Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Neues Bündnis „Rügen für Alle“ plant Demo gegen AfD-Mann Höcke in Binz
Vorpommern Rügen Neues Bündnis „Rügen für Alle“ plant Demo gegen AfD-Mann Höcke in Binz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:34 05.11.2019
Rechts die Treppe hinunter trifft sich der AfD-Flügel. Auf der Straße vor dem Hotel findet die Kundgebung statt. Quelle: Jens-Uwe Berndt
Anzeige
Bergen/Binz

Im Bergener „Märchen-Hotel“ hat sich ein Bündnis aus Parteien, politischen Vereinigungen, Jugendorganisationen, Kulturgruppen und Schulen gebildet, das am 23. November gegen das Treffen des rechten „Flügels“ der AfD im Binzer „Arkona Strandhotel“ protestieren will. Geplant ist zwischen 9.30 und 11 Uhr ein Demonstrationszug durch Alt-Binz, der vor dem „Arkona“-Hotel in eine circa eineinhalbstündige Kundgebung münden soll.

Parteienübergreifendes Bündnis

Karin Breitenfeldt, Mitglied der Kreistagsfraktion der Linken und Mitinitiatorin des Rügener Friedensbündnisses, das auf der Insel die Tradition der Ostermärsche wachhält, bestätigt, dass die Veranstaltungen angemeldet worden seien. Die Lokalpolitikern gehört zu den Ideengebern für die neue Vereinigung, die sich „Rügen für Alle – Gemeinsam gegen Rechts“ nennt.

Neben Vertretern der Linken nahmen an der Gründungsversammlung auch Vertreter der SPD, der Grünen, der Jusos und Linksjugend, der Freien Schule Dreschvitz, von Rostock nazifrei und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer teil. Darunter unter anderem Kristine Kasten aus Bergen, Edgar Buhe aus Göhren, Sebastian van Schie aus Garz, Lothar Dippe aus Dranske, Beatrix Hegenkötter aus Jacobsdorf, Ulrike Wanitschke aus Rostock sowie SPD-Staatssekretär im Schweriner Finanzministerium, Heiko Miraß.

„Die richtigen Bilder“

Am Montagabend gab es in Bergen bereits die zweite Versammlung von „Rügen für Alle – Gemeinsam gegen Rechts“. Karin Breitenfeldt spricht von einem losen Bündnis, das bis zur AfD-Flügel-Veranstaltung noch weitere Zusammenkünfte haben wird, „auf denen sich Gleichgesinnte treffen“.

Die wollen nach eigenem Bekunden aber nicht nur einmalig gegen den Besuch der AfD-Landes-Chefs von Thürigen, Björn Höcke, und Brandenburg, Andreas Kalbitz, protestieren, sondern darüber hinaus weiter existieren, um in ähnlichen Situation einen raschen Schulterschluss demonstrieren zu können.

Und wie Karin Breitenfeldt sagt, sucht man noch weitere Unterstützer: „Wir haben unter anderem bei der Gewerkschaft angefragt, bei den Kirchen und beim Rügener Jugendring. Wir alle wollen, dass dann am 23. November von Rügen die richtigen Bilder in die Welt gehen.“

Unterkünfte gesucht

Nach Informationen der OSTSEE-ZEITUNG hatte es mehrere Varianten für den Namen des neuen Bündnisses gegeben. „Rügen gegen Nazis“ und „Demokratisches Bündnis für Rügen“ standen ebenso zur Debatte wie „Demokrat*innen für Rügen“ und „Rügen ist bunt“. Am Ende sollen die Gründungsmitglieder aber „Rügen für Alle“ präferiert haben. Zwölf Gründungsmitglieder hatten dafür, vier dagegen votiert und vier hatten sich enthalten. Erst mit dem Zusatz „Gemeinsam gegen Rechts“ soll Einstimmigkeit erzielt worden sein.

Für die Kundgebung wird offenbar derzeit mit 300 bis 500 Leuten gerechnet. Es soll eine Bühne mit Musik geben, verschiedene Politiker und Bürger der Insel sollen die Möglichkeit für Redebeiträge bekommen. Auch nach Übernachtungsmöglichkeiten für Demonstrationsteilnehmer von außerhalb soll Ausschau gehalten werden.

Name: „GeFlügelfest“

Ob es unter Umständen auch gewaltbereite linke Gruppierungen nach Rügen ziehen könnte, wusste Karin Breitenfeldt nicht zu sagen. „Die werden sich bei mir nicht anmelden“, meint die Kreispolitikerin. „Und wenn, würde ich das auch nicht weitergeben. Allerdings habe ich für solche Proteste kein Verständnis. In einer demokratischen Gesellschaft sollte friedlich demonstriert werden und nicht mit Gewalt.“ Die Gegendemonstration am 23. November hat übrigens einen Namen: „GeFlügelfest“ wird sie heißen, sagt Breitenfeldt. Abgeleitet aus „Ge(gen) Flügelfest“.

„Für uns ist das keine alltägliche Lage“, sagt der Leiter des Sassnitzer Polizeireviers, Thomas Riedel. „Deshalb werden wir auch zusätzliche Kräfte vom Festland anfordern.“ Noch sei das Ganze mit zwei angemeldeten Demonstrationszügen durch Binz und einer Mahnwache vor dem Hotel recht überschaubar. „Wir erwarten aber, dass noch weitere Veranstaltungen angemeldet werden.“

Kreis-AfD-Sprecher René Kruschewski betont, mit der geplanten Gegenveranstaltung keine Probleme zu haben. „Wir leben in einem demokratischen Land, in dem jeder sein Versammlungsrecht wahrnehmen kann.“

Tee und Eintopf

Die Generaldirektorin der Hutter-Hotels auf Rügen, Birte Löhr, sieht das genauso. In einem ihrer Häuser findet das „Flügelfest“ statt. „Ich sehe auch die Gegendemonstration aus einem wirtschaftlichen Gesichtspunkt“, sagt sie. „Deshalb werde ich für die Demonstranten an einem Stand heißen Tee und Erbsen- oder Kartoffeleintopf anbieten.“ An die Gemeinde gerichtet, weist Birte Löhr darauf hin, dass für alle Tagesgäste von Binz eine Kurtaxenpflicht besteht. „Demnach müssen auch die Demonstranten die satzungsmäßigen 2,80 Euro entrichten.“

Lesen Sie mehr:

Binzer Hotel wegen AfD-Veranstaltung im Fokus der Kritiker

Holm vs. Augustin: Machtkampf bei der AfD in MV

Vorpommern-Rügen: AfD will mehr Schwarz-Rot-Gold

SPD auf Rügen beendet Zusammenarbeit mit AfD

Mehr über den Autor

Von Jens-Uwe Berndt

Am Montag hat die Kurverwaltung in Göhren den Startschuss für eine touristische Zukunftswerkstatt gegeben. Zur öffentlichen Auftaktveranstaltung kamen rund 60 Interessierte. Vermieter, Gastronomen, Gewerbetreibende und Einwohner des Ostseebades diskutierten gemeinsam Ideen und Ziele für eine nachhaltige Ortsentwicklung. Bis Freitag wird nun ein Strategiekonzept erarbeitet.

05.11.2019

Die aus dem TV bekannte Schneidermeisterin Inge Szoltysik-Sparrer hat einen Workshop im Näh- und Stoffstübchen „Kater Mo“ in Dubnitz gegeben. Inhaberin Ann-Katrin Reuter lud zehn Hobbynäherinnen dazu ein.

05.11.2019

Speziell gestaltete Kuben ermöglichen künftig den Einstieg in die Herrenhauslandschaft des Ostseeraumes. Einer wird in Quilow (Vorpommern-Greifswald) mit Schloss, Trabimuseum und Kunststall stehen.

05.11.2019