „Eine gründliche und fundierte Planung ist notwendige Voraussetzung für eine Ausschreibung. Zudem wird die Zeit genutzt, um notwendige vorbereitende Arbeiten wie beispielsweise Ausgleichsmaßnahmen und Leitungsumverlegungen bereits jetzt, parallel zu den letzten Planungsarbeiten, umzusetzen. Nicht alle diese Arbeiten sind in der unmittelbaren Trasse der Autobahn erkennbar.“

Renate Gundlach bestätigte den baldigen Baubeginn für ein östliches Brückenbauwerk, nannte dafür aber keinen Fertigstellungstermin, den die Mitglieder der IBHU mit spätestens 2022 angaben. Laut Gundlach gab es noch weitere Details, die seitens des Ministeriums nicht öffentlich gemacht werden sollen, da das Gespräch einen vertraulichen Charackter gehabt habe. Dem widersprachen Birte Löhr und Mario Kurowski: „Das war kein Gespräch hinter verschlossenen Türen. Was dort gesagt wurde, kann öffentlich gemacht werden.“

Jens-Uwe Berndt

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