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Rügen Minister will Fischern ihre Gewässer verbieten
Vorpommern Rügen Minister will Fischern ihre Gewässer verbieten
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12:54 14.05.2018
Fischkutter liegen im Hafen von Vitte auf Hiddensee. Bald sollen sie große Teile der nahen Küstengewässer nicht mehr befahren dürfen. Quelle: Alexander Müller
Vitte/Schwerin

Entzieht die Politik den letzten Fischern im Land jetzt endgültig die Lebensgrundlage? Fangquoten und niedrige Preise machen ihnen ohnehin die Arbeit schwer. Doch nun könnte für sie auch noch das Wasser knapp werden, in dem sie fischen dürfen. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt unter Till Backhaus(SPD) will große Teile des Nationalparks „Vorpommersche Boddenlandschaft“ für die Fischer zur Tabuzone machen. Doch genau dessen Küstengewässer sind wichtige Fischgründe für die lokalen Betriebe mit ihren kleinen Kuttern.

Fallen die weg, wären Fischer auf dem Darß, der Insel Hiddensee, Barhöft und dem Westen der Insel Rügen in ihrer Existenz bedroht. Der Verband der Kutter- und Küstenfischer MV geht von 40 bis 50 betroffenen Personen aus. Das ist ein Viertel der noch verbliebenen rund 200 Fischer in MV.

Viele wissen nun nicht mehr weiter, darunter auch Steffen Schnorrenberg (46) aus Vitte. „Wir können auf die Gebiete nicht verzichten. Der Fisch hat einen Kopf und einen Schwanz. Er ist heute hier und morgen da“, sagt er. Seit 30 Jahren fischt Steffen Schnorrenberg im Nationalpark - mit behördlicher Erlaubnis und im Einklang mit der Natur, wie er betont. „Hier haben schon unsere Großväter gefischt.“

Das Landwirtschaftsministerium erklärt, dass 51 Prozent der Flächen im Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“ frei werden sollen von der Nutzung durch Landwirtschaft, Forst und Fischerei. Dies ergebe sich aus dem Bundesnaturschutzgesetz. „Davon ist der Nationalpark mit seinen großen Anteilen an Ostsee- und Boddenfläche derzeit noch weit entfernt. Das heißt, es wird perspektivisch tatsächlich Einschränkungen geben müssen“, sagt Sprecherin Martina Plothe. Wann das sein wird, lässt sie offen. Noch laufe eine Sondergenehmigung für das Fischen im Nationalpark, die gerade für fünf Jahre verlängert wurde. Danach ist voraussichtlich Schluss.

Alexander Müller

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