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Rügen Neue Werbe-Ideen für das Welterbe gesucht
Vorpommern Rügen Neue Werbe-Ideen für das Welterbe gesucht
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06:52 25.04.2019
Der Sassnitzer Hafenkapitän Ronald Damp (3. v.r.) führte die Besucher aus den Unesco-Welterbestätten Stralsund und Wismar sowie Litauen und Schweden durch den Sassnitzer Stadthafen. Quelle: Maik Trettin
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Sassnitz

Kann Welterbe klingen? Und wenn ja, wie? Wer darauf eine Antwort will, muss nur einmal über die Ostsee fahren. In Südschweden liegt Karlskrona. Der Marinehafen und zahlreiche Gebäude der Barockstadt zählt die Unesco zum Weltkulturerbe. Die Kommune hatte dazu aufgerufen, die Idee des Welterbes von Karlskrona zu vertonen. „Welterbe-Musik – das hört sich spannend an“, findet Katrin Bärwald. Sie ist Dezernentin im Nationalparkamt Vorpommern, das auch den Jasmunder Nationalpark verwaltet. Die alten Buchenwälder der Stubnitz sind ebenfalls Weltkulturerbe. Die Unesco-Idee weiter zu verbreiten, darum geht es ihr ebenso wie vielen anderen Mitstreitern im Nationalparkzentrum und in der Stadt Sassnitz. „Das über einen Musikwettbewerb oder ein Musikfestival zu erreichen, wäre ein möglicher Weg, der auch bei uns funktionieren könnte“, sagt sie.

Über solche Ideen unterhalten sich Katrin Bärwald und ihre Kollegen aus anderen Welterbestätten im Ostseeraum seit dem 23. April auf Rügen. Die Insel ist für mehrere Tage Gastgeber für Unesco-Welterbe-Experten aus der Region. Dabei sind unter anderem Vertreter aus dem schon erwähnten Karlskrona, von der schwedischen Insel Öland, von der Kurischen Nehrung in Litauen sowie aus den Weltkulturerbe-Städten Wismar und Stralsund. Jede dieser Stätten ist einmalig. Vielleicht haben ihre Repräsentanten deshalb eher selten miteinander Kontakt. Dabei gibt es viele Erfahrungen, die auch die Welterbe-Kollegen jenseits der Landesgrenzen machen. Wie macht ihr das mit der Besucherlenkung? Wie bewerbt ihr eure Welterbestätte? Wird auch der Nachwuchs mit der Idee vertraut gemacht? Über solche Fragen tauschen sich die Vertreter gegenwärtig auf Rügen aus. Die Anregung dazu kam von den Schweden, die gern mal über den „Ostseerand“ gucken und Kontakte zu den Nachbarn knüpfen wollten. Daraus ist ein EU-Projekt geworden, an dem sich die Jasmunder seit dem vergangenen Jahr beteiligen.

Und zwar gemeinsam mit Stralsund, wie Bärwald betont. André Kretzschmar, Betriebsleiter bei der Tourismuszentrale der Hansestadt, hatte die Insulaner mit ins Boot geholt. Genaue Zahlen gäbe es zwar nicht. Aber sehr viele Rügen-Gäste zieht es auch zu Ausflügen nach Stralsund und umgekehrt wollen viele Besucher der Hansestadt die schönsten Ecken der Insel kennenlernen. „Die Gäste bleiben immer länger in unserer Stadt“, sagt Kretzschmar. Immer mehr buchen ihre Unterkunft nicht nur für ein oder zwei Nächte, sondern verbringen hier eine ganze Woche. Natürlich gehörten Tipps für Rügen-Ausflüge seit langem zum Alltag in der Stralsunder Tourismuszentrale. „Uns geht es aber nicht darum, noch mehr Flyer zu den verschiedenen Freizeitangeboten der Insel an unserer Infowand zu präsentieren. Wir wollen die Zugpferde der Region stärken.“ Und dazu zählt Kretzschmar neben dem Unesco-Welterbe „Alte Buchenwälder“ auch die „privaten Unternehmer, die nachhaltig denken“.

In Sassnitz sei es beispielsweise die Familie Peters, sagt Katrin Bärwald. „Die Bäckerei gehört zu den örtlichen Firmen, in denen man den Wert des Weltnaturerbes für die Region erkannt hat.“ Für Bäckermeister Nils Peters ist der Unesco-Titel nach wie vor so etwas wie ein Ritterschlag für die Stadt, die stolz darauf sein könne. „Auch wir wollen auf unsere Art die Menschen erreichen, die den Wert dieser Landschaft zu schätzen wissen und ihr Herz für die Region entdecken.“ Solche Unternehmer seien wichtige Botschafter für das Unesco-Welterbe, sagt die Nationalpark-Dezernentin – zumal sich das Café „Hafenbahnhof“ unmittelbar an der Anlegestelle der Ausflugsschiffe im Sassnitzer Stadthafen befindet. „Die Gäste, die auf dem Seeweg in die Stadt kommen, haben wir bislang nicht erreicht.“ Möglichkeiten einer engeren Kooperation mit Unternehmen im Hafen und mit dem Hafenmeister wollen die Welterbe-Verantwortlichen in Sassnitz ausloten.

Maik Trettin

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