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Rügen Silvesterparty ohne Böller am Königsstuhl
Vorpommern Rügen Silvesterparty ohne Böller am Königsstuhl
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13:15 07.02.2019
Johanna Seyboldt, BFDlerin beim Nationalpark-Zentrum am Königsstuhl, mit Besuchern vor den Aquarien. Quelle: Peter Lehmann
Sassnitz

Vor 15 Jahren wurde das Nationalparkzentrum am Königsstuhl eröffnet. Anlässlich des Jubiläums sprachen wir mit Gesine Häfner, zuständig für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit in dem Haus, über die Zukunft der Einrichtung.

2019 ist für das Nationalpark-Zentrum ein Jubiläumsjahr: Seit 15 Jahren existiert die Einrichtung am Königsstuhl – mehr schlecht als recht, sagt mancher und spricht von tiefroten Zahlen und einer drohenden Insolvenz. Demnach dürfte Ihnen und Ihren Kollegen gar nicht zum Feiern zumute sein . . .

Gesine Häfner: Wenn das so wäre, sicherlich. Solche Gerüchte werden aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen immer mal wieder in die Welt gesetzt.

Da ist also nichts dran?

Häfner: Nein, das kann ich ganz klar sagen: Das Nationalpark-Zentrum hat keine finanziellen Probleme. Wir gucken uns monatlich die Zahlen an und achten darauf, dass am Ende des Jahres eine schwarze und keine rote Zahl steht.

Und das gelingt Ihnen?

Häfner: Ja, das haben wir bislang immer geschafft. Wenn sich abzeichnet, dass es nicht so läuft wie geplant, steuern wir gegen. Zum Beispiel haben wir die im vergangenen Jahr geplante Fassadensanierung auf dieses Jahr verschoben und dafür nur die Toilettenanlagen erneuert.

Lief es denn 2018 nicht so glatt?

Häfner: Da wurde es streckenweise ziemlich eng, aus den verschiedenen Gründen. Der Schnee vermieste uns und vielen anderen auf der Insel das wichtige Oster-Geschäft und dann folgte ein trockener Sommer, in dem die Menschen lieber an die Strände als in die Museen gingen. Das haben alle vergleichbaren Einrichtungen auf der Insel zu spüren bekommen. Bei uns kam dann noch die Sperrung der Stubbenkammerstraße dazu, von der ja bekanntlich auch viele Gastronomen und Vermieter der Region betroffen waren und große Einbußen zu verzeichnen hatten. Wir kamen mit einem Minus von fünf Prozent bei den Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr noch relativ glimpflich davon.

Gesine Häfner, Leiterin des Bereichs Marketing und Öffentlichkeitsarbeit beim Nationalpark-Zentrum Königsstuhl. Quelle: Jörg Mattern

Zum 15. Geburtstag gibt es für das Zentrum also eine frische Fassade. War's das an Geschenken?

Häfner: Wir wollen die Besucher über das ganze Jahr verteilt mit kleinen „Präsenten“ überraschen und auch denen, die lange nicht hier waren, zeigen, was sich in den vergangenen Jahren getan hat beziehungsweise was wir zukünftig vorhaben. Es wird beispielsweise auch neue Spielgeräte am Welterbeforum „Waldhalle“ geben. Das Geburtstagsprogramm endet im wahrsten Sinne des Wortes mit dem letzten Tag des Jahres.

Also zu Silvester?

Häfner: Ja. Wir wollen erstmals für alle die, die sich in Ruhe und ohne Getöse von 2019 verabschieden wollen, einen Jahresausklang gestalten. Wie das Programm an diesem Silvestertag aussehen wird, wissen wir noch nicht ganz genau. Aber ein Höhenfeuerwerk gibt es hier nicht, das ist sicher.

Am 18. März 2004 wurde das Zentrum unter anderem durch den damaligen Ministerpräsidenten Harald Ringstorff und den langjährigen Sassnitzer Bürgermeister Dieter Holtz eröffnet. Wird dieser Tag in diesem Jahr besonders begangen?

Häfner: Wir feiern die große Geburtstagsparty am 16. März. Von 10 bis 16 Uhr gibt es ein buntes Programm für die ganze Familie auf unserem Gelände. Am Nachmittag sind dann ein Vortrag und eine Gesprächsrunde mit dem Moderator, Naturfilmer und WWF-Botschafter Dirk Steffens geplant. Er hatte 2012 und 2013 über 20 Monate im Nationalpark gedreht. Der dabei entstandene Film ist seitdem täglich in unserem Multivisionskino zu sehen. Neben diesem offiziellen Höhepunkt gibt es aber wie gesagt viele kleine Überraschungen über das Jahr verteilt. Zum Beispiel jetzt zum Valentinstag eine Sonderführung unter dem Titel „Liebe im Aquarium“.

Ist die den Erwachsenen vorbehalten?

Häfner: Ganz und gar nicht. Wir werden ganz grundsätzliche Fragen zum Thema „Liebe“ bei Tieren beantworten: Werden Fische rot, wenn sie verliebt sind? Können sie sich unter Wasser küssen?

Apropos Aquarium: Das rücken Sie im Jubiläumsjahr offenbar besonders ins Rampenlicht?

Häfner: Sie meinen die Meerestierfütterung, die wir seit Jahresbeginn jeden Donnerstag um 15 Uhr anbieten. Die kommt in der Tat sehr gut bei den großen und kleinen Besuchern an.

Was steht da auf dem Speiseplan?

Häfner: Zum Beispiel Miesmuschelfleisch für die Klippenbarsche, Aale, Krabben und Seeskorpione sowie ganze und zerkleinerte Miesmuscheln für die Flundern und die Ostseeschnäpel. Dazu gibt es noch eine Portion Schwebe-Garnelen.

Auf welche weiteren Überraschungen können sich die „Geburtstags-Gäste“ in den kommenden Monaten freuen? Sie haben ja ein komplettes Faltblatt voller Veranstaltungen . . .

Häfner: Die kleinen Insulaner und Gäste können ihre eigenen Geburtstage ab sofort bei uns feiern. Dafür haben wir verschiedene Aktionspakete zusammengestellt. Für die Erwachsenen gibt es unter anderem eine Sagen-Wanderung zum Herthasee in der Walpurgisnacht. Am Herrentag wird es im Welterbeforum „Waldhalle“ ein Fest mit Live-Musik, Mutproben für kleine Piraten und Wild vom Grill geben. Im Juli planen wir ein Kleinkunstfest, im November können die Gäste das Haus bei einer „Nacht im Museum“ von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Und das ganze Jahr über zeigen wir im Kreidesaal unsere Fotoausstellung mit Bildern, die Mitarbeiter und Besucher uns zur Verfügung gestellt haben. Die Resonanz auf unseren Aufruf, sich daran zu beteiligen, war groß; zur Eröffnung der Schau kamen sogar Teilnehmer aus dem Nord-Schwarzwald.

Lassen Sie uns ganz kurz beim Thema Resonanz bleiben: Welche Rückmeldungen bekommen Sie von den Gästen? Was gefällt und was missfällt den meisten?

Häfner: Kritik gibt es eher von uninformierten Gästen, die nicht genau wissen, was sie am Königsstuhl erwartet und vom Eintrittspreis überrascht sind. Von denen, die die Ausstellung gesehen haben und unser umfangreiches Angebot kennen, sind 87 Prozent „zufrieden“ bis „sehr zufrieden“, wie eine umfassende Gäste-Befragung durch die Universität Rostock ergeben hat. Vor allem von den Themenreisen per Audio-Führer sind die Besucher begeistert. Viele wussten nicht, dass wir solch eine umfangreiche Ausstellung und sogar Aquarien haben.

Haben Sie einen Lieblingsplatz oder ein besonderes Ausstellungsstück, das sie sehr mögen?

Häfner: Einen Favoriten in dem Sinne nicht. Aber irgendwie scheint mich der Miniatur-Gletscher unterbewusst besonders zu faszinieren. Jedesmal, wenn ich an ihm vorbei gehe, muss ich ihn einfach berühren.

Mehr als vier Millionen Gäste begrüßt

1994 gibt es erste Überlegungen, im kleinsten deutschen Nationalpark ein Nationalparkhaus zu errichten. Zwei Jahre später gibt es eine Rahmenkonzeption samt Wirtschaftlichkeitsberechnung. Die ehemalige Kaserne wird zum vorläufigen Informationszentrum für die vielen Besucher des Nationalparks.

1997 überträgt der Bund die entsprechende Fläche an das Land und bekommt von diesem dafür die Insel Riems.

Nach der Aufstellung eines Bebauungsplans beginnen im Winter 1999/2000 die Abrissarbeiten auf dem einstigen Militärgelände. Die Stadt Sassnitz und die Naturschutzorganisation WWF gründen die gemeinnnützige Stubnitzhaus GmbH; später wird daraus die Nationalpark-Zentrum Königsstuhl Sassnitz gGmbH, an der die Stadt mit 30 Prozent und der WWF mit 70 Prozent beteiligt sind.

Zehn Millionen Euro kostet der Ausbau des Besucherzentrums. Das haben in den zurückliegenden Jahren vier Millionen Gäste besucht. Pro Jahr kommen im Schnitt rund 270000 Besucher. 40 Mitarbeiter sind hier angestellt.

Maik Trettin

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