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Rügen Nach Streit mit Kleingärtnern: Zwar lenkt ein
Vorpommern Rügen Nach Streit mit Kleingärtnern: Zwar lenkt ein
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10:23 05.03.2019
Knapp 4000 Kubikmeter Abwasser werden aus Kleinkläranlagen aus Gärten in Kläranlagen entsorgt (Symbolbild). Quelle: Bernd Wüstneck/Dpa
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Bergen

Der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (Zwar) hat die Gebühren für das Entleeren von Sammelgruben drastisch erhöht. Viele Kleingärtner sind mit der Entscheidung nicht einverstanden und wehren sich. „Wir haben nur über die Presse erfahren, dass es für uns eine enorme Steigerung der Gebühren geben soll. Wir wurden im Vorfeld nicht gefragt“, sagt Thorsten Albert, Vorsitzender des Inselverbandes der Gartenfreunde Rügen. Mittlerweile hat es Gespräche gegeben, um die Gemüter wieder zu beruhigen.

Bergens Stadtpräsident Matthias Ewert erklärte den prekären Sachverhalt während der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter anhand eines Beispiels. Ließen Kleingärtner ihre Sammelgrube 2018 dreimal pro Jahr entleeren, mussten sie inklusive An- und Abfahrt 77,25 Euro zahlen. Nach der neuen Regelung kommt zum Kubikmeterpreis zuzüglich eine Pauschale in Höhe von 100 Euro für die Anfahrt hinzu. „Dies ist eine Erhöhung um mehr als 300 Prozent“, rechnete er vor. Auf der Verbandsversammlung, die aus den Bürgermeistern oder den gewählten Vertretern der Gemeinden Rügens besteht, wurde diese Erhöhung im Dezember beschlossen. Die Preissteigerung gilt seit dem 1. Januar.

Neue Technik, mehr Mitarbeiter

Der Zwar sei verpflichtet gewesen, neue Technik anzuschaffen und habe zudem vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) die Auflage bekommen, neuerdings zwei statt einem Mitarbeiter zur Abfuhr zu schicken. „Hierbei sind Kosten angefallen, die wir aufteilen müssen“, sagt Zwar-Geschäftsführer Axel Rödiger. Zwei Alternativen standen zur Auswahl. In der Variante 1 hätte dies nach der Berechnung des Trinkwasserverbrauchs geschehen können. Der Zwar hatte nach Aussagen von Axel Rödiger aufgrund des Datenschutzes aber keinen Zugriff auf den Frischwassergebrauch von Gartenbesitzern. Deshalb sollte die zweite Alternative, ein sogenanntes Solidarprinzip, angewendet werden. Das heißt, egal ob in Bergen, Thiessow oder Göhren: Die Anfahrt beträgt immer 100 Euro.

„Das setzt sich daraus zusammen, dass wir die Kosten für die Abfuhr, also für Fahrzeuge, Betriebsstoffe und Personal, umlegen mussten. Dies entspricht einer Summe von 892 000 Euro“, so Gundula Zilm, Kaufmännische Leiterin des Zwar. Es sollte deshalb eine leistungsgerechte Alternative gefunden werden. Denn knapp 4000 Kubikmeter werden aus Kleinkläranlagen aus Gärten entsorgt und 19 000 Kubikmeter aus abflusslosen Gruben beispielsweise bei Einfamilienhäusern. Eine Anfahrt zum Objekt, auch wenn es nur 0,5 Kubikmeter sind, müsse trotzdem erfolgen. 6655 Anfahrten waren es laut Zwar im vergangenen Jahr. „Ein Haushalt mit drei bis vier Personen bei einer monatlichen Entleerung würde ohne dieses Solidarprinzip statt wie bisher 1800 Euro neuerdings mehr als 3000 Euro zahlen“, sagt Gundula Zilm.

Neue Lösung wird gesucht

„Das Zwar-Fahrzeug fährt einen Garten an, danach einen anderen in derselben Anlage. Und für beide Gartenpächter wird der Anfahrtsweg abgerechnet. Das ist nicht fair“, sagt Thorsten Albert. „Viele ältere Mitbürger haben einen Garten und auch Leute, die sich keinen Urlaub leisten können und deshalb der Garten das Kleinod ist“, sagt Bergens Bauamtsleiter Rainer Starke, selbst Vorsitzender eines Gartenvereins. Und weiter: „Sie werden mit rechtlichem Einspruch vieler Kleingärtner rechnen müssen.“

Gespräche mit Verantwortlichen des Zwar und des Gartenverbandes hat es deshalb in der vergangenen Woche gegeben. „Wir haben dieses Thema aufgrund des Unmutes auf einer Vorstandssitzung angesprochen. Und wir haben entschieden, dass wir von einem Vollzug dieser Satzung absehen, bis wir eine neue Lösung gefunden haben“, sagt Axel Rödiger.

Mathias Otto

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