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Rügen Neptun beim Seebrückenfest in Binz
Vorpommern Rügen Neptun beim Seebrückenfest in Binz
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18:44 08.09.2019
Neptun mit seinem Gefolge auf der Binzer Promenade. Quelle: Gerit Herold
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Binz

„Will noch jemand Fisch kosten?“ So richtig trauten sich die Passanten auf der Binzer Promenade nicht, Neptun zu antworten. Es klang auch eher nach Befehl als nach Frage. Der giftgrüne Meeresgott stattete den Landratten im Ostseebad zum Seebrückenfest einen Besuch ab. Mit seinem Gefolge spazierte er Richtung Kurplatz, plauschte unterwegs mit den verdutzten Gästen an den Tischen und stieg schließlich auf die Bühne. Dort hatte zuvor „Fish & Sheep“ seinen Auftritt.

Auf dem Seebrückenvorplatz hängte sich Klaus Falk sein Akkordeon um, und gab maritime Weisen zum Besten. Ob Swing, Jazz, Soul, Pop, Rock ’n’ Roll, Pop oder Party-Show-Band – Musikalisches für jeden Geschmack gab es beim diesjährigen Seebrückenfest im Ostseebad Binz. Dies stand im Zeichen des 25-jährigen Bestehens des Seesteges, der am 21. Mai 1994 feierlich eröffnet wurde.

Reinier Haenen vom Theater Liebreiz bot beim Seebrückenfest in Binz eine romantische Tour in der Badewanne an. Quelle: Gerit Herold

Von Freitag bis Sonntag wurde den Besuchern den ganzen Tag bunte Unterhaltung geboten mit Musik, Kulinarik, Kinderprogrammen, Seebrückenausstellung sowie abschließender Licht- und Lasershow am Strand. Ein Hingucker war Reinier Haenen vom Theater Liebreiz, der mit einem sonderbaren Gefährt seine Runden drehte und alle Blicke auf sich zog. Der Mime lud mit seinem Badewannenfahrrad zu einer romantischen Ausfahrt auf die Seebrücke ein. „In einem Seebad braucht man ein Bad, und ich habe ein Bad dabei“, trällerte er mit französischem Akzent den fragenden Gesichtern links und rechts des Weges zu. „Gestern habe ich eine 95-Jährige gefahren, sie ist in die Wanne gehüpft wie ein junges Ding“, verriet er und pfiff ein Lied.

Open Ship war am Sonnabend auf dem Seenotkreuzer „Harro Koebke“. Quelle: Gerit Herold

Am Seebrückenkopf hatte der Seenotkreuzer „Harro Koebke“ festgemacht, der sonst im Hafen Sassnitz liegt. Zwei Stunden lud die Besatzung zum „Open Ship“ ein. Rund 300 bis 400 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Technik und die Arbeit der ausschließlich durch Spenden finanzierten Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu informieren. „Der Zuspruch war sehr groß, wir hätten nicht mit so vielen Besuchern gerechnet“, freute sich Vormann Dirk Neumann.

Gleich zwei Mal auf dem Schiff war Daniel. Der Sechsjährige kam zuerst mit Mama Anja und dann mit Papa Frank, weil immer jemand auf seinen kleinen Bruder Joel (fast 2) aufpassen musste, der an Land im Kinderwagen schlief. „Wir waren noch nie auf einem Seenotrettungskreuzer, es war sehr interessant und hat uns sehr gefallen“, erzählen die Urlauber aus Hof (Bayern).

Über die Arbeit der DGzRS hat sich die Familie bereits bei einem Aufenthalt in Zingst informiert, als sie dort den historischen Rettungsschuppen besuchte. Nun ist ihr dreiwöchiger Binz-Urlaub zu Ende, in dem sie auch von dem schweren Bootsunfall am Binzer Strand erfuhren, bei dem ein schwimmender Mann nach der Kollision mit einem Motorboot, das eine so genannte „Banane“ im Schlepptau hatte, schwer verletzt wurde und an den Folgen starb.

Bei einer Übung demonstrierten die Einsatzkräfte eine Menschenrettung. Quelle: Gerit Herold

Den Ernstfall „Mann über Bord!“, probten Einsatzkräfte und Seenotkreuzer am Sonnabendnachmittag in Höhe des Seebückenkopfes. Hunderte Schaulustige verfolgten vom Seesteg aus das Szenario, bei dem ein „Mensch“ aus dem Wasser gerettet wurde – und applaudierten nach erfolgreichem Abschluss der Mission.

Von Gerit Herold

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