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Rügen Im Schulkurs zum Segelschein
Vorpommern Rügen Im Schulkurs zum Segelschein
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15:08 25.10.2019
Stolze Besitzer des Segelscheins (v.l.n.r.): Ivo, Marleen, Pauline, Lea-Sabine, Caroline, Pascal und Viktoria Quelle: www.schwarzfotografie.de
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Hiddensee

In der kleinsten Schule unseres Landes lernen fast 70 Jungen und Mädchen in Doppeljahrgängen. Da ist einiges anders als auf dem Festland und es versteht sich fast von selbst, dass man den Sport mal öfter ans oder aufs Wasser verlagern kann. Deshalb gehört seit nun mehr einem Jahr ein Segelkurs zu dem besonderen schulischen Angebot für die jüngeren Hiddenseer.

In Kooperation mit der Segelschule „Surf und Segel Hiddensee“ erlernten acht Schüler von Profis das maritime Handwerk. „Das ist eine großartige Chance, die uns mit dem Kurs geboten wird“, sagt Pauline aus der 10. Klasse. Ihre Mitschülerin Beeke aus der Klasse 9 ist ganz ihrer Meinung: „Es ist schön, dass jeder von uns jetzt segeln kann.“ Und wenn sie gemeinsam mit den anderen Teilnehmern zurückschaue, sei auch der Weg bis zum Segelschein schön, aber zugleich anspruchsvoll und anstrengend gewesen.

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In den Wintermonaten haben die acht Hiddenseer zunächst von Jochen Storbeck, dem Kapitän des Traditionsseglers „Petrine“, das theoretische Handwerkszeug bekommen. Der Aufbau des Bootes, Knoten- und Wetterkunde und natürlich die Verkehrsregeln auf dem Wasser standen in der kalten Jahreszeit auf dem Stundenplan. Da gab es eine Menge an Theorie zu lernen, die dann im Frühjahr in die Praxis auf dem kalten Nass umgesetzt werden musste.

Im April war es soweit: Endlich ging es aufs Wasser. Die Jungsegler um Pauline freuten sich schon lange, endlich selbst loslegen zu können. Auf Bodden und Ostsee lernten sie von Kay Petersen alles, was man zum Steuern auf kleinen „Laser Bug“-Segeljollen braucht. Der Gründer der Surf- und Segelschule zeigte den Kursteilnehmern, wie man kreuzt, wendet oder das Manöver der Halse erfolgreich vollführt. Das war gar nicht so einfach, denn dabei musste das Fahrzeug mit dem Heck durch den Wind gehen und die Segel anschließend auf der anderen Schiffsseite geführt werden. Dafür brauchten sie natürlich einige Stunden, bis alle Handgriffe saßen und die Segelbefehle fachmännisch ausgeführt werden konnten. Nicht einfach, aber machbar. Denn einer der coolen Sprüche der Hiddenseer Segellehrer wurde mit Leben erfüllt: „Richtig segeln lernt man nur durch Segeln!“

Die Mühen haben sich gelohnt. Erfolgreich bestanden alle Teilnehmer die Testphase und halten nun stolz ihren Segelschein in der Hand. Diesen Nachweis benötigen sie auch, um beispielsweise nach Schulschluss die Boote nutzen zu dürfen. „Man wird uns bestimmt öfter auf den Segelbooten vor der Insel sehen können“, freut sich Pauline schon jetzt auf die nächste Segelsaison. Damit hat die Inseljugend für ihre Freizeitgestaltung wieder eine Bereicherung mehr.

Das war ein wesentlicher Grund für den Hiddenseer Schulförderverein, die Boote anzuschaffen und der Schule zur Verfügung zu stellen. „Die Kinder und Jugendlichen wachsen umgeben von Wasser auf. Das sollte sich auch in ihrem Freizeitverhalten niederschlagen“, erklärt die Vereinsvorsitzende Almut Stier. Mit vereinten Kräften engagierte man sich deshalb für den Kauf der Boote. Diese Meinung teilten sehr viele Spender, die sich großzügig an dem Vorhaben beteiligten. „Eine Inselschule, die den Kindern Wassersport beibringt - das ist eine runde Sache“, so Almut Stier im Gespräch über die geglückte Idee. Segelschulbesitzer Petersen stimmt zu und spricht von seiner Motivation mitzumachen: „Am Herzen liegt uns, den Spaß und die Freude an der Bewegung im Freien an die Kinder und Jugendlichen weiterzugeben.“

Unterstützung für das Schulsegeln

Wer das Vereinsvorhaben zum Beispiel finanziell unterstützen möchte, kann unter folgender Adresse Kontakt zur Vorsitzenden Almut Stier aufnehmen: sfv-hiddensee@gmx.de

Weitere Informationen über „Segeln als Schulsport auf Hiddensee“ und einen Überblick über die Spender für das Projekt findet man auf www.surfundsegelhiddensee.de

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