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Rügen Debatte um BeWo-Chef wegen Millionen-Gehalt
Vorpommern Rügen Debatte um BeWo-Chef wegen Millionen-Gehalt
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11:59 09.11.2018
Auch im Stadtteil Rotensee werden von der Bergener Wohnungsgesellschaft Blocks betreut. Quelle: RU
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Bergen

 Nach der fristlosen Kündigung von Gerd Zander, Geschäftsführer der Bergener Wohnungsgesellschaft (BeWo), geht die Debatte in der Stadt weiter. Jetzt wird über ein sogenanntes Ruhegehalt diskutiert, das der BeWo-Chef erhält. Dabei handelt es sich nach OZ-Informationen um einen Betrag von fast 1,5 Millionen Euro.

Gerd Zander bestätigt die Zahlung des Ruhestandsgehalts. Sie sei bereits 2017 erfolgt. „Die Summe wurde auf einem Rentenfonds eingezahlt, von dem monatlich die festgelegte Summe zu meiner Rente hinzugefügt wird“, sagt der gekündigte BeWo-Geschäftsführer. „Bei meinem Ableben geht das verbleibende Geld zurück an die Bergener Wohnungsgesellschaft.“

Auch laut SPD-Fraktionschefin und BeWo-Aufsichtsratsmitglied Kristine Kasten bekommt Gerd Zander die Rente aus dem Pensionsfonds, der ausgelagert sein soll. „Dieser Fonds ist im Budget nicht enthalten“, sagt sie. „Ich kenne seinen Arbeitsvertrag nicht, aber er wird eine Pension erhalten, die er zeit seines Lebens bekommt.“ Das sagt auch CDU-Fraktionsvorsitzender Eike Bunge, der ebenfalls Mitglied des BeWo-Aufsichtsrates ist. Er spricht von 1,4 Millionen Euro und bestätigt, dass sich dieser Betrag im Pensionsfonds der Wohnungsgesellschaft befindet. „Herr Zander wird zu Lebzeiten jeden Monat seinen Anteil aus diesem Fonds bekommen. Danach verbleibt das Geld definitiv im Besitz der BeWo“, meint Eike Bunge. „Dass das Geld zurück zur BeWo geht, kann ich so nicht bestätigen. Es ist bedauerlich, wenn Aufsichtsratsmitglieder den Inhalt der Pensionszusage nicht kennen“, sagt Anja Ratzke.

„Aus arbeitsrechtlicher Sicht gibt es nichts zu beanstanden. Aber die Höhe des Gehaltes ist moralisch äußerst fragwürdig“, sagt Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos). Man müsse dabei bedenken, dass es sich um ein kommunales Unternehmen handelt. „Nur darum geht es, und nicht um eine einzelne Person“, sagt sie. Ihr ist es wichtig, dass die Mitarbeiter des Unternehmens aus dieser Debatte rausgehalten werden: „Für Mitarbeiter gibt es keine entsprechenden Vereinbarungen.“

Sich in Ruhe einen Überblick über die BeWo machen möchte sich die Fraktion Bürger-Bündnis-Bergen (BBB). „Wir haben zu wenig Hintergrundwissen, um überhaupt etwas darüber sagen zu können“, so BBB-Vorsitzende Dr. Carmen Kannengießer. Für sie klingt der Millionenbetrag sehr hoch, „wir müssen aber selbst erst einmal Recherchearbeit betreiben, um ungeklärte Fragen beantworten zu können“, sagt sie.

Für Kristine Kasten geht die Debatte um den gekündigten BeWo-Geschäftsführer allerdings viel zu weit. „Die BeWo-Diskussionen der vergangenen Wochen sind schädigend für Bergen und auch für die Bergener Wohnungsgesellschaft. Diese Streitgespräche sind in diesem Moment unpassend“, sagt sie.

Große Diskussionen gab es etwa wegen der fristlosen Kündigung des BeWo-Chefs Ende Oktober durch ­die Bürgermeisterin. Während die Stadtvertreter die Wiedereinsetzung des Geschäftsführers verlangen, hält Ratzke an der Kündigung fest. Sie habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, sagt sie. ­Allerdings habe sich Zander geweigert, einen Beschluss der Gesellschafterversammlung umzusetzen. Dabei handelt es sich um den Auftrag an eine Rostocker Anwaltsfirma, für Zander – der im Juni 2019 in den Ruhestand geht – einen Nachfolger zu finden. Zander sieht in dem Angebot Fehler, Ratzke hält es für das beste aus insgesamt drei eingegangenen. Im Zuge der Auseinandersetzung warfen die Stadtvertreter der Bürgermeisterin ein autoritäres Verhalten vor. Anja Ratzke wiederum versichert, sich ihre Entscheidung gut überlegt zu haben.

 

Mathias Otto

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