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Rügen Letzter Törn für Asthmakranke
Vorpommern Rügen Letzter Törn für Asthmakranke
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15:40 17.07.2019
Die 30. und damit letzte Müther-Gedächtnisfahrt startete auf dem Dänholm. Amin (15, aus Hannover), Michelle (14, aus Berlin), Liddy (16, Weißenborn), Meret (16, Hannover), Philippa (16, Potsdam) und Fabienne (16, Berlin) sind derzeit zu Gast in der CJD-Klinik Garz und konnten somit an der Tour mit den Traditionsseglern teilnehmen. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Dänholm/Lauterbach

Über 7000 Kinder und Jugendliche kamen in den letzten 30 Jahren an Bord der Traditionssegler, die sich der Christian-Müther-Gedächtnisfahrt anschlossen. Den an Asthma erkrankten Patienten der CJD-Klinik Garz und aus Vorpommern soll damit eine Auszeit und Ablenkung vom Krankheitsalltag ermöglicht werden. Doch nach 30 Jahren endet dieser zur Tradition gewordene Törn der Christian-Müther-Stiftung.

„Wir sind alle älter geworden, da ist es schwierig die Stiftung so weiterzuführen wie bisher. Da müssen andere ran“, erklärt Dr. Hinrich Ballke vom Stiftungs-Vorstand. „Doch etwas Wehmut ist dabei. Es war immer anregend und aufregend. Da wurden auch schon Talente am Steuer entdeckt. Die Kinder blühen auf“, so Ballke.

Mit den Patienten an Bord stachen am Mittwoch 15 Traditionssegler zur dreitägigen Fahrt in die See. Mit an Bord sind dann auch stets Fachärzte. „Für die Kinder ist dies ein besonderer Höhepunkt. Unsere Patienten kommen aus ganz Deutschland und kennen Segeln und Traditionsschiffe nicht. Wir sind froh, dass die Stiftung dies so lange ermöglicht hat“, sagt Dr. Jens Nielinger, Chefarzt der CJD-Fachklinik Garz.

Im Schnitt vier bis acht Wochen – in einigen Fällen noch länger – verbringen die jungen Patienten aus ganz Deutschland zur Rehabilitation in der Garzer Klinik. Für die Jugendlichen, deren Eltern zu Hause geblieben sind oder sich sogar im Urlaub befinden, sind diese Tage somit eine willkommene Abwechslung. Die jüngeren Passagiere hatten ihre Eltern dabei. „Ich war da wirklich etwas aufgeregt und war vorher auch noch nie auf einem Segelschiff“, so der 15-jährige Amin aus Hannover. Mit gleichaltrigen Mitpatienten machte er es sich während der Fahrt auf der „Ernestine“ bequem.

Viele Freiwillige – Schiffseigner und Besatzung, medizinische Betreuer und Sponsoren für die Verpflegung an Bord – haben jährlich ihren Beitrag dazu geleistet. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung steht in diesen Tagen zur Absicherung des Konvois mit dem Tonnenleger „Stralsund“ beiseite und übernimmt schifffahrtspolizeiliche Aufgaben. „Wir halten nicht nur über Funk Kontakt zur Verkehrsleitzentrale und passen auf dass keiner in die Kolonne reinfährt oder ausschert, sondern sind auch für Notfälle da. Sollte es einem Patienten schlecht gehen, wären die Segler zu langsam. Dann würden wir den Transport übernehmen“, sagt Kapitän Wolfram Frädrich.

Am Abend wurden die jungen Crew-Mitglieder im Hafen von Lauterbach zu einer Feierstunde empfangen. Während einige Teilnehmer nach einem erlebnisreichen Tag wieder in die Klinik zurückkehren, verbringen andere auch die Nacht an Bord und brechen am Donnerstag zu einer Rundtour zur Insel Ruden und zurück auf. Am Freitag verabschieden sich die Segler mit den Patienten dann auf die letzte Fahrt in den Greifswalder Museumshafen.

„Auch wenn sich die Behandlungsmöglichkeiten von Asthma gebessert haben, rückt heute das Psychische mehr in den Vordergrund“, sagt der Facharzt. Aus diesem Grund sind solche Aktionen für ihn so von Bedeutung. Doch ob und wie die Christian-Müther-Stiftung ohne die Gedächtsnisfahrt weiter macht, ist noch unklar. 1995 gründete Ulrich Müther die Stiftung und benannte sie nach seinem 1989 nach einem Asthmaanfall verstorbenem Sohn. Nach dem Tod Ulrich Müthers 2007 leitete seine Ehefrau Astrid von Zydowitz-Müther die Stiftung weiter.

Wenke Büssow-Krämer

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